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Parochialkirche | Drucken |

parochialkircheVon Horst Peter Serwene
Im Zusammenhang mit den Planungen für eine städtebauliche Rückgewinnung eines der ältesten Teile Berlins, des Klosterviertels, rückt auch die Rekonstruktion des Turmes der Parochialkirche in das allgemeine Interesse.

Die Parochialkirche (Gemeinde- kirche) wurde nach Plänen von J. A. Nehring und M. Grünberg 1695 begonnen und 1703 eingeweiht. Sie war die erste reformierte Kirche in Berlin, insbesondere für die reformiert- calvinistischen Zuwanderer aus Frankreich und Südwestdeutschland.

Kurfürst Friedrich III, selbst reformierten Glaubens, war der große Förderer dieses Kirchenprojektes. Allerdings blieb die Kirche unfertig.  Friedrich Wilhelm I schenkte der Gemeinde ein Glockenspiel mit 37 Glocken (von Friedrich III für den Münzturm von Schlüter vorgesehen...) Dazu wurde ein Turmaufbau mit Glockengeschoss notwendig. Nach einem Entwurf von Jean de Bodt wurde der Turm von Philipp Gerlach 1714 aus kupferbeschla-genem Eichenholz fertig-gestellt (Abb. Die Parochialkirche in Berlin, Rosenberg 1785).

parochialkirche-21717 wurden dann die 35 neugegossenen Glocken (Amsterdam) installiert. Insgesamt bestand das Glockenspiel aus 37 Glocken. Nun konnte ein Carilloneur vorgegebene, aber auch freigewählte, Melodien spielen. Das Glockenspiel wurde in der Stadt eine große Attraktion mit vielen Zuhörern und sogar Rundfunkübertragungen.

parochialkirche-3Am 24. Mai 1944 traf den Parochialkirchturm eine Brandbombe. Der brennende Turmaufbau nebst Carillon stürzte in das Kirchenschiff und der Innenraum brannte völlig aus.  Von dem Glockenspiel blieben nur zwei Glocken übrig. Das im Krieg zerstörte Pfarrhaus wurde 1950 abgerissen. 1951 erhielt die Parochialkirche wieder ihr Schieferdach, blieb aber sonst „überdachte Ruine". Da die Gemeinde sehr klein war, blieb der Kirche, einige Zeit als Möbellager vermietet, nur noch ein Schattendasein.

Ab 1991 erfolgten dann Sicherungs-maßnahmen und Untersuchungen an der Bausubstanz für den Wiederaufbau (bis 2003). Die noch zu gründende „Stiftung Parochialkirche" möchte eine multifunktionelle Nutzung durchführen. Im Mittelpunkt wird die „kirchliche Kunst in Berlin-Brandenburg" stehen, die präsentiert, restauriert und katalogisiert wird. Dazu kommen Kunst-austellungen (insbesondere von Schülern), Konzerte und Theateraufführungen.parochialkirche-4

Der Verein Denk mal an Berlin e.V. hat sich der Rekonstruktion des Turms angenommen. Die Akquisition von Spenden steht dabei an erster Stelle.

Die Gesellschaft Historisches Berlin wird das Projekt Parochialkirche unterstützen.

Spendenkonto für die Parochialkirche
Denk mal an Berlin e.v.
Deutsche Kreditbank AG
Kontonummer: 100 118 24 25
BLZ: 120 300 00

 

 
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