Von Haus aus missglückt

Bauherren und Architekten im Würgegriff des Bebauungsplans: Warum nur ist uns die Fähigkeit abhandengekommen, schöne und bewohnbare Städte zu bauen? Ein Denkanstoß.
FAZ vom 01.09.2016 - Von Christoph Mäckler

Warum eigentlich sind unsere alten Städte in Europa schöner als alles, was Planer und Architekten je in den vergangenen Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg an Neuem entwickelt haben? Ist das normal? Sind Städte, wie der eine oder andere Kritiker im Brustton der Überzeugung öffentlich vertritt, unplanbar? Oder beruht der desolate Zustand der neuen Stadtviertel mit ihren traurig-tristen Straßen, denen jede Anmutung und Aufenthaltsqualität fehlt, einfach nur auf einem fatalen Unwissen der Fachleute, Straßen und Plätze als städtische Aufenthaltsräume zu planen?

Berlins exklusivste Immobilie wird bezogen

Forum Museumsinsel - Es ist das größte und ungewöhnlichste Immobilienprojekt der Berliner Innenstadt: Acht historische Bauten werden im Forum an der Museumsinsel neu belebt. Ein Rundgang mit dem Investor Ernst Freiberger.
Tagesspiegel vom 6.8.2016 - von Alfons Frese

Zu vermieten. Eine der kostspieligeren Wohnungen im neuen Forum Museumsinsel - mit Rundumblick auf die Spree, den Fernsehturm, den Monbijou-Park und das Bode-Museum.

Vielleicht wird der Perfektionist niemals fertig. Und der Unternehmer, der immer etwas Neues auf den Weg bringen muss, um im Geschäft zu bleiben, auch nicht. Eigentlich ist Ernst Freiberger mit 65 Jahren im passenden Alter, um auf Golfplätzen kleine weiße Bälle in kleine dunkle Löcher zu befördern. Doch dafür sei er viel zu ungeduldig, sagt Freiberger über Freiberger. Stattdessen widmet sich der Bayer aus Amerang mit preußischer Disziplin einem der „wichtigsten Projekte zur Entwicklung der Mitte“, wie Klaus Wowereit einst die Wiederbelebung des Forums an der Museumsinsel charakterisiert hat. Die Mitte Berlins.

Luther-Denkmal - Alter Held, neuer Ärger

Das Berliner Luther-Denkmal soll an seinen historischen Standort vor der Marienkirche in Mitte zurückkehren. Der Siegerentwurf für die Anlage ist in der Evangelischen Kirche umstritten – wie der Reformator selbst.
Tagesspiegel vom 25.07.2016  - Claudia Keller

Martin Luther ist 3,50 Meter hoch und zeigt sich in Siegerpose: Eingehüllt in einen mächtigen Mantel schaut er selbstgewiss in die Ferne und weist mit der Hand auf eine große Bibel. Seit Jahren steht diese Bronze-Skulptur in einer dunklen Ecke zwischen Marienkirche und Karl- Liebknecht-Straße am Alexanderplatz. Über den Reformator hat sich Grünspan gelegt, die Tauben haben ihre Spuren hinterlassen. Vor zehn Tagen wurde er zum Restaurator gebracht.

Bausenator Geisel will umstrittenes Hochhaus genehmigen

Andreas Geisel will „alle Spielräume nutzen“, damit ein Hochhaus auf der Fischerinsel entsteht. Bürger und Bezirk lehnen das Bauvorhaben ab.
Tagesspiegel vom 18.07.2016 - von Gernd Nowakowski und Ralf Schönball

Bausenator Andreas Geisel (SPD) schlägt sich auf die Seite der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) und will den Bau eines Häuserblocks mit Hochhaus an der Gertraudenstraße gegenüber vom Petriplatz genehmigen. „Wir werden alle rechtlich bestehenden Ermessensspielräume nutzen, um das Vorhaben möglich zu machen“, sagte Geisel dem Tagesspiegel. Für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sei die ablehnende Haltung des Bezirks „überraschend und nicht nachvollziehbar“.

Das letzte Haus am Leipziger Platz

léonwohlhage gewinnen Wettbewerb in Berlin
Baunetz vom 6.7.2016 - von JK

Der Leipziger Platz in Berlin-Mitte, das Achteck der Hauptstadt, ist kein angenehmer Ort, was zum einen seiner Form, der Bebauung, aber auch der Nähe zum Potsdamer Platz geschuldet sein dürfte. Bald soll die letzte Lücke des Hexagon geschlossen werden. Auf dem ehemaligen Grundstück der Deutschen Reisebüro GmbH am Leipziger Platz 18/19, das seit Jahren hinter bedruckten Werbeplanen versteckt wird, soll bis 2019 ein Büro- und Geschäftshaus gebaut werden. Bauherr und Auslober des im April gestarteten Wettbewerbsverfahrens ist die F100 Investment AG – ein Investor mit Sitz in Luxemburg, hinter dem sich Eigentümer aus der spanischen Hauptstadt Madrid verbergen, wie die Berliner Zeitung weiß.