Berlin braucht das Humboldt-Forum

FAZ, 27. 07.2010 - Von Bernard Andreae

Ein Verzicht auf den Wiederaufbau des Schlosses ist nicht vorstellbar. Fragen der Nutzung sollte man Experten überlassen.

Sowenig man sich vorstellen kann, das Münsteraner Rathaus oder die Frauenkirche in Dresden wären nicht wieder aufgebaut worden, so wenig möchte man den Gedanken fassen, das Berliner Schloss solle nicht wieder erstellt werden. Denn es hat für das Ansehen von Berlin den gleichen Rang wie jene die Geschichte der jeweiligen Orte verkörpernden Bauten. Zum Glück wird wohl deshalb der Wiederaufbau nicht grundsätzlich in Frage gestellt, sondern es wird nur hier und da eine Denkpause begrüßt, weil die genaue Form und die mögliche Nutzung des Riesengebäudes nicht geklärt scheinen.

Wohin mit den Bussen?

Verkehrschaos
Berliner Morgenpost, 28. Juli 2010 - Von Thomas Füllig

Bevor sich die Menschenschlange vor dem Martin-Gropius-Bau in Kreuzberg bildet, hat sich die Wartereihe daneben längst formiert. Mehrere Busse stehen dicht hintereinander entlang der Niederkirchnerstraße.

Wer jetzt mit dem Bus anreist, hat richtig Pech. Alle Parkplätze sind zugestellt. Nun wird in der "zweiten Reihe" ausgestiegen. Die Sightseeing-Busse dahinter müssen warten, der Stau ist perfekt.

Ein Kulturschatz verdämmert in Berlin

FAZ 30. Juli 2010 - Von Andreas Kilb
Warum nicht ins Schloss?

Vor dem Zweiten Weltkrieg residierte das Berliner Kunstgewerbemuseum zwanzig Jahre lang im Schloss der Hohenzollern. Warum sollte es dort nach dem Wiederaufbau nicht wieder einziehen. Das Konzept des Humboldt-Forums muss ohnehin revidiert werden.

Aus der Asche

Frankfurter Allgemeine, 19.03.2010 - Von Andreas Kilb

Der Eingangsbau von David Chipperfield für die Berliner Museumsinsel stand von Anfang an unter schar­fer Beobachtung. Als der britische Ar­chitekt vor vier Jahren seinen ersten, aus gestaffelten Glaskuben bestehen­den Entwurf präsentierte, löste er allge­meine Entrüstung aus; Chipperfield musste nachbessern. Sein neues Kon­zept, das seit 2007 vorliegt, stieß auf breite Zustimmung.

Zu viel verlangt

Die James-Simon-Galerie wird die Berliner Museumsinsel weit mehr verstellen, als gedacht

Berliner Zeitung, 13.03.2010 - Von Nikolaus Bernau

Ein neuer Berliner Museumsstreit steht möglicher Weise bevor, und zwar um die James-Simon-Galerie, für die derzeit zwischen Kupfergraben und Neuem Museum die Fundamentarbeiten beginnen. Entworfen wurde sie von dem englischen Architekten David Chipperfield und seinem Büro. Das Team wird seit einem Jahr weltweit für den Wiederaufbau des Neuen Museums gefeiert. Auch das Konzept für die Galerie geht auf diese Architekten zurück; der Auftrag wurde 2001 ohne Wettbewerb an sie vergeben.