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Die Geländeuntersuchungen könnten 2017 beginnen.
Tagesspiegel vom 16.09.2017 von Reinhart Bünger

Die Vorarbeiten zum Wiederaufbau und künftigen Nutzung der Schinkel’schen Bauakademie sollen durch die Wahlen am 24. September und die Konstituierung des nächsten Deutschen Bundestages nicht ins Stocken geraten. Entsprechende Informationen der Errichtungsstiftung Bauakademie bestätigte dem Tagesspiegel das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) auf Anfrage.

Nach Angaben eines Sprechers ist die Abstimmung der Wettbewerbsvorgaben mit den Verbänden und anderen Beteiligten inzwischen abgeschlossen. „Wir streben an, am 20. September mit der zweistufigen Ausschreibung zu starten“, sagte der Sprecher des BMUB. Zunächst soll ein Ideenwettbewerb ausgelobt werden, der sich nicht nur an Architekten und Ingenieure richtet, sondern bewusst auch an Fachleute für Veranstaltungen, Kommunikation und Eventmanagement. Dieser Ideenwettbewerb soll dann auch konkrete Vorschläge erbringen, wie die angestrebte Nutzung mit und in dem Gebäude realisiert, respektive kombiniert werden kann.

 

Nach Angaben des Ministeriums möchte sich beispielsweise die TU Berlin mit ihrer Architektursammlung über Ausstellungen und Veranstaltungen in die wiedererrichtete Bauakademie einbringen. Auch das Auswärtige Amt habe Interesse daran, dass sich ihre Auslandsorganisationen beteiligen könnten – wie z. B. das Deutsche Archäologische Institut und das Goethe-Institut. Interesse hatte zudem die Bundesstiftung Baukultur angemeldet.

Im Rahmen des Ideenwettbewerbs sollen auch Vorschläge über die Rekonstruktion der Schinkel'schen Fassade oder eine alternative äußere Form gemacht werden.

Bauende: 2023
Dieser Ideenwettbewerb soll bis Frühjahr 2018 abgeschlossen sein. Dann soll es ein Dialogforum mit allen Beteiligten geben, auf dem die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs diskutiert werden.

Zirka Mitte 2018 soll anschließend der Realisierungswettbewerb (Architektenwettbewerb) starten. Bis Anfang 2019 sollen die Ergebnisse dieses Realisierungswettbewerbs vorliegen. In dieser – zweiten – Phase könnten dann auch ein Kuratorium oder eine Gründungsintendanz berufen werden.
Wiedererrichtet werden soll die Bauakademie in den Jahren 2020 bis 2023. Im Vorfeld soll es archäologische Untersuchungen des Geländes geben, die möglicherweise schon in diesem, spätestens aber im nächsten Jahr beginnen sollen. Dazu ist der Bund im Gespräch mit dem Eigentümer des Grundstücks, dem Land Berlin.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte zur Finanzierung der Wiederaufbaukosten der Schinkel’schen Bauakademie in Mitte 62 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Die 1832 bis 1836 auf dem Gelände des alten Packhofes am westlichen Spreearm nach dem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel gebaute Bauakademie gehörte bis zur Teilzerstörung im Zweiten Weltkrieg zu den bedeutendsten Gebäuden der deutschen Architektur im 19. Jahrhundert an der Schwelle zur Moderne.

Der Tagesspiegel im Internet: www.tagesspiegel.de