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Berlin, 24. Januar 2011

Bereits im Jahr 2008 machte die Gesellschaft Historisches Berlin mit einer umfangreichen Dokumentation darauf aufmerksam, dass die geplanten modernen Anbauten und Umbauten am Pergamonmuseum eine schwere Beeinträchtigung des Welterbestatusses darstellen.

Die nunmehr der GHB vorliegenden Planunterlagen bestätigen die schlimmsten Befürchtungen. Der Neubau des vierten Flügels – ein gedrungener Pfeilergang mit darüberliegendem, sehr mächtigen Obergeschoss mit Ausstellungsräumen – verstellt den bisher freien Blick in den Ehrenhof. Die substanzvernichtenden Umbauten im Nord- und Südflügel nehmen keine Rücksicht auf das bestehende Gebäude. Bauherr und Architekt unserer Zeit triumphieren über Alfred Messel. Die Ausstellungsplaner kümmern sich wenig um die historischen Vorgaben, der Präsident der Stiftung Herrmann Parzinger verfolgt mit seinen Museumsmanagern weiterhin das Ziel, das Pergamonmuseum für einen Massentourismus mit einer Besucherzahl von ca. 4 Mio. im Jahr zu überdehnen.

Die GHB fordert wegen des bevorstehenden Konfliktes mit der UNESCO und wegen der sehr hohen Kosten die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf, Denkverbote aufzuheben und alternative Planungen vorzulegen. Die Planungsergebnisse sind der Zivilgesellschaft vorzustellen.

Dipl. –Ing. Gerhard Hoya

Vorsitzender der

Gesellschaft Historisches Berlin e.V.