Drucken

Stadtkern Alt-Berlin muss das Thema für die IBA 2020 sein

Pressemitteilung - Berlin, den 21. Mai 2013:

In vertrauter Runde plauderte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher mit Gleichgesinnten im so genannten Werkstadtgespräch über „Mehr Stadt in der Stadt - ist Urbanität planbar?" Die Weiterentwicklung des Urbanitätsbegriffes mit neuen Bildern konnte nicht überzeugen. Die Stadtbürger verbinden Urbanität mehrheitlich mit Bildern von verdichteten Zentren oder Quartieren der Gründerzeit.

Auch diese Veranstaltung hat wieder einmal gezeigt, dass die Stadtentwicklungspolitik keine Richtungsänderung einschlagen will.

Wann will sich unsere Senatsbaudirektorin endlich dem Thema Verdichtung der Stadtmitte widmen? Eine Stadt kann sich nur aus ihrer Mitte heraus entwickeln. Nach einer ideenreichen Bebauung der Brachflächen werden sich im Stadtkern schöpferische Menschen in unterschiedlichen Konstellationen finden. Dieses urbane Stadtquartier wird liebevoll mit der verbliebenen historischen Bausubstanz umgehen und findet auch ggf. neue Nutzungen. Eine urbane Stadt braucht nur wenig privaten Autoverkehr, aber einen dichten ÖPNV, der im Straßenraum Vorrang vor dem übrigen Kraftfahrzeugverkehr hat. Diese Infrastruktur ist im Gegensatz zu den „Draußen-Städten" weitestgehend vorhanden. Einkaufszonen und Dienstleistungszentren werden durch Straßencafes und andere Gastronomie aufgelockert, beleben den öffentlichen Raum und sind nach Ladenschluss nicht ausgestorben, weil im Umfeld immer noch gewohnt wird.

Die Wiederbebauung der freien Flächen in der Historischen Mitte mit einer besonnenen, sinnvollen Gestaltung öffentlicher Räume ermöglicht es, wirtschaftliche Aktivitäten mit hoher Lebens- und Aufenthaltsqualität zu verbinden. Die Stadt Basel ist dafür ein gutes, lebendiges Bespiel.

Die Gesellschaft Historisches Berlin e.V. fordert nunmehr zum wiederholten Male, endlich mit der Aufstellung eines Masterplanes für die Wiederbebauung des Stadtkernes zwischen Fernsehturm und Spree zu beginnen.

Gerhard Hoya
Vorstandsvorsitzender
Gesellschaft Historisches Berlin e.V.