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Berlin, den 21.06.2016

Die sozialistische Stadtumgestaltung der Historischen Mitte Berlins - eine von der DDR-Regierung radikale, ideologisch motivierte Maßnahme - soll auch in Zukunft erhalten bleiben und nur ‚aufgehübscht’ werden. Die in der Bürgerschaft bereits in den 1970er-Jahren zunehmende Wertschätzung der Urbanität der Innenstadtquartiere mit identitätsstiftender Wirkung der historischen Bauten blieb unberücksichtigt.

Die grundlegenden, zukunftsweisenden Entscheidungen zum Wiederaufbau des Schlosses und der Bauakademie werden immer noch ignoriert. Auch die Botschaft aus anderen deutschen Großstädten wird nicht gehört.

 

Schon vor Jahren wählte man in Frankfurt am Main einen ganz anderen Weg bei der Wiedergewinnung eines Teils der historischen Altstadt.

Mit dem historischen Stadtkern der Hansestadt Lübeck wurde 1987 eine ganze Altstadt von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. In der alten Hansestadt Lübeck riss man die Bauten der gescheiterten Nachkriegsmoderne ab. Schmale Giebelhäuser mit unterschiedlicher Breite und einem rückwärtigen Innenhof werden zukünftig in historischen Straßenzügen den Altstadtkern von Lübeck prägen.

Wie lange müssen wir noch maßstabslose, hässliche Betonfassaden anschauen und brachenähnliche übermäßig große Freifläche mit geringer Aufenthaltsqualität ertragen?

Es bleibt nur das Prinzip Hoffnung!

In einigen Jahren, nach der Fertigstellung der barocken Schlossfassaden, wird sich auch der Trend der anderen deutschen Städte, die Altstadtkerne nach historischem Vorbild wieder aufzubauen, bei den Berliner Politikern durchsetzen.

Gerhard Hoya
Vorstandsvorsitzender