Bürger entdecken ihre Stadt
Die Deutsche Einheit schafft neues Bewusstsein

von Gerhard Hoya

GendarmenmarktVor 20 Jahren erlangten wir durch den Mut der DDR-Bürger die Einheit unseres Landes. Das Engagement vieler Menschen führte zum Wendepunkt. West-Berliner entdeckten das alte Zentrum Berlins im ehemaligen Osten, Ostberliner entdeckten im Westen die Größe der Stadt.

Alle zusammen fragten nach der städtebaulichen Zukunft Berlins.

Vieles war doppelt vorhanden und von unter-schiedlichen Stadtvorstellungen geprägt. Radikale Zerstörungen durch Krieg, politische Teilung, Mauerbau und anschließende Abrisse erforderten ein neues Stadtmodell. Bürger aus beiden Stadthälften rangen mit den Entscheidungsträgern um Lösungen. Unterschiedliche Meinungen zwischen Bürgern einerseits und Politikern sowie Investoren andererseits führten zur Bildung einer Bürgerinitiative. Aus ihr entstand im Juni 1991 die GHB.

Das Bedürfnis nach Mitgestaltung des eigenen Umfeldes hat zugenommen. Infolge der Zerstörung oder Beschädigung großer Baubestände in Berlin hat sich bei engagierten Bürgern ein Interesse an Wiederaufbauvorhaben entwickelt.

Aller Orten mischen sich Bürger in die Planungen ein und wollen ihre Ideen einbringen. Nach diesem Motto verfährt die GHB schon seit 20 Jahren. Wir sind kein bisschen müde und entschlossen, uns auch weiterhin einzumischen.


10-Punkte Programm
GHB-Schwerpunkte für das historische Berlin

  1. Die für Stadtentwicklung und Denkmalschutz Verantwortlichen werden aufgefordert, für die Erhaltung der historischen Substanz in der Stadtentwicklung Sorge zu tragen, die vorhandene Denkmalsubstanz ernst zu nehmen und nicht durch Neubauten zu überformen, um nicht das Allerweltsgesicht einer hypermodernen Großstadt anzunehmen.
  2. Wir fordern die Unterstützung des Senats für einen zügigen Baubeginn des Humboldt-Forums und damit der Umsetzung zweier Bundestagsbeschlüsse.
  3. Pergamon - Da der Neubau des vierten Flügels Pergamonden bisher freien Blick in den Ehrenhof verstellt und die substanzvernichtenden Umbauten im Nord- und Südflügel keine Rücksicht auf das bestehende Gebäude nehmen, fordert die GHB die Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf, alternative Planungen vorzulegen. Das Landesdenkmalamt sollte seine Zustimmung zu den bisherigen Planungen versagen.
  4. Die Bauakademie ist unter Federführung des Berliner Senates wieder in originalgetreuer Rekonstruktion der historischen Fassaden zu errichten.
  5. Der Bebauungsplan „Molkenmarkt und Klosterviertel", der Bezug nimmt auf den alten Stadtgrundriss, ist um eine Gestaltungs-verordnung – vergleichbar der Satzung Unter den Linden – unter Beteiligung der Zivilgesellschaft (z.B. GHB) zu ergänzen.
  6. Der Bebauungsplan für den Petriplatz/Breite Straße soll eine Reduzierung der Breite der Gertraudenstraße auf vier Spuren und eine kleinteilige Bebauung nach historischem Vorbild in der Breite Straße berücksichtigen.
  7. Für das Marienviertel (Rathausforum) ist ein Bebauungskonzept unter Einbeziehung der archäologischen Funde auf der Grundlage eines städtebaulichen Wettbewerbs zu erstellen.
  8. Das vorbildlich sanierte und vom Deutschen Bundestag genutzte Schadowhaus ist der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
  9. Der Baustillstand bei der Rathausbrücke sollte zu einer Überarbeitung der alten Planung genutzt werden und eine harmonische An-gleichung an die historischen Umgebungsbauten sicherstellen. Das kunsthistorisch wertvollste Denkmal Berlins, das Reiterdenkmal des Großen Kurfürsten von Andreas Schlüter, sollte an seinen historischen Ort Rathausbrücke zurückkehren.
  10. Die Denkmale der Reformer und Generale der Befreiungskriege sind an ihre angestammten Plätze zurückzuführen.
Denkmale an der Neuen Wache

 

 


Warum ich Mitglied bin?

In der Zeitung (Berliner Morgenpost Juni 2007) wurde ein Protestaufruf durch die GHB gestartet. Grund: Neues Museum usw. Mein Mann las es und sagte zu mir: .... geh doch hin, du willst doch immer etwas für das historische Berlin tun, zumal Du doch zur aussterbenden Spezies (Urberliner) gehörst!

Damit fing alles an und ich bin noch heute dabei.

Christel Wolfermann


 

Erste Schritte
Eine Bürgerinitiative gründet sich

von Sigrid Schlawe und Dr. Bernd Wendland

WMF-Haus in der Leipziger StraßeErschreckt von der Meldung, dass das viel bewunderte WMF-Haus (Mauertrasse Ecke Leipziger Straße) abgerissen werden solle, führte Anfang 1990 der Zufall einige Bürger zusammen, die sich für die Erhaltung dieses Hauses einsetzten.

Kontakte mit dem Eigentümer und politisch Verantwortlichen führten zur Erhaltung dieses Baus.

Beflügelt vom Erfolg wandte man sich nun weiteren Aktivitäten zu, „mischte sich ein" bei der Gestaltung des Potsdamer Platzes und des Pariser Platzes. Die Bürgerinitiative setzte sich für die Rekonstruktion des Pariser Platzes ein. Die Verwaltung widersetzte sich dem angestrebten Wiederaufbau der historischen Strukturen und Gebäude und plante eine „kritische Rekon-struktion" für die Gebäude. Hinter diesem unbestimmten, dehnbaren Begriff verbirgt sich die Weigerung, die historische Gestalt wieder erstehen zu lassen. Infolge der Bürgerproteste gelang es, die historische Gesamtform des Pariser Platzes und der Häuser Liebermann und Sommer neben dem Brandenburger Tor zu sichern.

Ein Verein wird gegründet und mischt sich ein
Erfolgreiche Arbeit in eingetragener Rechtsform

von Sigrid Schlawe

Am 13. April 1991 schloss sich die inzwischen stark angewachsene Bürgerinitiative zu dem Verein „Gesellschaft zur Wiedererrichtung, Restaurierung und Erhaltung kulturhistorisch wertvoller Gebäude" zusammen. Das Bestreben ging – wie auch heute noch – dahin, Berlins historische Mitte zu erhalten, behutsam zu erneuern bzw. historisch wieder aufzubauen.

Brandenburger TorDie erste durchschlagende Aktion des neu gegründeten Vereins war im Jahre 1993 eine vielbeachtete und von vielen tausend Berlinern und Nichtberlinern besuchte Ausstellung im rechten Torhaus am Brandenburger Tor zum Thema Pariser Platz.

Abbildung links: Brandenburger Tor

Im Jahre 1995 startete das "Bürgerbegehren Historische Mitte" in allen Bezirken Berlins. Über 80.000 Stimmen wurden gesammelt, Stände in allen Bezirken aufgebaut, die Diskussion wuchs in die Breite. In Zehlendorf wurde der erforderliche Stimmenanteil für ein Bürgerbegehren erreicht.

Im Jahre 1996 erfolgte dann die Umbenennung des Vereins in „Gesellschaft Historisches Berlin" (GHB). Das Zehlendorfer Bezirksparlament beschloss am 21.2.1996, das Bezirksamt zu bitten, „sich bei allen zuständigen Stellen dafür einzusetzen, dass die von der Gesellschaft Historisches Berlin erarbeiteten Grundsätze, die von mehreren tausend Zehlendorfer Bürgerinnen und Bürgern mit ihren Unterschriften bestätigt worden sind, zur Grundlage für die Rekonstruktion der Historischen Mitte Berlins gemacht werden".

Herr Bezirksbürgermeister Eichstädt hat am 1.7.1997 vermerkt: „Das Bezirksamt hat sich im vorstehenden Sinne an den Regierenden Bürgermeister – Senatskanzlei – und den Senator für Wissenschaft, Forschung und Kultur, den Senator für Stadtentwicklung und Technologie, sowie den Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr gewandt. Trotz Erinnerung an das Anliegen wurde lediglich seitens des Regierenden Bürgermeisters – Senatskanzlei – dahingehend geantSchubmann-Kandelaberwortet, dass weder eine Möglichkeit, noch eine Notwendigkeit gesehen werde, dem Anliegen der Gesellschaft Historisches Berlin Nachdruck zu verleihen".

Im gleichen Jahr konnte der Verein Unter den Linden Nr. 39 eine Ausstellung „Pariser Platz" eröffnen und erreichte, dass auf dem Pariser Platz die Schubmann-Kandelaber (Abbildung rechts) wieder aufgestellt wurden!

Im Herbst 1997 wurde in größere Räume Unter den Linden 40 umgezogen. Ein hier aufgestelltes Schloss-Modell der Stadtmitte des bekannten Modellbauers Horst Dühring wird zum Besuchermagneten.

Schlossmodell von Horst Dühring

Schloßmodell von Horst Dühring

Die vor längerem begonnene Unterschriften-sammlung für die Wiederherstellung der barocken Schlossfassade wird intensiviert.

Lustgarten(Abbildung rechts: Lustgarten) Auf dem Weihnachtsmarkt am Opernpalais werden in den Jahren 2000 und 2001 Unterschriften gesammelt. Die Aktion wird im Jahre 2003 abgeschlossen – 136.700 Bürger haben sich der Forderung der GHB angeschlossen. Am 4. Juli 2002 beschließt der Deutsche Bundestag mit 384 zu 133 Stimmen die Rekonstruktion. Die GHB feiert diese Entscheidung auf dem Schlossplatz; Redner sind Wilhelm von Boddien, Antje Vollmer (Grüne) und Günther Nooke (CDU).

Denkmal Albrecht Daniel ThaerPläne entstehen, dem Schinkelplatz ein Gesicht zu geben. Am 16. April 1997 werden als Geschenk von der GHB den Senatoren Kleemann und Strieder sowie dem Bezirksbürgermeister Zeller drei Platanen übergeben und gepflanzt. Im Herbst beginnt die Umgestaltung des Platzes. Am 13. Juli 2000 wird das Denkmal von Albrecht Daniel Thaer (Abbildung links) wiederaufgestellt und vom Sponsor, Ernst Freiberg, zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen enthüllt.

Forderungen der GHBIm Juli 1999 beginnt die GHB eine Unterschriftensammlung für die Wiederaufstellung der bronzenen Generäle Gneisenau, Blücher und Wartenburg am originalen Standort Prinzessinnen Garten: Sommers wie winters stehen GHB-Mitglieder an jedem Wochenende vor dem Prinzessinnengarten und sammeln Unterschriften für eine Petition. Die Demon-strationen dauern an und führen zum Erfolg: Die marmornen Standbilder von Scharnhorst und von Bülow werden aus ihrem Holz-verschlag in Reinickendorf geholt.

Abbildung rechts: Forderungen der GHB

Denkmal des Freiherrn von SteinDie GHB wendet sich gegen die beabsichtigte gesichts-lose Zupflasterung des Lustgartens und fordert einen „Grünen Lustgarten" – angelehnt an den Schinkel-Entwurf. Durch regelmäßige Wochenend-Demonstrationen wird dieses Anliegen öffentlich gemacht Die Aktionen der GHB führten zum Ziel: Am 24. September 1999 wird der Lustgarten durch den Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen eingeweiht.

Die seit dem Jahre 2000 immer wieder erhobene Forderung der GHB, für das Denkmal des Freiherrn vom und zum Stein (Abbildung links) einen neuen, seiner nationalen Bedeutung entsprechenden Standort zu finden, wird vom Präsidium des Abgeord-netenhauses unterstützt. Am 28. April 2003 wird das Denkmal vor dem Abgeordnetenhaus von Parlamentspräsident Walter Momper und Senatsbaudirektor Hans Stimmann enthüllt.

Die Berliner Museumsinsel seit 1990

von Gerhard Hoya

Nach dem Fall der Mauer war der Umgang mit der Museumsinsel und seinen hervorragenden Architekturpersönlichkeiten in einer städtebaulich unvergleichbaren Lage zu bedenken. Mit der Vorlage einer Konzeption zur Zusammenführung der geteilten Sammlungen und eines Raumprogramms für den Realisierungswettbewerb „zur Wiederherstellung des Neuen Museums und der Errichtung von Ergänzungs- und Verbindungsbauten" und dem „Denkmalpflegerischen Plädoyer" glaubte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz alle Voraussetzungen zur Neuordnung und Vollendung der Museumsinsel geschaffen zu haben. Das Ergebnis des Architektenwettbewerbes im Jahr 1994 löste heftige Proteste in ganz Deutschland und durch die GHB aus. Trotz mehrfacher Überarbeitung der Planungen musste der Wettbewerb als gescheitert angesehen werden. Die Planungsaufträge wurden an verschiedene Architekturbüros freihändig vergeben. Der Architekt David Chipperfield erhielt den Auftrag für das Neue Museum. Die Planungsergebnisse forderten lauten Widerspruch der GHB und vieler Bürger heraus. Trotz Eingaben beim Deutschen Bundestag mit 14.000 Unterschriften und mehreren Eingaben bei der UNESCO in Paris realisierte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz die Planungen von David Chipperfield.

 

Neues Museum

von Gerhard Hoya

Das von Friedrich August Stüler zwischen 1843 und 1855 errichtete Neue Museum stellt als Teil des Gesamtensembles der Museumsinsel ein herausragendes Dokument des Museumsbaus des 19. Jh. dar. Stüler hatte ein seinerzeit modernes Gebäude errichtet, an dem viele neuartige Materialien und Konstruktionen erprobt wurden. Mit seinem museumspädagogischen Konzept – Bezug zwischen den architektonischen Formen und dem ausgestellten Kulturgut – wurde er dem Bildungsgedanken Humboldts in vollendeter Weise gerecht.

Konservierung der Ruine

Konservierung der Ruine

Statt die Aussage des Architekten Stüler wieder zur Geltung zu bringen, wird die Ruine konserviert und fehlende Bauteile durch moderne Sicht-betonfertigteile ersetzt.

Korenhalle

Abbildung rechts: Rekonstruierte Korenhalle wurde wieder aufgebaut und dann im Depot eingelagert.

Um den „Geist" des Neuen Museums zu verstehen, ist die genauere Betrachtung des damaligen Geschichts- und Kunstverständnisses unerlässlich. In einer kunstvollen Komposition werden mehrere Schichten zusammengeführt, z. B. die Feier der Antike und seiner Wiederaufführung in der Renaissance, die Glorifizierung des Klassizismus und der Romantik. Des Weiteren kommt eine wichtige vierte Schicht hinzu: die der Technik. Industriearbeit im beginnenden Maschinenzeitalter wird in kunsthandwerklicher Vollendung dargeboten.

Protest gegen die Architektur ChipperfieldsKritiker wie Helmut Engel, damaliger Landeskonservator Berlins und die Gesellschaft Historisches Berlin traten der damals gängigen Lehrmeinung der Landesdenkmalpflege und dem Entwurfskonzept des Architekten Chipperfields entgegen. Die Mahnungen wurden nicht erhört.


Abbildung: Protest gegen Architektur Chipperfields

Stülers Neues Museum – eines der Schlüsselwerke des 19. Jh. – ist „um einer momentanen Wirkung willen" bis zur Unendlichkeit verfremdet.

Die Denkmalpflegetheoretiker statuierten ein Exempel für korrekten Denkmalschutz, wie sie ihn verstehen.

 


Warum ich Mitglied bin?

Als Antiquar habe ich mich auf die Gebiete Berlin und Geschichte konzentriert. Was lag also näher, Mitglied bei der GHB zu werden. Irgendwo fiel mir ein Flyer auf, und ich staunte über das Programm und die vielfältigen Aktivitäten. Da wollte ich mitmachen.

Ich habe diesen Entschluss keine Sekunde bereut, weil ich die Erfolge sehe und auch immer deutlicher merke, dass die GHB ein geschätzter Ansprechpartner bei allen relevanten Planungen für den Senat und andere Entscheidungsträger geworden ist. Man hört auf die GHB und Ihren Sachverstand.

Ich kann nur empfehlen, mitzumachen, mitzuarbeiten, um für Berlin, für unsere Stadt die historischen Bauten zu erhalten und bei Neubauten Rücksicht auf sie zu nehmen. Diese einmalige Chance darf nicht vertan werden. Und genau deswegen bin ich gerne Mitglied der GHB.

Peter Eichler


 

Altstadt Berlin

von Horst Peter Serwene

Der Begriff Altstadt Berlin oder Alt-Berlin ist seit Beginn des 20. Jh. aus den Stadtkarten verschwunden. Bereits mit dem Bau des Roten Rathauses im 19. Jh. begann die Entwicklung von der Altstadt des Mittelalters zur Großstadt der Neuzeit. Mit großflächigen Abrissen und dem Neubau des Kaufhauses Tietz, des Alten Stadthauses und des Amtsgerichtes begann die Umgestaltung des kleinteiligen Wohnviertels zum großstädtischen Verwaltungs- und Wirtschaftszentrums. Die Abrisse im Dritten Reich, die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und die folgenden Abrisse während der DDR-Zeit ließen das Alte Berlin gänzlich verschwinden.

In der Mitte Berlins vor dem Rathaus muss eine lebendige, städtische Bebauung (mit Bürgerforum, Kultur- und Freizeiteinrichtungen) entwickelt werden.

Durch die archäologischen Grabungen am Petriplatz ab 2007 und die umsichtige Öffentlichkeitsarbeit der leitenden Archäologin Frau Mehlisch kam es zu einer „Rückbesinnung" (Staatssekretär Schmitz) auf die historische Altstadt.

Petriplatz 1920
Petriplatz 1920

Die Ausstellung „Berlins vergessene Mitte" des Stadtmuseums Berlin im Ephraim-Palais vom 21.10.10 bis 27.03.11 unterstützte diesen Prozess.

Großer Jüdenhof

Großer Jüdenhof

Marienkirche 1920Durch Vorträge und Führungen gibt die GHB Informationen zur Geschichte und zu den Zukunftsplanungen (siehe: www.ghb-online.de/themen/alt-berlin.html). Über die Bebauungspläne Klosterviertel/Molkenmarkt und Petriplatz/Breite Straße haben wir zur Senatsverwaltung für Stadtentwicklung konstruktive Kontakte hergestellt und eigene Vorschläge entwickelt. Wir erhoffen uns davon eine reelle Teilnahme an weiteren Planungen.

Abbildung links: Marienkirche um 1920

Auch zum Marienviertel am Rathaus versuchen wir mit anderen Vereinen eine Neuorientierung des aktuellen Planwerks zu erreichen.

Schinkelplatz

Der Schinkelplatz (Abbildung) ist in Anlehnung an das historische Vorbild wieder herzustellen. Die Bauakademie ist mit staatlicher Unterstützung zu rekonstruieren.

Wir erhoffen uns von Politikern wie von der Bürgerschaft eine aktive Unterstützung zur Wiederherstellung der alten Berliner Mitte.

 


Warum ich Mitglied bin?

Ein Lehrer meines Sohnes – unser Mitglied Hubertus Müller – hat in seinem Unterricht den großen Wert des historischen Erbes unserer Stadt eindrucksvoll dargestellt und auf einem Schulfest im Jahre 1993 uns Eltern so begeistert von den Anliegen des Vereins berichtet, dass meine Mitgliedschaft unausweichlich war.

Sigrid Schlawe



Die Zivilgesellschaft will Einfluss nehmen

von Gerhard Hoya

Kreative, individuelle wie institutionelle und wirtschaftliche Akteure übernehmen immer mehr Verantwortung in den Stadtgesellschaften. Die Zivilgesellschaft will Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen. In den Planungsprozessen der Stadtentwicklung stehen sich die Institutionen der repräsentativ-demokratisch verfassten Organe und die Zivilgesellschaft mit unterschiedlichen Interessen gegenüber. In der Debatte stehen Fragen nach dem Wesen unserer bebauten Umwelt, nach der Funktion von Architektur und Stadt und die Wunschvorstellung der Bürger. Die Bürger haben ein Recht, sich zu beteiligen. Die Pla-nungsprozesse sind ergebnisoffen zu gestalten. Einerseits sind die Bürger-vorschläge zu kom-munizieren und anderseits sind die Interessenlagen deutlich zu machen. Es stellt sich sicherlich dann bald die Frage ein: Wem gehört die Stadt?

Jeder Bürger kann mitbestimmen!

Stadtführung mit Peter Serwene

Unser Vorstandsmitglied Peter Serwene bei einem seiner vielen fachkundi-gen Stadtführungen, die sich regelmäßig großer Beliebtheit erfreuen.

Die GHB fordert daher die Entscheidungsträger auf, rechtzeitig mit den Bürgern einen Meinungsaustausch aufzunehmen. Die Vorschläge der Bürger sind zu reflektieren. Ohne Rückkopplung werden die Bürger frustriert.

Die GHB klärt mit Veröffentlichungen und Vorträgen über die Planungsprozesse auf, informiert mittels Stadtbesichtigungen über die Örtlichkeit und bietet Baugeschichtsvorträge zur Hintergrundinfor-mation an.
Schinkelplatz im August 2011

Schinkelplatz im August 2011