Wir lassen uns nicht verschaukeln - ein Freiraum für die Freiheit

Berlin, den 31.05.2017

Das Einheits- und Freiheitsdenkmal soll mit mächtigen Betonpfählen gegründet werden, die  durch den restaurierten Sockel gebohrt werden müssen. Das dadurch Schäden an dem alten Bauwerk auftreten können, dürfte auch jedem Laien einleuchten. Die Berliner Bürgervereine sprechen sich hiermit nochmals für die Freihaltung des Denkmalsockels ohne Einheits- und Freiheitsdenkmal an der Schloßfreiheit aus. Der Sockel des alten Kaiser-Wilhelm-Denkmals wurde mit 8 Mio. € restauriert. Dieser ist an sich schon ein Baudenkmal sowohl in seiner äußeren Erscheinung als auch als Ingenieurbauwerk mit seinen gemauerten Gewölben auf den historischen Eichholzpfahlgründungen.

Wohnungsbau in der „Draußenstadt“

Berlin, den 23.08.2016

Berlins Bauverwaltung plant Wohnungsbau nach alten Planungsprinzipien, die außerhalb Berlins in der Fachwelt als „Ladenhüter“ angesehen werden. Bausenator Geisel sieht offensichtlich keinen Handlungsbedarf, Wohnungsbau in der Innenstadt zu planen. Obwohl die Berliner in die begehrten Quartiere in der Innenstadt drängen, verzichtet Herr Geisel nicht nur am Leipziger Platz sondern auch auf den Brachen in der Historischen Mitte darauf, Wohnungen zu errichten. Die Hauptstadt Deutschlands, die sich als urbanste Stadt anpreist, gönnt sich im historischen Kern eine Brache von mehr als 100.000 m2. Stattdessen plant die Bauverwaltung einen Wohnungsturm an einer von Lärm überlasteten Straße Mühlendamm gegenüber dem historischen Zentrum des alten Cöllns. Vielen Grünen und Linken Politikern ist die derzeitige Dynamik der Stadt zu stark. Sie verteidigen die unbebauten Großflächen im historischen Kern der Stadt.

Evangelisch-Lutherische Kirche stellte Lutherdenkmal in eine Grube

Berlin, den 28. Juni 2016

Nach dem die NS-Diktatur die Assistenzfiguren am Sockel demontiert und vernichtet hatten, entfernte die DDR-Diktatur den Sockel und stellte den großen, mutigen Reformator Martin Luther in den Garten eines Klosters in Weißensee. Anlässlich des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 sollte das Lutherdenkmal an seinem historischen Ort wieder aufgestellt werden. Doch den Kirchenfunktionären von heute fehlt der Mut, Luther wieder auf einen Sockel zu stellen. Die Mahnung der Kunsthistoriker, das Kunstwerk ernst zu nehmen, wird negiert. Im Ausschreibungstext des nunmehr ausgelobten Wettbewerbes fordern die Theologen des Kirchenstadtkreises, Luther nicht mehr heraus zu heben. Aus künstlerischer Sicht ist eine Höhenaufstellung der Lutherstatue unabdingbar. Der Bürgerwille von vor hundert Jahren wird ignoriert. Die Bürger von heute werden gezwungen, auf Luther hinab zu blicken.

Abgeordnetenhaus stimmt den 10 so genannten „Bürgerleitlinien“ - Ergebnis der vom Senat gelenkten Stadtdebatte - zu

Berlin, den 21.06.2016

Die sozialistische Stadtumgestaltung der Historischen Mitte Berlins - eine von der DDR-Regierung radikale, ideologisch motivierte Maßnahme - soll auch in Zukunft erhalten bleiben und nur ‚aufgehübscht’ werden. Die in der Bürgerschaft bereits in den 1970er-Jahren zunehmende Wertschätzung der Urbanität der Innenstadtquartiere mit identitätsstiftender Wirkung der historischen Bauten blieb unberücksichtigt.

Die grundlegenden, zukunftsweisenden Entscheidungen zum Wiederaufbau des Schlosses und der Bauakademie werden immer noch ignoriert. Auch die Botschaft aus anderen deutschen Großstädten wird nicht gehört.

Bürgerleitlinien zur Zukunft der Historischen Mitte im Senat vorgestellt

Am 22. März 2016 stellte Stadtentwicklungssenator Geisel seinen Kollegen in einer Senatssitzung die Bürgerleitlinien zur Zukunft des Raumes zwischen Fernsehturm und Spree mit den Anmerkungen vor, dass diese Leitlinien eine gute Grundlage für eine weiter vertiefende Untersuchung seien und als Vorbereitung für die Diskussion mit einer internationalen Fachöffentlichkeit dienen sollen. Die Leitlinien seien auf der Grundlage eines ergebnisoffenen Dialogs mit allen Teilen der Stadtgesellschaft mit über 10.000 Teilnehmern über das ganze Jahr 2015 hinweg erarbeitet worden. In diesen Leitlinien hätten sich nunmehr die Bürger klar für einen öffentlichen, grundsätzlich nichtkommerziellen Raum ausgesprochen und eine Privatisierung von vornherein ausgeschlossen. Die Bürgerleitlinien seien das Ergebnis eines beispielhaften Beteiligungsprozesses.