Gesellschaft Historisches Berlin e.V. - AKTUELL |
| AUSGABE 2012 - NR. 6 |
| Berlin, den 24. September 2012 |
Veranstaltungshinweise
Sonntag, 14. Oktober 2012 um 11 Uhr
U 2 von Alexanderplatz bis Stadtmitte
Gestalterische und konstruktive Besonderheiten
Führung von Klaus Krause
Treffpunkt : am Haupteingang des Warenhauses, Seite zum Brunnen auf dem Alexanderplatz
Eine Dampflok im Tunnel, ein Schöneberger U-Bahnwagen im Bf. Klosterstraße, ebenso Gemälde von 1912 U-Bahnerschlossener Stadtgebiete und Belsazars babylonische Palastwand (6. Jh. V. Chr.) aus nachgebrannten Fliesen, älter als die im Pergamonmuseum. Berlinfotos von vor 100 Jahren und Treppenansätze ohne zugehörige Treppen. Gleisbett seit 100 Jahren ohne Gleis. Hohe und flache Gewölbe. Es gibt viel zu entdecken auf dieser kurzen Strecke die in Abschnitten 1912 und 1908 eröffnet wurde.
Benötigt wird ein Fahrschein AB. Für die eigentliche Führung genügt ein Einzelfahrschein, er ist zwei Stunden gültig. Doch besser ist eine Tageskarte AB dann sind Anfahrt und Rückfahrt eingeschlossen.
Dienstag, 23. Oktober 2012 um 16:00 Uhr
Das Marienviertel / Rathausforum
Führung von Horst Peter Serwene
Treffpunkt: Uhr am Neptunbrunnen
Die Geschichte und die aktuellen Planungen und Vorschläge werden vor Ort vorgestellt
Dienstag, 29. Oktober 2012 um 20:00 Uhr
Protestabend - Rettet die Gaslaternen!
Ort: Komödie am Kurfürstendamm
Ilja Richter moderiert - Berlins Prominenz brennt
Karten € 20,-
(030) 88 59 11 88 www.komoedie-berlin.de
Mit: Katharina Thalbach, Thomas Quasthoff, Klaus Hoffmann, Anita Kupsch, Jim Rakete, Ute Willing, Walter Plathe, Harald Martenstein, Gideon Rapp, Katherina Lange, Anja Hauptmann, Kim Pfeiffer
In Zusammenarbeit mit: Denk mal an Berlin e. V. / Gaslicht-Kultur e. V.
Nachrichten
Offene Rahmenbedingungen beim Wettbewerb Freiraumgestaltung Umfeld Schloss/Humboldt-Forum
Die GHB begrüßt, dass die Senatsbaudirektorin aufgrund von Anregungen im Preisrichterkolloquium und Forderungen aus der Bürgerschaft die Rahmenbedingungen entgegen Ihrer ursprünglichen Absicht offen gestaltet hat. Es bleibt nunmehr offen, in welcher Architektursprache diese Auseinandersetzung erfolgen soll.“
Die GHB nimmt die Veröffentlichung des Wettbewerbes zum Anlaß, nochmals darauf hinzuweisen, dass die wesentlichsten Gründe für den Beschluß des Deutschen Bundestages zum Wiederaufbau der barocken Schloßfassade städtebauliche und historische Gründe waren.
Das Stadtbild braucht an dieser Stelle die Wiederherstellung eines Zentrums, das schon lange dynamisches Zentrum war. Im Unterschied zu den großen europäischen Metropolen fehlt in Berlin ein zentraler Ort der geschlossenen architektonischen Tradition. Wir haben einzelne Momente der Tradition, aber wir haben kein geschlossenes Ensemble. Es geht hier darum, ob es uns gelingt, nach der Wiedererrichtung des Baukörpers und der barocken Schloßfassade ein Umfeld zu schaffen, in dem ein Ensemble der Tradition wieder erkennbar wird. Die Rückführung der noch vorhandenen Skulpturen ist zur Erreichung dieses Zieles unverzichtbar.
Rekonstruktion heißt auch nicht, dass man politische Restauration will. Wer das behauptet, der interpretiert politische Bedeutungen in ästhetische Entscheidungen.
Wenn man rekonstruiert erhält man vor allen Dingen eines: ganz großen Respekt vor der Meisterlichkeit unserer Vorfahren. In Dresden kann man sehen, wie das eine ganze Stadt begriffen hat.
Können in Berlin dies nicht die in der Verantwortung stehenden Modernisten begreifen
Der LANDESDENKMALRAT BERLIN hat sich am 20. April 2012 mit u.a. mit folgenden Themen beschäftigt:
Gasbeleuchtung
Auszug aus seiner Empfehlung:
„Der Landesdenkmalrat nimmt Kenntnis vom sorgfältig erarbeiteten Lichtkonzept. Er ist der Ansicht, dass die Fragen der Energie- und Betriebskosten wichtig sind, indessen abgewogen werden müssen mit den Fragen der (in diesem Bereich gerade für Berlin) wichtigen kultur- und technikgeschichtlichen Erwägungen.
Er unterstützt nachdrücklich die Absprache mit dem Landesdenkmalamt, wonach größere städtische Bereiche festgelegt werden, in denen die originalen Leuchten und ihr Betrieb mit Gas erhalten werden.“
Hierzu siehe vorstehend: Benefiz-Konzert in der Komödie am Kurfürstendamm
Pergamonmuseum
Der Landesdenkmalrat begrüßt ausdrücklich die von ihm angestoßene Weiterentwicklung der Pläne für das Hauptgeschoss des Nordflügels vom Pergamonmuseum (veröffentlicht in Jahrbuch Preußischer Kulturbesitz, Bd. 46, 2012, S. 123), die am 18.4.2012 von der Stellvertretenden Generaldirektorin der Staatlichen Museen, Dr. Christina Haak, bei einer Veranstaltung zum Unesco-Welterbe im Alten Museum als aktueller und zur Realisierung vorgesehener Planungsstand bestätigt wurden. Die möglichst weitgehende Erhaltung der Bausubstanz auch bei veränderter Nutzung der Räume ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass das Pergamonmuseum als herausragendes und deswegen von der Unesco als Welterbe eingetragenes Denkmal der Architektur- und der Museumsgeschichte weiterhin vermittelt werden kann. Der Landesdenkmalrat bittet darum, über die Planentwicklung im Pergamonmuseum zeitnah informiert zu werden.
Attikafiguren Humboldt Universität/Stadtschloss Landtag Potsdam
Anlass der Befassung ist eine Anfrage der Stadt Potsdam auf Rückgabe der Attikafiguren, die seit dem Wiederaufbau der Humboldt-Universität Bestandteil des ehemaligen Prinz-Heinrich-Palais sind.
Der Landesdenkmalrat spricht sich für den Verbleib der Skulpturen am jetzigen Standort aus. Auch wenn die Attikafiguren auf der Humboldt-Universität aus dem Zu-sammenhang des Potsdamer Stadtschlosses stammen und bis heute im Eigentum der Stiftung Schlösser und Gärten sind, bildet der jetzige Standort bereits selbst eine wichtige historische Schicht ab. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Humboldt-Universität mit der Aufbewahrung der Skulpturen deren Erhaltung überhaupt ermög-licht. Das ist ein Akt der Erbepflege, die bereits einen geschichtlichen Wert darstellt und selbst schützenswert ist.
Am 20. April 2012 mit u.a. mit folgenden Themen:
Postfuhramt
Die Fotogalerie c/o Berlin würde der Bezirk gerne am Ort halten, jedoch sind die vom Bau-herrn vorgelegten Kaufoptionen für die Betreiber voraussichtlich nicht akzeptabel, so dass die Galerie dann weiter einen Ersatzstandort suchen würde.
Nachfolgebesetzung Gartendenkmalpflege im Landesdenkmalamt
Auf Nachfrage des Landesdenkmalrats zur fachlichen Besetzung der Gartendenkmalpflege nach Verabschiedung des derzeitigen Stelleninhabers im Herbst diesen Jahres in den Ru-hestand erläutert Herr Prof. Haspel die aktuelle Überlegung im Landesdenkmalamt zu struk-turellen Änderungen der Zuständigkeit für Gartendenkmalpflege in Verbindung mit der Bo-dendenkmalpflege, für städtebaulichen Denkmalschutz und Pflege des Welterbes, was eine veränderte Stellenanforderung zur Folge hat. In diesem Zusammenhang wurde auch über die personelle Ausstattung speziell der Welterbepflege gesprochen. Das Thema soll in der neuen Legislaturperiode wieder aufgegriffen werden.
Jagdschloss Glienicke
Die Bürgerinitiative Weltkulturerbe Glienicke hat uns berichtet, dass der Bürgerantrag zum Jagdschloss Glienicke, der sich gegen den Bau des Glaserkers wendet, erfolgreich war und offiziell 1477 Stimmen zusammen gekommen sind, der Bürgerantrag also angenommen ist und in der BVV diskutiert werden kann.
Dennoch lässt die derzeitige Bautätigkeit an diesem Objekt befürchten, dass bereits mit dem Bau des Glaserkers begonnen worden ist und der Bürgerantrag missachtet wird; eine Petition der GHB an das Abgeordnetenhaus von Berlin vom Juni 2012 ist bisher unbeantwortet geblieben!
Glienicker Brücke
Am 18.08.2012 begannen Arbeiten zur Instandsetzung der Kolonnaden. Die Sanierung wurde nötig, weil rostende Stahlträger im Inneren der Säulen die Stabilität der Konstruktion gefährdeten; die Kosten in Höhe von 40.000 € (voraussichtlich) tragen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stadt Potsdam.
Die Brücke gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.
Inhaltlich verantwortlich gemäß § 55 Abs. 2 RStV
Siegrid Schlawe
Gesellschaft Historisches Berlin e.V.
Am Zirkus 6
D-10117 Berlin
Tel. 030 - 20 45 47 46
Fax.030 - 20 45 47 47
www.GHB-online.de
