Unerfüllbarer Traum vom Flussbad im Spreekanal

Berlin, den 22. Januar 2020 - Gemeinsame Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Bürgervereine Berlin Nr. 9
Berliner Historische Mitte e. V. - Bürgerforum Berlin e. V. - Bürgerverein Luisenstadt e.V. - Stadtbild Deutschland e. V. - Gesellschaft Historisches Berlin e. V.

Wir träumen von einer sauberen Spree und vom Baden im Fluss - aber nicht von der Zerstörung der südlichen Spreeinsel und aller Ufermauern des Spreekanals für das Baden in einem kurzen Abschnitt des pechschwarzen Kanals an wenigen Tagen im Jahr. Eintrittspreis für das Land Berlin: Hundert Millionen Euro.

Im Einzelnen:
Expertisen von Fachleuten und Fachbehörden äußern vermehrt Zweifel an der Machbarkeit bzw. an der Effektivität der geplanten Maßnahmen.
Der Testbetrieb des vom Verein Flussbad e.V. installierten Filters hat bisher keine ausreichende Reinigungsleistung erbracht. Das LaGeSo hat nunmehr eine zusätzliche vierjährige Testphase angeordnet.
Auf Grund eines Konzeptes des Vereins Flussbad e. V. beschloss der Senat am 10. September 2019 das Projekt „Stadtumbaugebiet Umfeld Spreekanal inklusive einer Freitreppe zum Kanal“, obwohl bisher eine Prüfung des Konzeptes durch anerkannte Fachleute nicht erfolgt ist. Die Baukosten des Flussbades, des Filters und der Renaturierungsmaßnahmen werden mit ca. 77 Millionen € beziffert. Die nicht konservativ ermittelten Kosten lassen eine Erhöhung um 50 Millionen € erwarten. Auf Grund der langen Planungs- und Ausführungszeiten von ca. 20 Jahren ist mit einer Abrechungssumme von ca. 200 Millionen € zu rechnen.
Den Kosten von 77 Millionen sind noch die Kosten für den Bau der Treppe in Höhe von 6,2 Millionen hinzu zu rechnen. In diesen Kosten in Höhe von 6,2 Millionen sind 1,75 Millionen für die Begleitung des Vorhabens durch den Verein Flussbad e. V. veranschlagt. Völlig unerklärlich ist die Höhe dieses Betrages. Als Projektsteuerungshonorar wären ca. 2 % der Bausumme angemessen. Das entspricht einer Summe von 100.000 €. Eine Leistungsbeschreibung für die Begleitung des Vorhabens durch einen gemeinnützigen Verein gibt es bisher nicht.

Spielplatz für den Zeitgeist?

Berlin, 14.07.2019 - Gemeinsame Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Bürgervereine Berlin

Zum Symbolismus in der Gestaltung der Berliner Mitte

Alle wollen natürlich nur ihr Bestes, die besten städtebaulichen Lösungen für die Berliner Mitte. Aber was ist die Motivation hinter den in den letzten Jahrzehnten propagierten Gestaltungen?

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloß als Symbol des Feudalismus und des Obrigkeitsstaates beseitigt, einige hundert Altbauten der Altstadt, die den Krieg überstanden hatten, mussten als Symbole der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft dem Symbol des Technischen Fortschritts schlechthin, dem Fernsehturm, und seinem großzügigen Umfeld weichen. Die Ruine der Franziskaner Klosterkirche, das kunsthistorisch wertvollste Baudenkmal unserer Stadt, bröckelt als Symbol für den Bombenkrieg vor sich hin. Die erste der genannten historischen Fehlentscheidungen wurde in den letzten Jahren korrigiert. Wie steht es um die Stadtgestaltung unserer Zeit? Konnte sie sich vom politischen Symbolismus lösen?

Vom Rand in die Mitte - Fischerinsel soll urbaner und lebendiger werden

Berlin, 18.06.2019 - Gemeinsame Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Bürgervereine Berlin

Die Fischerinsel in Berlin-Mitte kennen viele - allerdings nicht unbedingt als Ort, den man mit einem Stadtzentrum in Verbindung bringt. Bekannt ist sie dagegen als Wohngebiet, dessen markante Punkthochhäuser aus den 60er Jahren man über die autobahnähnliche Gertraudenstraße streift. Kein Vergleich mehr mit dem urigen und quirligen Fischerkiez mit seiner kleinteiligen Bebauung, der hier bis in die 1960er Jahre die Struktur aus der Gründungszeit Berlin/Köllns zeigte, Altstadtflair verbreitete. Dieser Charakter ist durch Kriegszerstörungen, vor allem aber durch die Flächenabrisse der 1960er Jahre komplett unkenntlich geworden.

Charakter der Spreeinsel als Ort der Kultur und Geschichte bewahren!

Berlin, 13.05.2019 - Gemeinsame Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Bürgervereine Berlin Nr. 5 zur Diskussion um das Flussbad

Für die Planung und den Bau der ersten Freitreppe an der Schlossfreiheit werden aus Mitteln des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ und des Senats 6,4 Millionen Euro bereitgestellt. Die Freitreppe soll dem Flussbad als Wasserzugang dienen. Die Treppe ist der erste Schritt zur Realisierung des Projekts „Flussbad Berlin“. Die 38 Meter breite Sitzstufenanlage am sonnigen Südwestufer führt vom Humboldt Forum zum Spreekanal, in dem nach den Plänen des Vereins Flussbad schon bald das Schwimmen im Spreewasser möglich sein soll.

Kernstadt statt Rathausforum!

Berlin, 23. April 2019 - gemeinsamen Pressemitteilung der Berliner Bürgervereine

Die Senatsplanung für die historische Mitte muss endlich erwachsen werden
Die Stadtwerkstatt befasste sich im März 2019 mit einer Klimastudie für das sogenannte Rathausforum und den Sport- und Freizeitmöglichkeiten auf der riesigen Leerfläche. Gleichzeitig sind in den Medien Vorschläge der Stiftung Zukunft für die Berliner Mitte vorgestellt worden. Anlass für die Arbeitsgemeinschaft der historischen Bürgervereine Berlin, eigene Vorschläge im Sinne der Leipzig Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt 2007 zu unterbreiten.