Gibt der Rücktritt von Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, die Möglichkeit für eine neue Stadtentwicklungspolitik?

Berlin, 13.08.2020

Nach erstem, spontanem Jubel kommt der interessierte Bürger wieder in Realität an.
Frau Lompscher hinterlässt eine lange Liste von ungelösten Problemen.
Seit Jahren kommen viele Menschen in die Stadt, um hier zu studieren oder zu arbeiten. Die Wohnungsnot in Berlin wurde immer größer, mit der wachsenden Nachfrage stiegen erwartungsgemäß auch die Mieten. Doch statt das „Bauen, bauen, bauen" zu verfolgen, vertrat Lompscher - im Sinne ihrer Partei - die Meinung, dass Berlin doch groß genug und zu voll sei. Neubauziele wurden ausgerufen, aber in den vergangenen Jahren nicht erreicht.
Gegen steigende Mieten fiel der Senatorin und ihrer Partei der Kampf gegen die „bösen“ Wohnungskonzerne, eine Unterstützung der Initiative für Enteignungen und ein Mietendeckelgesetz ein.

Der Traum vom grünen Boulevard Leipziger Straße

Berlin, den 3. März 2020

Der vom Senat vorgelegte Umbauplan der Leipziger Straße verspricht eine grüne Idylle ohne Lärm- und Abgasbelastungen.
Zukünftig fährt der motorisierte Individualverkehr, vom Leipziger Platz kommend, über eine einspurige Fahrbahn mit einer von der Senatorin gewünschten Ampelschaltung in wohldosierter Menge als Pulk hinter dem Straßenbahnwaggon in die Straße mit erhaltenswerten und ergänzenden Grünbändern und einer Repräsentation des sozialistischen Städtebaus.
Wahrlich eine freudige Nachricht!
Im demokratischen Bezirk Mitte soll eine Verkehrsrevolution stattfinden.

Unerfüllbarer Traum vom Flussbad im Spreekanal

Berlin, den 22. Januar 2020 - Gemeinsame Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Bürgervereine Berlin Nr. 9
Berliner Historische Mitte e. V. - Bürgerforum Berlin e. V. - Bürgerverein Luisenstadt e.V. - Stadtbild Deutschland e. V. - Gesellschaft Historisches Berlin e. V.

Wir träumen von einer sauberen Spree und vom Baden im Fluss - aber nicht von der Zerstörung der südlichen Spreeinsel und aller Ufermauern des Spreekanals für das Baden in einem kurzen Abschnitt des pechschwarzen Kanals an wenigen Tagen im Jahr. Eintrittspreis für das Land Berlin: Hundert Millionen Euro.

Spielplatz für den Zeitgeist?

Berlin, 14.07.2019 - Gemeinsame Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Bürgervereine Berlin

Zum Symbolismus in der Gestaltung der Berliner Mitte

Alle wollen natürlich nur ihr Bestes, die besten städtebaulichen Lösungen für die Berliner Mitte. Aber was ist die Motivation hinter den in den letzten Jahrzehnten propagierten Gestaltungen?

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Schloß als Symbol des Feudalismus und des Obrigkeitsstaates beseitigt, einige hundert Altbauten der Altstadt, die den Krieg überstanden hatten, mussten als Symbole der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft dem Symbol des Technischen Fortschritts schlechthin, dem Fernsehturm, und seinem großzügigen Umfeld weichen. Die Ruine der Franziskaner Klosterkirche, das kunsthistorisch wertvollste Baudenkmal unserer Stadt, bröckelt als Symbol für den Bombenkrieg vor sich hin. Die erste der genannten historischen Fehlentscheidungen wurde in den letzten Jahren korrigiert. Wie steht es um die Stadtgestaltung unserer Zeit? Konnte sie sich vom politischen Symbolismus lösen?

Vom Rand in die Mitte - Fischerinsel soll urbaner und lebendiger werden

Berlin, 18.06.2019 - Gemeinsame Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Historischen Bürgervereine Berlin

Die Fischerinsel in Berlin-Mitte kennen viele - allerdings nicht unbedingt als Ort, den man mit einem Stadtzentrum in Verbindung bringt. Bekannt ist sie dagegen als Wohngebiet, dessen markante Punkthochhäuser aus den 60er Jahren man über die autobahnähnliche Gertraudenstraße streift. Kein Vergleich mehr mit dem urigen und quirligen Fischerkiez mit seiner kleinteiligen Bebauung, der hier bis in die 1960er Jahre die Struktur aus der Gründungszeit Berlin/Köllns zeigte, Altstadtflair verbreitete. Dieser Charakter ist durch Kriegszerstörungen, vor allem aber durch die Flächenabrisse der 1960er Jahre komplett unkenntlich geworden.