Evangelisch-Lutherische Kirche stellte Lutherdenkmal in eine Grube

Berlin, den 28. Juni 2016

Nach dem die NS-Diktatur die Assistenzfiguren am Sockel demontiert und vernichtet hatten, entfernte die DDR-Diktatur den Sockel und stellte den großen, mutigen Reformator Martin Luther in den Garten eines Klosters in Weißensee. Anlässlich des Reformationsjubiläums im Jahr 2017 sollte das Lutherdenkmal an seinem historischen Ort wieder aufgestellt werden. Doch den Kirchenfunktionären von heute fehlt der Mut, Luther wieder auf einen Sockel zu stellen. Die Mahnung der Kunsthistoriker, das Kunstwerk ernst zu nehmen, wird negiert. Im Ausschreibungstext des nunmehr ausgelobten Wettbewerbes fordern die Theologen des Kirchenstadtkreises, Luther nicht mehr heraus zu heben. Aus künstlerischer Sicht ist eine Höhenaufstellung der Lutherstatue unabdingbar. Der Bürgerwille von vor hundert Jahren wird ignoriert. Die Bürger von heute werden gezwungen, auf Luther hinab zu blicken.

Abgeordnetenhaus stimmt den 10 so genannten „Bürgerleitlinien“ - Ergebnis der vom Senat gelenkten Stadtdebatte - zu

Berlin, den 21.06.2016

Die sozialistische Stadtumgestaltung der Historischen Mitte Berlins - eine von der DDR-Regierung radikale, ideologisch motivierte Maßnahme - soll auch in Zukunft erhalten bleiben und nur ‚aufgehübscht’ werden. Die in der Bürgerschaft bereits in den 1970er-Jahren zunehmende Wertschätzung der Urbanität der Innenstadtquartiere mit identitätsstiftender Wirkung der historischen Bauten blieb unberücksichtigt.

Die grundlegenden, zukunftsweisenden Entscheidungen zum Wiederaufbau des Schlosses und der Bauakademie werden immer noch ignoriert. Auch die Botschaft aus anderen deutschen Großstädten wird nicht gehört.

Bürgerleitlinien zur Zukunft der Historischen Mitte im Senat vorgestellt

Am 22. März 2016 stellte Stadtentwicklungssenator Geisel seinen Kollegen in einer Senatssitzung die Bürgerleitlinien zur Zukunft des Raumes zwischen Fernsehturm und Spree mit den Anmerkungen vor, dass diese Leitlinien eine gute Grundlage für eine weiter vertiefende Untersuchung seien und als Vorbereitung für die Diskussion mit einer internationalen Fachöffentlichkeit dienen sollen. Die Leitlinien seien auf der Grundlage eines ergebnisoffenen Dialogs mit allen Teilen der Stadtgesellschaft mit über 10.000 Teilnehmern über das ganze Jahr 2015 hinweg erarbeitet worden. In diesen Leitlinien hätten sich nunmehr die Bürger klar für einen öffentlichen, grundsätzlich nichtkommerziellen Raum ausgesprochen und eine Privatisierung von vornherein ausgeschlossen. Die Bürgerleitlinien seien das Ergebnis eines beispielhaften Beteiligungsprozesses.

Die Berliner Mitte neu gestalten

Pressemitteilung - Berlin, 03.02.2016

Auf einer Pressekonferenz am 18. Januar 2016 stellte Senator Geisel die Schwerpunkte seiner Arbeit für die Stadtentwicklung in 2016 vor (Siehe Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt vom 18.01.16).  Breiten Raum nahmen seine Erklärungen der Vorhaben in der Berliner Mitte ein. Seine Ankündigungen waren jedoch enttäuschend.
Erst im Jahr 2022 soll mit den Arbeiten im Bereich des Molkenmarktes begonnen werden. Über die von ihm genannten Gründe staunt der Bürger sehr! Nach Herrn Geisels Schilderungen sind die Bauarbeiten an der U-Bahnlinie 5 den Straßenbauarbeiten  am Molkenmarkt sehr im Wege.
Die Gesellschaft Historisches Berlin e.V. empfiehlt dem Senator dringend, die Historische Mitte Berlins einmal zu Fuß zu durchwandern. Dabei würde er unschwer feststellen, dass die U-Bahnlinie 5 die Rathausstraße tangiert aber bei weitem nicht den Molkenmarkt. Die Bauarbeiten an dieser U-Bahnlinie behindern die Planung für die Historische Mitte einschließlich Alexanderplatz in Angriff zu nehmen nicht. Die offenen Baugruben der U-Bahn Baustelle werden spätestens in 2 Jahren geschlossen sein.

„Alte Mitte - Neue Liebe“ - ohne offene Diskussion beendet!

Stadtdebatte Berliner Mitte 2015

Pressemitteilung - Berlin, 1.12.2015

Das Bürgerbeteiligungsverfahren bzw. die Stadtdebatte zur Gestaltung zur Historischen Mitte Berlins wurde am 28. November 2015 mit einer Schlussveranstaltung zu Ende geführt.
Das beauftragte Büro Zebralog und die Moderation stellten die vorformulierten Leitlinien vor. Eine offene Diskussion über den Inhalt sowie über das bisherige Verfahren wurde schon nach zwei Wortbeiträgen unterbunden. Die Teilnehmer wurden von der Veranstaltungsleitung in Gruppen je Bürgerleitlinie eingeteilt. Auf Drängen der Teilnehmer durfte sich eine zusätzliche, nicht eingeplante Gruppe „Thesendiskussion“ bilden. In dieser größten Gruppe wurden die Thesen „Teilbebauung auf historischem Grundriss oder Nicht-Bebauung“ sowie der Verfahrensverlauf sehr kontrovers diskutiert. Die Vertreterinnen aus dem Abgeordnetenhaus, Frau  Lompscher und  Frau Bluhm, versuchten durch ausschweifende Rede-Beiträge die Diskussion zu beherrschen. Von den Befürwortern einer Teilbebauung wurde sehr nachdrücklich von dem Büro Zebralog verlangt, dass die These „Teilbebauung auf historischem Grundriss“ unmittelbar im Anschluss an die 10 Leitlinien im Abschlusspapier aufgeführt werde. Dies wurde den Teilnehmern auch zugestanden.