Morgenpost Leserbriefe zum Artikel vom 22. September 2023

Ohne Gefühl für Ensembleschutz wird immer wieder über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden. Wer glaubte, dass eine moderne Wippe, vor einen Schlosswiederaufbau gestellt und dafür der Platz der ehemaligen Kolonnaden verschwendet, vollkommen deplatziert sein würde, wurde von den Entscheidern nicht enttäuscht.

Ein einigermaßen nach den vorhandenen Möglichkeiten geschlossenes Stadtbild wird und wurde so nicht erzeugt. Hier ist die Möglichkeit vertan, die Wippe im Raum des Fernsehturms zu platzieren und den Neptunbrunnen sowie die Kolonnaden an das Schlossensemble heranzustellen. All das hätte sicher zu einem besseren und logischeren Stadtbild geführt.

Gerhard M. Schultze, per E-Mail

Als alter Berliner, in der Fremde lebend, habe ich mich sehr darüber gefreut, dass das Stadtschloss weitgehend historisch wiederaufgebaut wurde, so wie das auch in anderen Städten der Welt geschehen ist. Zur Vervollständigung gehört nun aber doch auch die Rückkehr des Schlossbrunnens, der Rossebändiger und der Oranier- fürsten. Bei einem meiner vielen Besuche in der Heimat war ich entsetzt, dass das Umfeld des Schlosses eine einzige triste Steinwüste ist. Ein Lichtblick ist nur der schöne U-Bahnhof. Warum können Senatsbaudirektorinnen in Berlin Entscheidungen zum Umfeld des Schlosses derart selbstherrlich und eigenmächtig treffen? Hatten und haben diese Damen denn keinen Sinn für historische Ästhetik?

Horst Beckmann, Wiesbaden

Natürlich sollte der Brunnen wieder an seinen Standort, wenn das möglich ist. Genau wie die Rosse aus dem Kleistpark. Die Standorte sind vom Künstler so vorgesehen worden und haben sicher Einfluss auf die Wirkung des Kunstwerks. Vanessa Abend, via Instagram seinen Standort, wenn das möglich ist. Genau wie die Rosse aus dem Kleistpark. Die Standorte sind vom Künstler so vorgesehen worden und haben sicher Einfluss auf die Wirkung des Kunstwerks.     
Vanessa Abend, via Instagram

Leider lässt Frau Kahlfeldt die nötige Sensibilität für den historischen Kontext vermissen. Im Zuge der logischen Wiederherstellung des Schloss-Ensembles gehört der Neptunbrunnen wieder an den angestammten Platz. Vor dem Roten Rathaus gab es vor 1969 nie einen Brunnen, zumal einige Meter weiter am Fuße des Fernsehturms bereits große Wasserkaskaden bestehen.
F. Rebel, via Instagram

Der Neptunbrunnen gehört vor das Schloss - und da passt nichts Modernes. Der Platz vor dem Roten Rathaus kann einen modernen Brunnen kriegen.
Alexander Feller, via Facebook

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