Wo Marx und Engels auf eine Baustelle blicken - Auf dem Areal zwischen Fernsehturm und Spree wird noch bis 2027 gebaut. Inzwischen ist aber immerhin die künftige Gestaltung erkennbar.
Morgenpost vom 27.04.2026
Mitte Das Marx-Engels-Forum in Berlin-Mitte bleibt noch mehr als eineinhalb Jahre eine Baustelle. Die überlebensgroßen Bronzefiguren von Karl Marx und Friedrich Engels, die dort seit 1986 in Richtung Fernsehturm blicken, sind bis zum Abschluss der Baumaßnahmen voraussichtlich Ende 2027 nicht öffentlich zugänglich. Das teilte die Senatsverwaltung für Mobilität und Umwelt auf dpa-Anfrage mit. Die Figuren waren 2010 für den Weiterbau der U-Bahnlinie U5 versetzt worden und kehrten erst 2022 zurück.
Aktuell ist der Platz von einem Bauzaun umgeben. „Betreten der Baustelle verboten!“, heißt es auf Warnschildern. Ein Bagger fährt über das Gelände, riesige Sandhaufen sind dort aufgeschüttet worden. Ein Stück weiter werden Dutzende von Steinplatten gelagert. Marx und Engels sind mittendrin nur von Weitem zu sehen. Der 7,2 Hektar große Freiraum zwischen Fernsehturm, Marienkirche, Rotem Rathaus und Spree im historischen Gründungskern Berlins soll zu einem neuen Rathaus- und Marx-Engels-Forum umgestaltet werden.
Marx-Engels-Forum war im vergangenen Juni. Verkehrs- und Umweltsenatorin Ute Bonde (CDU) gab damals das Ziel aus: „Wir möchten, dass das Marx-Engels-Forum zu einem Lieblingsort der Berlinerinnen und Berliner wird.“ Bisher geht es mit den Arbeiten nach Angaben der Umweltverwaltung planmäßig voran. Zunächst soll am Spreeufer im Rücken von Marx und Engels ein barrierefreier Aufenthaltsort mit Blick auf das Humboldt Forum und den Berliner Dom entstehen. Auf den Stufen der Treppe ist Sitzen ausdrücklich erwünscht. Bäume sollen künftig Schatten spenden. Auch ein Wasserspiel ist vorgesehen.
Die Erdarbeiten zur Vorbereitung des Geländes für die Treppen- und Rampenanlage sind fertig. Parallel dazu wurde die Fläche im historischen Gründungskern Berlins mit unterirdischen historischen Keller- und Grundmauern archäologisch dokumentiert. Die Kellermauern wurden dafür freigelegt und anschließend abgetragen. Im Sommer ist außerdem der Start der Bauarbeiten für einen neuen, rund 2.300 Quadratmeter großen Spielbereich an der Rathausstraße geplant. Die Arbeiten an den neuen Wegen im übrigen Bereich des Marx-Engels-Forums beginnen der Umweltverwaltung zufolge im Herbst.
Vorgesehen ist auch eine rund 650 Quadratmeter große Fläche, auf der Regenwasser versickern oder verdunsten kann und nicht mehr in der Kanalisation landet. Im zweiten Bauabschnitt soll auch das Rathausforum umgestaltet werden und eine neugestaltete Fläche zwischen Fernsehturm, Marienkirche, Rotem Rathaus und Spree entstehen. Insgesamt sind für die Neugestaltung der beiden Bereiche Investitionen von rund 34 Millionen Euro vorgesehen.
