Acht Neubauten will die städtische Wohnungsbaugesellschaft noch in diesem Jahr umsetzen. Bis 2034 sollen 10.000 neue Wohnungen entstehen. Am Mittwoch war Spatenstich für ein Projekt in Friedrichshain.
Tagesspiegel vom 29.04.2026 von Robert Klages
Bereits rund 85.000 Berliner Mieterinnen und Mieter leben in rund 35.000 Wohnungen der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte mbH. Das städtische Unternehmen agiert größtenteils im Ostteil der Stadt: Friedrichshain, Treptow, Lichtenberg, Mitte. Hinzu kommen 314.000 Quadratmeter Gewerbefläche.
Bis zum Jahr 2034 sollen weitere 10.000 Wohnungen hinzukommen. Dazu investiert das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro in Neubau und Sanierungen. Noch in diesem Jahr sollen acht Neubauvorhaben umgesetzt werden. Am Mittwoch war Spatenstich für ein Wohnhochhaus in Friedrichshain.
Auf dem Gelände eines ehemaligen Parkplatzes an der Mollstraße 22 entstehen 84 Wohnungen. Elf Stockwerke mit einer Höhe von 34 Metern. 50 Prozent der Wohnungen sollen öffentlich gefördert sein. Das ist mehr als das Berliner Modell vorschreibt. Demnach ist eine Quote von 30 Prozent Sozialwohnungen bei Neubauprojekten vorgesehen.
Das Wohnungsangebot an der Mollstraße wird Ein- und Zweizimmerwohnungen mit Wohnflächen zwischen 36 und 71 Quadratmetern umfassen. Jede Wohnung soll über einen Balkon verfügen, die Erdgeschosswohnungen bekommen eine Terrasse. Die Einstiegsmieten werden bei sieben Euro pro Quadratmeter liegen. Die Fertigstellung ist für Dezember 2027 geplant. In der Tiefgarage soll es 30 Parkplätze geben.
„Mit dem heutigen Startschuss setzen wir nicht nur ein einzelnes Bauvorhaben um, sondern legen den Grundstein für eine ganze Reihe weiterer Projekte unserer Wachstumsstrategie“, sagte WBM-Geschäftsführer Lars Dormeyer. Man wolle das Prinzip leben: „Nicht reden, sondern bauen.“
Christian Gaebler (SPD), Senator für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, sagte beim Spatenstich am Mittwoch: „Das Engagement der WBM ist ein wichtiger Schritt zur Bewältigung der Wohnungsnot in unserer Stadt.“ Es gehe darum, innerstädtische, versiegelte Flächen für sozial gerechten Wohnraum zu nutzen.
Zwischen den bestehenden Plattenbauten, besonders im Friedrichshainer Nordkiez, finden sich noch einige Flächen, die zur möglichen Nachverdichtung infrage kommen, weil sie der Stadt gehören. Viele Anwohnende fürchten jedoch um ihren Platz, ihre Grünflächen und Hinterhöfe. Allein 650 Wohnungen sollen auf dem Areal des ehemaligen Sport- und Erholungszentrums (SEZ) der DDR am Volkspark Friedrichshain entstehen – viele Anwohnende sind auch hier dagegen.
In einem der Wohnhäuser der WBM, in direkter Umgebung des neuen Projekts in der Mollstraße, sind die Bewohner:innen unzufrieden. In dem Gebäude am Platz der Vereinten Nationen 22 ist seit Januar der Fahrstuhl defekt – erst im August soll er wieder fahren.
Die WBM will nachbessern und bis 2032 rund 27 Millionen Euro in die Modernisierung von rund 200 Aufzugsanlagen investieren. „Damit wird etwa jeder fünfte Aufzug im Bestand schrittweise erneuert und technisch auf den neuesten Stand gebracht, um die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit nachhaltig zu erhöhen“, sagte ein Sprecher.
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