Neues Quartier in Spandau wird zum zweiten Mal als Zukunftsort ausgezeichnet. Was hinter dem Titel steckt
Morgenpost vom 01.07.2026 von Florentine Lippmann

Spandau Am Montag hat Siemens Richtfest für die ersten beiden Neubauten von Siemensstadt Square gefeiert, knapp zwei Jahre nach der Grundsteinlegung. Am selben Vormittag startete auch der Bau der Siemensbahn, die bis 2029 fertiggestellt werden soll.

Auf dem Siemens-Gelände entstehen ein Atriumgebäude und ein Hochhaus, die künftig den Eingang zum neuen Innovationscampus bilden. Ein überarbeiteter Plan bringt zudem rund 3750 Wohnungen in das Quartier – mehr als 1000 als ursprünglich geplant.

Gegenüber dem alten S-Bahnhof Siemensstadt wachsen das Atriumgebäude und das Hochhaus aus dem Boden – künftig der Eingang zum gesamten Quartier. Im Atriumgebäude wird auch das Büro von Cedrik Neike liegen. „Es wird ein Kiez sein“, sagt er, „da lebt man, dort arbeitet man, dort lernt man, da begegnet man sich

Im Atriumgebäude, dessen Fertigstellung für Anfang 2027 geplant ist, soll künftig der Berliner Firmensitz der Siemens AG Platz finden. Im Hochhaus, das Anfang 2028 fertig werden soll, kommen Teams von Digital Industries, Smart Infrastructure und Siemens Mobility zusammen.

Die Dachterrasse des Hochhauses soll öffentlich zugänglich sein. Das Gebäude öffnet sich auch für Partner, Universitäten und Start-ups.

Kai Wegner, Regierender Bürgermeister von Berlin, sagt dazu: „Mit Siemensstadt Square beginnt ein neues Kapitel von Siemens in Berlin. Hier entsteht ein innovativer Zukunftsort, der Wohnen, Arbeiten und industrielle Stärke verbindet.“

Wo künftig so viele Menschen leben und arbeiten sollen, braucht es auch die passende Infrastruktur, vor allem Schulen für die Kinder, die hier aufwachsen werden. Ein erster Schritt dafür ist schon vereinbart: Am 1. Juli 2026 übergibt Siemens das Grundstück für eine neue Grundschule an das Land Berlin und den Bezirk Spandau.

Zum Stand der Bauarbeiten am Siemensstadt Square sagt Veronika Bienert, CFO der Siemens AG: „Die ersten Neubauten sind im Rohbau termingerecht abgeschlossen und werden im vorgesehenen Zeit- und Investitionsrahmen realisiert.“ Geplant wird dabei vollständig digital, auf Basis von Building Information Modeling (BIM); digitale Zwillinge sollen für präzisere Planung und effizientere Bauprozesse sorgen.

Beim Richtfest wurde Siemensstadt Square als „Zukunftsort“ ausgezeichnet – eine Auszeichnung, die das Land Berlin gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium vergibt. Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe (SPD), ordnete den Standort in Berlins Ambitionen ein: „Die Stadt will, neben London und Paris, zum führenden Innovationsstandort in Europa werden.“

Zum Abschluss der Veranstaltung sprach ein Polier von der Firma Hochtief den traditionellen Richtspruch: „Nun ist der Rohbau fast vollbracht, durch vieler Hände Kraft und Macht.“ Anschließend wurde der Richtkranz am neuen Hochhaus knapp 60 Meter in die Höhe gezogen – geschmückt mit Tannengrün und blau-weißen Bändern.

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