Tagesspiegel - 22. März 2012, von Ball

Archäologisches Zentrum kommt an Petriplatz

Die Weichen für den Bau des Archäologischen Zentrums am Petriplatz sind gestellt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat am Mittwoch den Antrag von Rot-Schwarz zur Bereitstellung von Mitteln für die Errichtung des Archäologischen Zentrums ohne Gegenstimmen angenommen. Zuvor hatten die Grünen einen ähnlich lautenden Antrag gestellt. Die rund 120 000 Euro, die in diesem Jahr für die Planung des Zentrums vorgesehen sind, sollen von den Zuschüssen zur Modernisierung und Instandhaltung von Wohnungen abgezweigt werden. Die Grünen hatten vorgeschlagen, die Mittel aus dem Etat zur Vorbereitung der Internationalen Bauausstellung loszueisen.

Damit ist die Hängepartie um das Archäologische Zentrum vorerst beendet. Das Zentrum war im Koalitionsvertrag aufgenommen, das dazu nötige Geld aber nicht in den Haushaltsentwurf eingestellt worden. Grünen-Stadtentwicklungsexpertin Antje Kapek hatte Rot-Schwarz vorgeworfen, „Wahlversprechen zu brechen". Für Stefan Evers von der CDU ist der Startschuss für das Projekt nun gegeben. ball

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Mit den Ausgrabungen kam die Erinnerung an die Geschichte des Petriplatzes zurück, an den Marktplatz des mittelalterlichen Cölln, die Keimzelle Berlins. War er 1212 das Zentrum der Stadt? Was bedeutete er weit eher? Noch ist er eine Brachfläche, durch den Verkehr der Gertraudenstraße isoliert. Die Stadtplaner haben feste Vorstellungen: Ein archäologisches Zentrum soll über den Grundmauern der ausgegrabenen Lateinschule entstehen, die evangelische Petri-Marien-Gemeinde will ein Gotteshaus für Christen, Juden und Muslime bauen.

Das frühere Warenhaus Hertzog wird saniert, die Ratswaage rekonstruiert. „Dann bleibt dort nur noch ganz wenig Fläche übrig", sagt Hartmut Solmsdorf vom Büro Urbane Projekte, der sich für unsere Serie mit einer Alternativplanung für den Petriplatz beschäftigt. Er will den Freiraum dort bewahren. Eine begehbare Lärmschutzmauer könnte er sich vorstellen, um den tosenden Verkehr auszusperren, und in der Mitte einen sakralen Ort.

Solmsdorf ist ein Verfechter der geomantischen Stadtplanung. „Man muss versuchen, Gefühl, Mensch und Natur gerecht zu werden", sagt er. „Wir brauchen Orte, an denen man die Geschichte spüren kann." Und die müsse man nicht zubauen. „Das erfordert natürlich ein komplettes Umdenken."

Tagesspiegel-Leser sind neugierig auf die Entwicklung des Platzes. Online schreibt „Fortschritt63" zum Beispiel: „Die letzte Kirche im Zweiten Weltkrieg teilzerstört und 1960 gesprengt, war lange vergessen, die Erinnerung an St. Petrus im sozialistischen Stadtzentrum mit einem Parkplatz ,verdunkelt'. Ein Zurück in den Dornröschenschlaf darf es dort nicht mehr geben. Das geplante archäologische Zentrum, vielleicht in einem geweihten Gebäude, wäre eine Möglichkeit mehr zur Bereicherung der historischen Mitte . . ."

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