Mehr Friedrich Nicolai wagen - wie kann die Berliner Mitte wieder lebendiger und menschenfreundlicher werden?"
Wann: Mittwoch, den 18. März 2026 um 18 Uhr
(Achtung, im aktuellen Newsletter wurde fälschlicherweise zum 28. März eingeladen)
Ort: Nikolaihaus (Erdgeschoss), Brüderstraße 13, 10178 Berlin
Rückblick von Wolfram Giese: „Parteiübergreifende Einigkeit: Berliner Mitte muss schöner und einladender werden - Projekte des Bundes voranbringen. Bundestagsabgeordnete diskutieren beim 15. Historischen Salon der GHB.
Mehr Aufenthaltsqualität, schönere Stadträume z.B. am Roten Rathaus, eine Berliner Mitte für alle Berliner schaffen. Dabei darf es sich auch gerne um Rekonstruktionen handeln. Viel Einigkeit herrschte schon zu Beginn zwischen den drei Berliner Bundestagsabgeordneten Hanna Steinmüller (Bündnis 90/Grüne), Lukas Krieger (CDU) und Ruppert Stüwe (SPD) beim 15. Historischen Salon der Gesellschaft Historisches Berlin, diesmal veranstaltet in Kooperation mit dem Freundeskreis Nikolaihaus.
Die Einigkeit setzte sich im großen und ganzen fort, als es um die aktuellen Projekte des Bundes in der Berliner Mitte ging. Der zwischen dem Bund und dem Land Berlin geschlossene Kompromiss zur Wiederrichtung von Schinkels Bauakademie - außen mit historischer Fassade, innen modern - wird begrüßt. 2027 soll der Architekturwettbewerb starten. Wann das gesamte Projekt letztlich vollendet wird, hängt nicht nur von der getrennt vorzunehmenden Planung von Innen- und Außenbereich, sondern vor allem von den zur Verfügung stehenden Mitteln des Bundeshaushalts ab, wo es noch erhebliche Lücken gibt.
Augen zu und durch lautet für die drei Berliner Bundestagsabgeordneten das Motto beim wegen Insolvenz des Bauträgers unvollendeten Freiheits- und Einheitsdenkmal. Man könne jetzt nicht mehr zurück, auch wenn die zeitliche Perspektive weiter unklar bleibe. Kein Zurück auch für die kaiserlichen Mosaiken, die früher am Ort des Denkmals zu finden waren. Ausgestellt werden sollten sie aber durchaus, z.B. im benachbarten Humboldtforum.
Stichwort Humboldtforum/ Stadtschloss: Hier gingen die Meinungen dann doch einmal auseinander. Wenn eine private Initiative wie hier der Schlossbauförderverein Geld für die Wiedererrichtung des Gigantentreppenhauses sammele, warum solle man dies nicht politisch unterstützen, so Hanna Steinmüller und Lukas Krieger. Andere Prioritäten hingegen setzen möchte Ruppert Stüwe.
Stüwe, der übrigens seinerseits im Verwaltungsbeirat der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) sitzt, die für die Bebauung der Brachflächen im rückwärtigen Bereich der Breiten Straße zuständig ist. Wann es hier aber weitergeht? Zeithorizont - mal wieder - unklar.
Um den eigenen Arbeitsplatz der Abgeordneten ging es dann zum Ende der Podiumsdiskussion. Kann man mit der städtebaulichen Qualität der neueren Bundes(tags)bauten zufrieden sein? Nein, kann man nicht, so die einhellige Antwort. Mehr Nachhaltigkeit, mehr Individualität, mehr Qualität wären wünschenswert, so wie einstmals beim Paul-Löbe-Haus umgesetzt.
