Pressestimmen
Neuer Sinn für die Stadtmitte Berlins
Mit dem bisherigen Konzept zur Internationalen Bauausstellung 2020 blamiert sich Berlin. Auch deshalb spricht viel für die Idee von SPD-Landeschef Jan Stöß.
Der Tagesspiegel vom 02.05.2013 von Harald Bodenschatz
Mit der IBA 2020 hat Berlin bislang trotz mehrjähriger Suche und kostspieliger Vorbereitungen keine Lorbeeren ernten können: Das IBA-Konzept ist diffus, es gibt keine griffigen Botschaften, keine verständlichen Orte, keine überzeugenden Leitprojekte. Kaum jemand außerhalb der Fachwelt versteht, was für eine IBA der Senat überhaupt will. In dieser verfahrenen Situation hat Jan Stöß einen neuen Vorschlag in den Ring geworfen: eine IBA Stadtmitte. Die Reaktionen waren, wie erwartet, widersprüchlich: Für eine solche IBA bestehe kein Handlungsbedarf, das haben wir alles im Griff, das ist doch alles nur eine nostalgische Idee von grauköpfigen Herren, dafür ist die Zeit noch nicht reif.
Schöner wohnen am Roten Rathaus Vorstoß aus der SPD
Die Gegend rund um das Rote Rathaus soll wieder attraktiver werden
Der Tagesspiegel vom 20.04.2013 von Ralf Schönball
Die SPD will die Brachen im historischen Zentrum Berlins um das Rote Rathaus bebauen und dazu eine Internationale Bauausstellung (IBA) ausrufen. Etwa 4000 Wohnungen könnten dort entstehen. Dies sagte Landesparteichef Jan Stöß dem Tagesspiegel. Zurzeit sei die Innenstadt am Fuße des Fernsehturms „eine Brache ohne Aufenthaltsqualität". Es gebe keine Pläne, wie das historische Zentrum entwickelt werden könnte. Deshalb entstehe „mittelmäßige Investorenarchitektur" nach dem Zufallsprinzip der gerade frei werdenden Grundstücke. Dem will die SPD nun ein Riegel vorschieben: durch die Wiederherstellung von Straßen und Plätzen aus der Vorkriegszeit und den Bau neuer Wohnhäuser in den so rekonstruierten Blöcken mit „anspruchsvoller Architektur, die Berlin zu oft vorenthalten wurde".
Die Hüterin der Brachen
Stadtplanung in Berlin - Die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hat keine Vision für die Zukunft der Stadt. Lieber will sie die architektonische Hinterlassenschaft der DDR konservieren.Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 19.04.2013 von Adnreas Kilb
Vor zehn Tagen durfte die Berliner Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auf dem leeren Flugfeld des einstigen Stadtflughafens Tempelhof ein Gingkobäumchen pflanzen. Der Gingko ist der sichtbare Ausdruck des „Leadership Awards der Immobilienwirtschaft", den Lüscher bereits im November vom Urban Land Institute, dem „führenden multidisziplinären Immobilienforum" (so die Selbstauskunft), für „zukunftsorientierte Stadtplanung und -entwicklung" empfangen hat. Und er ist mit seinen gespaltenen Blättern ein passendes Symbol für die Probleme, mit denen die Berliner Baupolitik unter der Ägide Lüschers zu kämpfen hat.
Das Pferde-Duo des Zaren
Nahaufnahme: Die "Rossebändiger", ein russisches Präsent fürs preußische Königshaus, kehren zurück in die Mitte Berlins.
Der Spiegel vom 3.3.2008 von Ariane von Dewitz
Verdutzt blinzelt der bärtige, nicht mehr ganz junge Mann in den grauen Himmel. Da schaukelt, direkt über ihm, ein muskulöser Jüngling aus Bronze und zieht am Zügel eines mächtigen Pferdes. Nur einen Moment bleibt der Mann stehen. Mit offenem Mund, sich am Bart kratzend, verfolgt er die Zeitlupenbewegungen des Schwerlastkrans, der die Skulptur mit roten Schlingen vom Lastwagen hebt. Doch dann verliert er wohl die Geduld und zieht weiter, sein wüst und vollbepackter Einkaufswagen scheppert auf dem regennassen Straßenpflaster.
Historische Spuren Cöllns sollen neuem Geschäftshaus weichen
Der Tagesspiegel vom 14. März 2013 von Ralf Schönball
Hier lebten die ersten Berliner, bis zum Zweiten Weltkrieg lag hier das Zentrum Berlins: Am Petriplatz soll ein neues Geschäftshaus entstehen - und die Spuren der historischen Stadt unter gewaltigen Betonmengen begraben.
