Das Projekt Flussbad sollte kritischer hinterfragt werden

Zum Artikel „Millionen für die Freitreppe" vom 30. April in der Berliner Morgenpost

Die ersten 4,3 Millionen Euro Fördergelder, die an den Flussbad e.V. bis 2018 geflossen sind, haben nach anderthalb Jahren Analysetätigkeit auf dem Kahn nicht ausgereicht, Aussagen über das gereinigte Wasser öffentlich zu machen. Vor dem Pokalschwimmen wurden Wasseranalysen nach EU-Baderichtlinien von 2006/07 vorgelegt, die nicht auf das Gefahrenpotenzial hinweisen, das heute durch multiresistente Keime, Viren, Parasiten und so weiter im Wasser existiert.

Leserbrief: Wiederaufbau der Bauakademie nur mit Schinkel!

Leserbrief zum Artikel von Ulf Meyer in der FAZ vom 15.3.17: Berliner Bauakademie. Soll Schinkel am Wettbewerb teilnehmen?

Seit Jahrzehnten freut sich die Bürgerschaft auf den Wiederaufbau der Schinkelschen Bauakademie. Nachdem die Politiker das Bauvorhaben blockierten, entsprachen nun die Haushaltspolitiker des Bundestages dem Bürgerwillen. Nun treten hochrangige Vertreter der Berliner Kulturszene auf den Plan. Schinkel soll in einem Wettbewerb gegen die Moderne antreten!
Es soll herausgefunden werden, wie ein Gebäude auszusehen hätte, das alle Bedingungen, wie die Realisierung eines Bauprogramms mit modernsten Anforderungen des Baugesetzbuches, des Klimaschutzes, der Behindertengerechtigkeit und der gastronomischen Bedürfnisbefriedigung der Nutzer und Besucher erfüllt.

Zurück in die Vergangenheit

Zum Artikel: "Zurück in die Vergangenheit" von Frau Sabine Gundlach vom 29.12.14 - Leserbrief an die Berliner Morgenpost von Dr. Peter Heynert am 12.01.2015

Dass die Berliner Morgenpost diesen Artikel präsentiert ist lobenswert. Es sei allerdings bemerkt, dass der Titel des Artikels eine gewisse Distanz zur Historie erkennen lässt, die aber bei Weitem nicht die Antihaltung erreicht, mit der der Tagesspiegel das Humboldtforum jahrelang begleitete. Der Artikel weckt aber die Assoziation, dass nur die Gesellschaft Historisches Berlin(GHB), also eine Minderheit, sich für eine historische Lösung interessiert. In der Tat handelt es sich jedoch um eine Aufgabe für die gesamte Bürgerschaft.
Die Ablehnung von "Geschichte", die auch bei der Mehrzahl der Medien wohlfeil ist, hat insbesondere auch provinzielle Züge: Sie basiert in diesem Falle auf der schon sehr alten Sucht in Berlin immer das Neueste- angeblich Modernste- haben zu wollen, das Eigene zu vernachlässigen, ja sogar zu verachten, um damit vermeintlich Modernität und Weltoffenheit präsentieren zu können. Im Prinzip handelt es sich dabei aber um eine "Macke", die es in einer offenen Gesellschaft endlich zu überwinden gilt. Denn wo mit dem "Pfund der Vergangenheit" gewuchert werden könnte, sieht man heute in der Regel - bis auf Ausnahmen- vor allem nur Kleinkariertes.

Eine Badeanstalt für naseweise Heißsporne

Berlin: ,,2,6 Millionen für ein Flussbad":
Leserbrief an die Berliner Zeitung von Dr. Peter Goralczyk am 1.12.2014

Den ältesten und völlig intakten Teil der Spreeuferbegrenzung am Lustgarten zwischen Schlossbrücke und Bodestraße für die Anlage einer Flussbadeanstalt zu opfern, wäre ein nicht wiedergutzumachender Frevel am historischen baulichen Erbe Berlins. Die herben Ufermauern bilden seit jeher die Begrenzung des Lustgartens. Sie sind Teil des historischen Berliner Forums mit dem Schloss, dem Dom, dem Alten Museum und der Schlossbrücke.

Schönheit kann ich nicht verordnen

Leserbrief an den Tagesspiegel von Ulrich Battis, Berlin am 10 August 2014

Die Senatsbaudirektorin sagt: "die Berücksichtigung der Kultur ist in den gesetzlichen Vorgaben nicht vorgesehen." Diese Aussage überrascht angesichts der ausdrücklichen Regelung der Baukultur bei den Zielen und Belangen, die beim Erlass von Bebauungsplänen , zu berücksichtigen sind (§ 1 Abs. 5 Satz 2 und § 1 Abs. 6 Mr. 5 Baugesetzbuch). Im auflagenstärksten Kommentar zum Baugesetzbuch heißt es dazu: Baukultur wird dabei nicht nur als ästhetische Angelegenheit bezeichnet, sondern als städtebaulich-gestalterischer Anspruch mit vielen Qualitätsaspekten und dem über die technischen und ökonomischen Belange hinausreichenden Qualitätswillen sowie durch die Bereitschaft zu verstärkter interdisziplinärer Zusammenarbeit und Beteiligung Betroffener.