Pressestimmen
Warum sich in der Verwaltung niemand um Architekturqualität sorgt
Die „Schwarzbauten" am Garbátyplatz, das Hotel Meininger am Hauptbahnhof oder das Shoppingcenter Alexa am Alexanderplatz - Bausünden gibt es viele in der Stadt. Doch woran liegt das eigentlich? Und wer ist Schuld an der Misere?
Tagesspiegel vom 28.05.2013 von Ralf Schönball
Über Geschmack lässt sich nicht streiten – doch wenn es ums Baugeschehen in Berlin geht, dann schreit sofort jeder „hier!", wenn eine Meinung gefragt ist. Einhellig ist diese bei fast allen Beobachtern, wenn es um Pankow geht: Empörung herrscht über die „Schwarzbauten" am Garbátyplatz. Die Erregung ging weit über den Bezirk hinaus, was im Rathaus sogar die Verwaltung alarmierte. Nach einer Vielzahl von Gesprächen zwischen Bezirk und Investor steht nun fest: Die schwarze Fassade wird aufgehellt – durch Aluminiumlamellen oder ein ganz anderes Fassadenmaterial.
Glienicke: Keine Feier im Jagdschloss
Tagesspiegel vom 30.05.2013 von Thomas Loy
Berlin – Das Jagdschloss Glienicke ist zehn Jahre nach einem verheerenden Brand komplett wiederhergestellt. Doch die Bildungsverwaltung als Hausherrin verzichtet auf eine feierliche Wiedereröffnung. Am Mittwoch wurde lediglich auf einer Fachtagung der „erfolgreiche Abschluss der Bauarbeiten" gewürdigt. Nach Angaben eines Sprechers wird das Haus schon seit März wieder voll genutzt. Das 1682 errichtete Schloss ist Fortbildungsstätte des Sozialpädagogischen Instituts Berlin-Brandenburg.
Berliner SPD droht an der Baupolitik zu scheitern
Auf beängstigende Weise geraten die Berliner Sozialdemokraten im Senat und ihr Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit in den Ruch, zu spät zu schnell Versäumtes nachholen zu wollen - besonders in der Baupolitik. Vor allem der zuständige Senator wird immer mehr zum Problem.
Der Tagesspiegel vom 18.05.2013 von von Ralf Schönball
Fast immer rächt es sich, der Realität nicht ins Auge blicken zu wollen. Parteien und Patrone, die allzu lange die Macht umklammern, geraten in diese Lage, wenn sie zu oft zu viel aussitzen – und plötzlich zu spät zu schnell Versäumtes nachholen wollen. Auf beängstigende Weise geraten die Berliner Sozialdemokraten im Senat und ihr Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit in den Ruch, just in diese Falle zu tappen.
Debatte um Bauausstellung spitzt sich zu
IBA 2020 im Stadtzentrum? Der Widerstand gegen die Pläne von Senatsbaudirektorin Regula Lüscher wächst. Das Aus für ihre Pläne, die Internationale Bauausstellung am Stadtrand anzusiedeln, steht wohl bevor. Dass die IBA in ihrer bisherigen Form nicht vermittelbar war, kann allerdings kaum am Geld gelegen haben.
Der Tagesspiegel vom 17.05.2013 von von Ralf Schönball
Die Internationale Bauausstellung hat Strahlkraft. Ob in den 50er oder 80er Jahren, bisher krempelte noch jede IBA die Stadt um, ersann neue Bautypen und Grundrisse und schuf Tausende neuer Wohnungen. Und weil die Not auf dem Wohnungsmarkt zur Zeit der IBA 1987 ähnlich groß war wie heute, stellte sich spektakuläre Architektur in den Dienst der Gemeinschaft und schuf Wohnraum für Haushalte mit geringen Einkünften. Daran will der Senat mit seinen Plänen für eine IBA 2020 anknüpfen. Doch das Millionenprojekt steht vor dem Aus.
Sandkastenspiele in der Draußenstadt
Eine Gruppe angesehener Planer fordert ein Architekturkonzept für Berlins Mitte
Die Welt vom 15.05.2013 von Dankwart Guratzsch
Was wird aus Berlin? Seit mehr als einem halben Jahrzehnt erlebt die deutsche Öffentlichkeit eine Stagnation der Hauptstadtplanung, die den ungeheuren Herausforderungen an eine Metropole des 21. Jahrhunderts nicht angemessen ist. Nun soll – ohne überhaupt zu wissen, mit welchem Ziel und welchem Inhalt – eine neue Internationale Bauausstellung (IBA) "Berlin 2020" alles rausreißen. Schon allein die Vorstellung des Stadtentwicklungssenators Müller und seiner glück(und farb)losen Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, den Schauplatz dafür in die "Draußenstadt" (also an den Stadtrand) zu verlegen, klingt wie ein verspäteter Aprilscherz. Denn noch ist ja nicht einmal die Mitte Berlins wieder aufgebaut. Sie wartet noch immer auf Reparatur, Sanierung und Aufwertung.
