Pressestimmen
Leere Mitte
Berlins Senat bräuchte dringend eine Stadtführung
Die Welt vom 18.02.2015 - von Dankwart Guratzsch
Mitten in Berlin herrscht planlose Leere. Auf dem Platz vor dem Roten Rathaus soll etwas Neues entstehen. Geprüft und befragt wird seit Jahren. Doch der Senat steht noch immer ohne Konzept da.
Von Dankwart Guratzsch
"Die Diskussion um die Zukunft der Berliner Mitte muss geerdet und auf eine breite Basis gestellt werden." Mit diesen verheißungsvollen Worten hatte die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung ins Umspannwerk Alexanderplatz eingeladen, um nach jahrelangen fruchtlosen Debatten endlich "die Grabenkämpfe zu beenden und zu gemeinsamen Lösungen zu kommen." Denn für Berlins Mitte aller Mitten, das Feld vor dem Roten Rathaus, gibt es tausend Ideen und kein Konzept.
Investor will Schinkels Bauakademie wiederaufbauen
Humboldtforum in Berlin - Seit Jahren wird über den Wiederaufbau von Schinkels Bauakademie nur geredet. Doch jetzt könnte das berühmte Gebäude Wirklichkeit werden. Ein Investor ist angeblich gefunden.
Tagesspiegel vom 09.02.2015 - Von Ralf Schönball
Bislang ist die Bauakademie unweit des Schlossneubaus nur eine Attrappe aus Folien und Gerüstkonstruktion.
Noch in diesem Jahr soll sie verkauft werden: Die letzte Baufläche gegenüber vom Schloss im Herzen der Stadt, wo bis zum Krieg Schinkels vormodernes Meisterwerk stand, die Bauakademie. Dies hat Senatsbaudirektorin Regula Lüscher in einem Brief mitgeteilt. Damit beugt sich das Land dem Druck des Bundes, der auf eine zügige Schließung der Lücken rund um den 800-Millionen-Euro teuren Schlossneubau drängt. Allerdings wird das Akademie-Bauland mit anderen Auflagen verkauft als bisher geplant. Kommt jetzt statt einer Rekonstruktion des Meisterwerks mit Architektur-Museum und Akademie ein Lebensmittel-Markt oder Mode-Discounter?
Alte Mitte - Neue Liebe
Berlin diskutiert über die Zukunft der Berliner Mitte
13.02.15, Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Am 18. April 2015 beginnt ein mehrmonatiger öffentlicher Dialog der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, begleitet durch das Kuratorium Berliner Mitte. Unter dem Titel "Alte Mitte - neue Liebe" wird über die Zukunft des Raums zwischen Fernsehturm und Spree, zwischen dem Berliner Rathaus und der Marienkirche diskutiert.
An diesem Ort treffen sehr unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und vielfältige Nutzungsansprüche zusammen. Die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der historischen Mitte liegt vielen Berlinerinnen und Berlinern am Herzen und prägt die öffentliche Auseinandersetzung seit Jahren. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt will mit dem nun beginnenden Prozess auch diejenigen ansprechen, die bisher in der öffentlichen Debatte nicht zu Wort kommen konnten.
Stadtquartiere statt Siedlungsteppiche
Gastkommentar zum Städtebau
Neue Züricher Zeitung vom 28.01.2015 von Marc Jordi, Architekt
Soll der Boden effizient genutzt werden und soll bauliche Dichte auf eine menschenfreundliche Weise realisiert werden, müssen wir uns von ländlichen Siedlungsformen lösen.
Im schweizerischen Mittelland wird über Dichtestress geklagt, auch wenn man im internationalen Vergleich noch nicht von einem wirklich dichten Ballungsraum sprechen kann. Im Ländervergleich ist die Schweiz sogar weniger dicht besiedelt als Deutschland.
Nur ist der nüchterne Vergleich das eine, und die Wahrnehmung der Bevölkerung, die überfüllte Züge und Strassen im Mittelland beklagt, ist das andere. So heisst die Lösung: weg von den Pendlerströmen hin zu Wohnen, Arbeiten und Freizeit an einem Ort – dem Stadtquartier.
Schaffen Hochhausprojekte die erwünschte Urbanität?
Neu oder "historisch" - welches Gesicht soll Berlins Mitte bekommen?
Wie soll Berlins historische Mitte aussehen – das so genannte "Rathausforum", die jetzige Freifläche zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche? Berlins Bausenator Geisel hat in dieser Woche angekündigt, dass alle interessierten Bürger in einem öffentlichen Dialogverfahren ihre Ideen einbringen könnten.
rbb, Kulturradio vom 22.01.2015 - 12:05 - 14:30 Uhr - Am Mikrofon: Hans Ackermann
Die Gesellschaft Historisches Berlin hat ihre Ideen bereits kundgetan: Sie schlägt eine kleinteilige Wohnbebauung vor – basierend auf historischen Grundrissen. Damit würde die jetzt freistehende Marienkirche eng umbaut werden. Optisch sollten sich die neuen Gebäude an die traditionellen Gründerzeitbauten Berlins anlehen, insgesamt ein historisierendes Konzept.
Das Netzwerk "Urbanophil" will dagegen die Fläche so erhalten, wie sie jetzt ist. Das sei klassische "DDR-Freiraumplanung" der 1960er und 1970er Jahre und als solche erhaltenswert.
