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Pressestimmen

Friedrichstraße „Es ist nicht vorbei, wir kämpfen weiter“

Aktionsbündnis kündigt an, eine Fußgängerzone auf der Einkaufsstraße verhindern zu wollen – und die Autos sollen bleiben
Morgenpost vom 24.11.2022 von Birgit Lotze

Die Straßensperren sind abgebaut, die Friedrichstraße ist wieder eine Autostraße. Das Aktionsbündnis „Rettet die Friedrichstraße “, das die Öffnung für den motorisierten Verkehr vor Gericht erstritten hat, gibt trotzdem keine Ruhe. Die Mitglieder nutzten den ersten Tag für eine Demonstration an der Ecke Französische Straße. Das Bündnis fordert einen reibungslosen Verkehrsfluss auf der Friedrichstraße und ein schlüssiges Konzept für die gesamte Berliner Mitte.

Ein wenig sieht es wie eine kleine Drohung an Bettina Jarasch (Grüne) aus, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz des Landes Berlin . „Es ist nicht vorbei, wir kämpfen weiter“, steht auf dem größten Transparent der Mitglieder des Aktionsbündnisses. Bettina Jarasch hat ein Entwidmungsverfahren eingeleitet mit dem Ziel, die Friedrichstraße bald, möglichst schon im Januar, zur Fußgängerzone umzubauen.

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Baustelle Berlin

Architektur - Warum Grüne und Linke sich gegen Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt stellen
Der Freitag vom 24.11.2022 von Lennart Laberenz

Irgendwo muss man anfangen – warum nicht bei Octavio Paz? Der hat in einem Gedicht notiert: „Stadt / ein Haufen kaputter Worte.“ Seine Aufzählung von Eindrücken ist ein abgesonderter Blick des Surrealismus: Wind blättert in staubigen Ecken durch alte Zeitungen, die Stadt mischt Erinnerungen, Stimmen, Handwerkerpfeifen zu einem Blätterwald aus Tönen. Octavio Paz hat nicht über Stadtentwicklung in Berlin gedichtet, obschon – diese Pointe kommt zugegeben flach daher – Surrealismus da manchmal richtig wäre. Und kaputt gemacht wird gerade auch einiges.

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Streit über Molkenmarkt Senatsbaudirektorin überrascht mit Aussage im Ausschuss

Berliner Zeitung vom 21.11.2022 von Markus Wächter

Nach bisherigem Stand wurde im Werkstattverfahren zum Molkenmarkt kein Sieger gekürt. Hat sich die Jury nun doch zu zwei Gewinnern entschlossen?

Blick auf das Gebiet des Molkenmarkts: Wo jetzt noch eine überbreite Verkehrsschneise verläuft, soll bald ein neues Stadtquartier entstehen.

Der Ausgang des Werkstattverfahrens zur Neugestaltung des Molkenmarkts entzweit die rot-grün-rote Koalition. Grüne und Linke bemängelten am Montag im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses, dass in dem Verfahren kein Sieger gekürt wurde. Im Mittelpunkt der Kritik: Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt.

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Scherbenhaufen Molkenmarkt

Auch beim Runden Tisch Liegenschaftspolitik wird um die historische Mitte gestritten
Neues Deuttschland vom 21.11.2022 von Yannic Walther

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sieht sich an die Leitlinien für den Molkenmarkt gebunden, die unter anderem bezahlbares Wohnen vorsehen. Daran gab es zuletzt einige Zweifel.

Manfred Kühne, Leiter der Abteilung Städtebau in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, hat am Freitagvormittag kein leichtes Spiel. Beim mittlerweile 34. Runden Tisch Liegenschaftspolitik geht es um den Molkenmarkt und das Wettbewerbsverfahren, das auf Betreiben von Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt (parteilos, für SPD) ohne Sieger beendet wurde. Geladene Teilnehmer rollen mit den Augen, im Chat der Onlineübertragung lässt sich einiges an Frust nachlesen. Kühne hält das kürzlich erschienene Buch von Matthias Grünzig über das Areal rund um den Fernsehturm hoch. "Sie haben ein faszinierendes Buch veröffentlicht, man kann es so lesen, dass zu DDR-Zeiten höchste qualitative Maßstäbe umgesetzt werden sollten, das wollen wir auch", sagt Kühne mit Blick auf die Entwicklung des unweit vom Fernsehturm gelegenen Molkenmarkts in Richtung des Autors.

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Auch damals war das Schloss ein Fremdkörper in der Stadt

Michael Bienert, Stadtführer und Berlinologe, entführt in seinem Buch „Das aufgeklärte Berlin “ ins 18. Jahrhundert – und zeigt die radikalen Veränderungen.
Tagesspiegel vom 19.11.2022 von Dorothee Nolte

Früher tobte hier das Leben. Kutschen fuhren vorüber, Handwerker und Händlerinnen eilten hin und her, Soldaten marschierten: Die Brüderstraße im Bezirk Mitte war eine wichtige Verbindung zwischen Petriplatz und Schloss. „Die Dichterin Anna Louisa Karsch, die hier zeitweilig wohnte, beschwerte sich, dass es immer so laut war“, erzählt Stadtführer und Autor Michael Bienert. Hufe klapperten, Wagenräder rumpelten, Hunde bellten und manch lautstarker Streit wurde ausgetragen. Heute dagegen: Stille. Kaum jemand verirrt sich in die Brüderstraße und zu dem Haus Nummer 13, in dem der Verleger Friedrich Nicolai von 1787 bis zu seinem Tod 1811 lebte. Wenn man vor dem noch weitgehend original erhaltenen Gebäude steht und den Blick nach Norden richtet, sieht man zwar die Kuppel des wiedererrichteten Schlosses. Aber das ehemalige DDR-Staatsratsgebäude, die European School of Management and Technology, schiebt sich als wuchtiger Riegel dazwischen. Die Brüderstraße ist dadurch abgeschnitten, ein Stummel, für die meisten Einheimischen und Tourist:innen uninteressant.

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