Streit um Müllers Puppenstube

Rathausplatz
Berliner Kurier vom 19. Januar 2015 von GL

Kalter Wind pfeift durch die Leere: Das Areal zwischen Fernsehturm und Spree, zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche ist kein Ort, an dem man sich gern lange aufhält.

Am 16. Februar wird ein neuer Sturm losbrechen: Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) startet eine stadtweite Debatte, was die Berliner sich an diesem Ort vorstellen.

Das alte Stadtzentrum, heute „Rathausforum“ genanntes Gebiet von 14 Hektar, war bis zu den Bombenangriffen des zweiten Weltkriegs ein eng bebautes Quartier.

Was danach noch stand, ließ die DDR-Stadtplanung abreißen. Mit einem Mal standen Rathaus und Marienkirche frei. Das Straßennetz des alten Berlin ist weg.

Bürgerdialog zu Berlins historischer Stadtmitte

rbb Abendschau vom 18. Januar, Beitrag von Florian Eckardt

150118-abendschauDer historische Stadtkern rund um das Rote Rathaus soll sich entwickeln. Was soll auf dem zentralen und historisch bedeutenden Platz mitten in der Stadt werden? Der Senat hat sich für die Entwicklung eines Masterplanes an dem die Bürger mitbeteiligt sind, ausgesprochen. Der Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft Historisches Berlin e.V. erläutert im Interview den Bebauungsvorschlag der GHB für den Platz zwischen Marienkirche und Berliner Rathaus. Die Abendschau zeigt, welche Konzepte es gibt und wie die Bürgerbeteiligung funktionieren soll. (Beitrag leider nicht mehr online)

 

Berliner Schloss - Im Frühjahr starten wir mit der Fassade

Das Humboldtforum ist der größte und teuerste Kulturneubau in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Schloss-Bauherr Manfred Rettig über den Stand der Arbeiten, Spenden und Probleme.
Berliner Morgenpost vom 05.01.2015 - von Isabell Jürgens

Ein Horror für jeden Bauherren sind Änderungen an der Planung, während das Gebäude bereits im Bau ist. Für Manfred Rettig gilt das in ganz besonderer Weise. Der 62-Jährige ist als Vorstandsmitglied der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum Chef auf der Baustelle für den größten und teuersten Kulturneubau in der Bundesrepublik seit der Wiedervereinigung. Das Prestigeprojekt, für das der Bundestag eine Kostenobergrenze von 590 Millionen Euro festgesetzt hat, will Rettig unbedingt ohne Zeitverzögerungen und Kostenexplosionen fertigstellen. Die für Errichtung der historischen Fassade und des Schlüterhof erforderlichen 80 Millionen Euro muss die Stiftung aus Spenden finanzieren.

Zurück in die Vergangenheit

Die Gesellschaft Historisches Berlin plädiert für den Wiederaufbau des Neuen Marktes
Berliner Morgenpost vom 29.12.2014 - von Sabine Gundlach

Die Gesellschaft Historisches Berlin e.V. (GHB) will einen Teilbereich der letzten prominenten innerstädtischen Freifläche mit dem Wiederaufbau des Neuen Marktes und des Marienkirchhofes beleben. In einer aufwendig gestalteten Broschüre wirbt die GHB für ihren Vorschlag: Im Sinne einer Stadtreparatur nach historischem Vorbild soll das Areal zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche um den Neuen Markt dicht bebaut werden. Als Grundlage dient dabei der Grundriss aus dem 17. Jahrhundert. Das ist neuer Zündstoff für die ideologisch aufgeheizte Debatte über die Zukunft der Historischen Mitte Berlins.

Architektur für die Ewigkeit

Häuser in traditioneller Bauweise mit bewährten Materialien: Wer es sich leisten kann, setzt heute wieder auf Nachhaltigkeit
Berliner Morgenpost 17.12.14 von Roland Mischke

Schönheit und Harmonie vereinigen sich auf dem Pfingstberg in Potsdam auf einem Hügel über der Gartenlandschaft von Sanssouci. Dort hat ein Geschäftsmann ein 8000-Quadratmeter-Grundstück erworben und darauf die neoklassizistische Villa R. errichten lassen, einen Zweiflügelbau mit funktionalen Einheiten: Wohnhalle, Orangerie und Privatbereich.

Die Villa R. ist inspiriert vom Belvedere-Bau von Ludwig Persius, sie fügt sich exakt in die traditionell kultivierte Potsdamer Kulturlandschaft ein. Dieses Bewusstsein für Tradition, Konsistenz und architektonische Qualität setzt sich bei Bauträgern und privaten Bauherren zunehmend durch. Zwar war die Langlebigkeit eines Neubaus lange Zeit kein Kriterium, obwohl die gesamte Gesellschaft von der Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens profitiert. Doch inzwischen werden Architekten bundesweit beauftragt, die Vergangenheit wiederaufleben zu lassen und Gebäude in traditioneller Bauweise mit althergebrachten Materialien zu planen und umzusetzen. Ob Hamburg, Nürnberg, Berlin, sogar über die Grenzen hinaus: Gebaut wird wieder klassisch.