Tacheles-Ruine soll wieder zur Passage werden

Für die berühmte Ruine ist endlich wieder eine Zukunft in Sichtweite. Ein Schweizer Architekturbüro plant Hotels, Wohnungen und Läden.
Berliner Morgenpost vom 02.10.2015 - von Isabell Jürgens

Vor einem Jahr hat die internationale Fondsgesellschaft Perella Weinberg das Gelände des ehemaligen Kunsthauses Tacheles an der Ecke Oranienburger und Friedrichstraße für rund 150 Millionen gekauft. Das 25.000 Quadratmeter große Areal mit der Ruine des früheren Kaufhauses, so hatten die Investoren damals versprochen, solle wieder zu einem Anziehungspunkt in Berlins Mitte werden. Umso gespannter waren die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses im Bezirk Mitte, wie weit die Pläne der neuen Eigentümers inzwischen gediehen sind. Auf einem Vor-Ort-Termin präsentierten die Investoren am Mittwochabend erste Details.

Ideenwettbewerb für das Museum des 20. Jahrhunderts startet

Gute Zukunft für das Berliner Kulturforum:
03.09.15, Pressemitteilung des Senats + Pressemitteilung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Neuer Museumskomplex wird die bedeutenden Bestände der Nationalgalerie aufnehmen. Ideenwettbewerb soll architektonisches Konzept liefern und Vorschläge für städtebauliche Einordnung unterbreiten.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat eines ihrer größten Bauvorhaben gestartet. Am Berliner Kulturforum soll in den kommenden Jahren ein Museum des 20. Jahrhunderts entstehen, das mit der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe verbunden ist und so einen Rundgang durch die Kunst der frühen 1900er Jahre bis zum Ende des 20. Jahrhunderts ermöglicht. In einem weltweit ausgeschriebenen Ideenwettbewerb wird nach einem architektonischen Konzept für ein Gebäude sowie dessen städtebaulicher und freiraumplanerischer Einbindung gesucht.

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Vergesst Le Corbusier!

Heute vor 50 Jahren starb der Architekt, der mit seinen menschenfeindlichen Visionen die Zerstörung der klassischen Stadt propagierte
Die Welt vom 27.08.2015 - Von Rainer Haubrich Stv. Ressortleiter Meinung

Den Sessel kennt fast jeder. Wenn das Gespräch auf den Architekten Le Corbusier kommt, fällt den meisten als Erstes dieser würfelförmige Sessel mit den schwarzen Lederkissen ein, der von einem Chromgestell zusammengehalten wird. Dieses zeitlos-elegante Möbel des schweizerisch-französischen Baumeisters aus dem Jahre 1928 ist tatsächlich ein Klassiker geworden. Genauso wie die "Corbusier-Liege" aus dem gleichen Jahr mit ihren geschwungenen Kufen.

Was Le Corbusier aber bis zu seinem Tod durch Ertrinken am 27. August 1965 an verheerenden Ideen und Visionen in die Welt gesetzt hat, davon weiß das Publikum wenig.

Charakter der Museumsinsel als Ort der Kultur und Geschichte bewahren!

Zur Diskussion um das Flussbad an der Museumsinsel erklärt World Heritage Watch - Presseerklärung vom 13.07.2015

World Heritage Watch teilt die Bedenken der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bezüglich der Einrichtung eines Flussbades, der damit verbundenen Zerstörung der Ufermauer des Kupfergrabens und der Beeinträchtigung des Charakters der Museumsinsel als Ort der Geschichte, Kultur und Bildung. Wir erinnern daran, dass es nur 1031 Welterbestätten auf der Erde gibt. Ihr Schutz und ihre Erhaltung in historischer Authentizität und Integrität müssen unbedingten Vorrang vor allen anderen Überlegungen haben, damit sie auch zukünftigen Generationen als die bedeutsamsten Lernorte der menschlichen Kultur- und Naturgeschichte anschaulich bleiben.

Spreebad für einen Tag

Ein Verein wirbt mit der Aktion für ein Flussbad an der Museumsinsel. Aber es gibt auch Kritik.

Berliner Morgenpost vom 13.07.2015 von Isabel Metzger

Von bestem Badewetter kann man an diesem Sonntag gewiss nicht sprechen. Über Berlin hängt eine graue Wolkendecke. In den Cafés am Hackeschen Markt sitzen die Menschen bei Milchkaffee und Kuchen. Und trotzdem: Hier im Wasser der Spree, mit Blick auf die Kuppel des Bode-Museums, werden an diesem Nachmittag etwa 80 Männer und Frauen durch den Kupferkanal um die Wette schwimmen. 1000 Meter, von der Monbijoubrücke bis zum Lustgarten und wieder zurück. Der Verein Flussbad Berlin veranstaltet das erste Wettschwimmen um den "Berliner Flussbad-Pokal". Doch die Trophäe ist eigentlich nur das Beiwerk. Mit der Aktion möchte der Verein darauf aufmerksam machen, wie man das Ufer der Spree eigentlich noch nutzen könnte: als Badestrand. Seit 1997 setzt sich der Verein für eine Umgestaltung des Altarms zu einem Schwimmbad ein.