Pressestimmen
Neubau der Mühlendammbrücke : Autobahn oder Stadtjuwel
44 – 39 – 34? Wie viele Meter breit wird die neue Mühlendammbrücke, und wie wird sie aussehen? Ein Realisierungswettbewerb bietet Chancen für Änderungen.
Berliner Zeitung vom 29.6.2020 von Maritta Tkalec
Eine große Brücke in der Innenstadt baut man nicht alle paar Jahre. Die Mühlendammbrücke entstand 1968 als Spannbetonbau für den Autoverkehr: 45,2 Meter breit, achtspurig, ohne den kleinsten Hinweis darauf, dass an dieser Stelle bereits um 1220, also vor 800 Jahren, die Erbauer der Städte Berlin und Cölln einen Damm errichteten, der beide Siedlungen verband, und Wassermühlen anlegten. Das Kraftwerk gehörte zu den entscheidenden Faktoren, die die Neugründung über die Jahrhunderte florieren ließ.
Ein Neubau bietet die Chance, die auf massenhafte Fahrzeugdurchleitung angelegte Situation zu verändern, die historische Stadtteile voneinander trennt und die Innenstadtzone zu einem unwirtlichen und gefährlichen Ort macht. Eine Chance, wie sie für Jahrzehnte nicht wiederkommt.
So schlecht behandelt Berlin seine vielen Brücken
Gute Stadtplanung fängt bei Brücken an. Doch Berlin geht mit ihnen stiefmütterlich um, beklagt der Architektenverein AIV.
Berliner Morgenpost von 26.07.2020 - von Isabell Jürgens
In der Bundeshauptstadt Berlin gibt es mehr als 1000 Brücken, 816 davon befinden sich in Landesbesitz. Doch während diese wichtigen Verbindungsbauwerke in früheren Zeiten aufwendig gestaltet und damit stadtbildprägend waren, sind viele dieser historischen Bauwerke in den vergangenen Jahrzehnten durch schmucklose Neubauten ersetzt worden. Viele dieser reinen Zweckbauten sind inzwischen so marode, dass sie ersetzt werden müssen. Diese Chance sollte man nutzen, finden Tobias Nöfer, Vorsitzender des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin-Brandenburg (AIV) und Benedikt Goebel, AIV-Vorstandsmitglied. Statt neue „Betonmonster“ zu bauen, solle Berlin sich besser auf seine reichhaltige Brückenkultur besinnen, fordern sie.
Flussbad Berlin - Irrweg oder Chance
Auszug aus BK konstruktiv 01/2020
Nachrichten für die im Bauwesen tätigen Ingenieure
Das Flussbad Berlin – Chance oder Menetekel?
Dr. Doris Fischer und Dipl.-Ing. Michael Bräuer
Des Kaisers neues Flussbad – Wie man ein Desaster organisiert
Dipl. – Ing. (FH) Ralf Steeg
Verantwortung Abwasserentsorgung - Qualität (Bade)Gewässer
Dipl. Ing. (FH) Gerald Klages
Spender wehren sich gege "öde Steinwüste"
Humboldt Forum - Unterstützer des Fördervereins appellieren an den Regierenden Bürgermeister, das Umfeld „ästhetisch“ zu gestalten.
Berliner Morgenpost vom 09.03.2020 - von Isabell Jürgens
Im Herbst 2020 soll das Humboldt Forum im Berliner Schloss in Mitte schrittweise eröffnet werden – doch das Schlossumfeld wird dann noch längst nicht fertig sein. Doch nicht nur die Tatsache, dass das Umfeld noch für lange Zeit Baustelle bleiben wird, sorgt für Verdruss bei den Schlossfreunden – auch außerhalb der Hauptstadt. In einem Brief, der der Berliner Morgenpost vorliegt, appellieren die Freundeskreise im Förderverein Berliner Schloss an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), für einen zügigen Baufortschritt – und vor allem eine „ästhetische Gestaltung“ des Schlossumfeldes zu sorgen.
Leipziger Straße soll Tram und Radfahrstreifen bekommen
Der Senat will auf der Ost-West-Magistrale Gleise verlegen. Aus der unwirtlichen Straßenschlucht soll ein angenehmer Ort werden. Für Autos wäre weniger Platz.
Berliner Zeitung vom 26.2.2020 - von Peter Neumann
Die Kritiker nahmen kein Blatt vor den Mund. „Die Leipziger Straße darf kein Nadelöhr werden. Chaos ist programmiert“, so Oliver Friederici (CDU). „Wenn sie einspurig wird, würde das zum Dauerstau führen“, warnte der FDP-Abgeordnete Henner Schmidt. „Wir befürchten extreme Rückstaus bis weit über den genannten Abschnitt hinaus“, sagte Sandra Hass vom ADAC. Die Pläne für die Straßenbahn in der Leipziger Straße in Mitte stoßen auf Kritik. Es gibt aber auch Befürworter.