Kaminzimmer mit Schlossblick

Am Berliner Schinkelplatz wollte die Senatsbauverwaltung unter Regula Lüscher alles richtig machen: Nicht Investorenwillkür sollte hier gestalten, sondern ein Wettbewerb. Die Münchner MVV GmbH & Co.KG, die das Grundstück erworben hat, lud 15 Büros durchaus unterschiedlichen ästhetischen Profils ein.

Bauwelt - 32-2012 vom 17.08.2012 - von Nikolaus Bernau 

Zwei erhielten einen ersten Preis: Volker Staab für die Planung eines Bürogebäudes, Piero Bruno, Donatella Fioretti und José Marquez für ihren Entwurf für Wohnbauten.Und um Vielfalt herzustellen, empfahl die Jury unter Vorsitz von Dietrich Fink, München, auch den drittplatzierten Klaus Theo Brenner mit einem Wohnhaus zu beauftragen.

Schlossgelände Haltet euch an das Original!

Wie soll das Areal rund um das neue Schloss gestaltet werden? Diese Frage beschäftigt derzeit Politiker, Architekten und Bürger. Wer versucht, das Gelände auf modern zu trimmen, handelt instinktlos. Und ahistorisch wäre es auch.

Der Tagesspiegel, 09.08.2012 - von Gerd Appenzelle

Auf den ersten Blick erscheint es wie eine Debatte um Lappalien, um ein paar Pflastersteine hier oder drei Sträucher dort. Tatsächlich aber liegt im Streit über die Gestaltung des Schlossumfelds erhebliche Brisanz. Es geht einmal darum, ob die Garten- und Platzlandschaft rund um das Humboldt-Forum historische Bezüge aufnehmen oder ob sie modern ausfallen soll. Damit eng verbunden, wenn auch nicht Gegenstand des auszuschreibenden Wettbewerbs, ist außerdem die Entscheidung, was mit dem heutigen Marx-Engels-Forum geschieht: Bleibt es eine Wiese, oder wird es im Straßenraster des alten Stadtkerns, der Urzelle Berlins, wieder bebaut?

 

Kein Verständnis für Taut

Vor dem Jagdschloss sind sich Radfahrer, Spaziergänger und viele Jogger einig: Der Glaserker passt nicht zum Ensemble

Berliner Morgenpost, 6.7.2012 - Von Katrin Lange 

Wie so oft spaziert Wolfgang Oelkers auch an diesem Morgen mit Hund Lilly am Jagdschloss Glienicke vorbei. Die Kleinpudeldame muss immer wieder wegen vorbeifahrender Bagger zur Seite springen. Seit Jahren geht der 76-Jährige diese Runde, seit Jahren führt sie nun vorbei an einer Baustelle. Der Arzt aus Wannsee hat den Wiederaufbau nach dem Brand 2003 miterlebt, die täglichen Fortschritte verfolgt. Er kennt auch den Streit über das große, von Planen verhüllte Loch in der Fassade. Und ist nur zu gern bereit, sich dazu zu äußern. "Natürlich habe ich eine Meinung zur Fassade", ruft der resolute Herr schon von Weitem. Er kommt heran, um sein Urteil zu verkünden: "Für den Taut-Erker habe ich kein Verständnis."

Max Taut zerstörte das geschlossene Schloss-Ensemble

Die Gesellschaft Historisches Berlin plädiert für den Wiederaufbau der historischen Fassade in Glienicke und beruft sich auf die Denkmalpflege

Berliner Morgenpost, 5.7.2012 - Von Gerhard Hoya

Das Jagdschloss Glienicke liegt in einer Wasser-, Wald- und Hügellandschaft im Südwesten Berlins und ist eingebettet in eine weiträumige Schlösserlandschaft, der sogenannten Potsdamer Kulturlandschaft, die von der Unesco zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt wurde. Das Ensemble aus Schlössern und Gärten wurden im 19. Jahrhundert zu einem Gesamtkunstwerk verbunden.

Thyssen-Krupp gibt auf

Konzern baut Kubus am Schlossplatz 2 nicht Grundstück wird Teil des Freiraum-Wettbewerbs

Tagesspiegel, 5.7.2012 - Von Ralf Schönball

Das Staatsratsgebäude am Schlossplatz wird nicht zugestellt, Thyssen-Krupp verzichtet auf den Neubau des Glaskubus. Damit zieht der Konzern die Konsequenz aus der scharfen Kritik an dem Projekt. Wie der Tagesspiegel in der vergangenen Woche berichtete, hatte auch der Denkmalrat der Stadt an Bauherren und politisch Verantwortliche appelliert, auf das Projekt zu verzichten.