Barock gegen Moderne

Am historischen Jagdschloss Glienicke soll der Glaserker von Max Taut aufgebaut werden. Die Proteste reißen nicht ab

Berliner Morgenpost, 4.7.2012 - Von Katrin Lange

Als im Jahr 2003 ein Feuer im Jagdschloss Glienicke wütete, war das Entsetzen groß. Ein Kabelbrand hatte den kompletten Südflügel vernichtet. Nicht minder groß ist das Entsetzen jetzt beim Wiederaufbau und bei der Sanierung des zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden barocken Anwesens. Landeskonservator Jörg Haspel und der Senat haben beschlossen, den 1963 von Max Taut nachträglich eingebauten Glaserker wieder aufzubauen.

Senat ist über Schinkelplatz alarmiert

Die Entwürfe für Wohngebäude und ein Bürohaus am Schinkelplatz in der historischen Mitte sind heftig umstritten, die Kritik fällt bei der Ausstellungseröffnung scharf aus: „Die Entwürfe haben monolithische, einfache Fassaden", sagt Wolfgang Schoele, Vorsitzender des Fördervereins Bauakademie.

Berliner Zeitung vom 22.06.2012 - Von Uwe Aulich

Die schlichten Gebäude stünden im krassen Gegensatz zur Friedrichswerderschen Kirche und zur Bauakademie, die mit fein strukturierter Fassade wieder errichtet werden solle.

Auch die Gesellschaft Historisches Berlin erneuert ihre Kritik: „Die Häuser fügen sich einfach nicht in die historische Umgebung ein", sagt der Vorsitzende Gerhard Hoya. Er hatte die Entwürfe zuvor in dieser Zeitung als „intellektuelle Frechheit" bezeichnet. Seiner Ansicht nach ist die Betonung der Erdgeschosszonen mit Geschäften zu zurückhaltend, in der Gestaltung der Putzfassade fehlten Strukturelemente etwa Gesimsbänder.

 

Eine intellektuelle Frechheit

Neubebauung am Berliner Schinkelplatz
Berliner Zeitung, 20.6.2012 von Uwe Aulich

"Eine intellektuelle Frechheit" und einfach "schlimm": Der Senat legt Entwürfe für die Neugestaltung am Schinkelplatz vor - die Architektur von Experten wird scharf kritisiert. Ähnlich wie bei der Diskussion zum Klosterviertel werde man jetzt auf einen Alternativentwurf drängen.

Mein Ärger - Der gerechte Zorn von Gunnar Schupelius

Das Stadtschloss wird wiederaufgebaut. So viel steht fest. Doch was wird aus der direkten Umgebung?

05. 06. 2012 - Von Gunnar Schupelius

Obwohl zum Beispiel der Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus eigentlich hierhin gehört und viele andere schöne Dinge auch, die noch erhalten sind, will Senatsbaudirektorin Regula Lüscher einen Wettbewerb ausschreiben, der über die Gestaltung am Schloss entscheiden soll.Frau Lüscher gilt als prinzipielle Gegnerin des Wiederaufbaus. Da sie ihn nicht verhindern konnte, würde sie nun versuchen, wenigstens die historische Rekonstruktion der Umgebung scheitern zu lassen. So sagt man im Senat.

 

Ratlos in Mitte

Die CDU will das Quartier um das Rote Rathaus herum dicht bebauen - die SPD blockt ab
Berliner Morgenpost, 3. Mai 2012 von Isabell Jürgens

Zwischen den Koalitionspartnern im Berliner Senat zeichnet sich ein Konflikt um die Gestaltung der historischen Mitte ab. Die CDU will die noch namenlose, rund 14 Hektar große Freifläche zwischen Alexanderplatz und Schloßplatz, zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche nach dem Vorbild des historischen Quartiers neu bebauen. Das jedoch hat die von der SPD berufene Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bislang verhindert. ...

http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article106253338/Ratlos-in-Mitte.html