Was wird aus Berlins historischer Mitte?

Noch bis voraussichtlich 2018 ist Berlins Stadtkern eine Großbaustelle. Die Baudirektorin lädt jetzt Interessensgruppen zur Neugestaltung der Freiflächen zwischen Alexanderplatz und Spree ein.
Berliner Morgenpost vom 21.03.2014 - von Isabell Jürgens

Berlins historische Mitte ist noch für gut vier weitere Jahre eine Großbaustelle. Doch 2018 werden die Bauarbeiten am Humboldtforum auf dem Schloßplatz im Wesentlichen abgeschlossen sein, die Eröffnung soll 2019 erfolgen. Zwei Jahre später wird auch die U-Bahn-Linie U5, deren Bahnhöfe derzeit direkt vor dem Berliner Rathaus, an der Museumsinsel sowie an der Kreuzung Unter den Linden und Friedrichstraße im Bau sind, in Betrieb genommen.

Als Deutschland seine Städte in den Tod trieb

Vor fünfzig Jahren erschien Wolf Jobst Siedlers Buch "Die gemordete Stadt". Es war die einflussreichste Architekturpublikation der deutschen Nachkriegszeit und ist bis heute hochaktuell.
Die Welt vom 13. März. 2014, Von Rainer Haubrich

Im Jahre 1963 wähnte sich West-Berlin architektonisch auf der Höhe der Zeit. Mit der Philharmonie von Hans Scharoun wurde das erste Bauwerk des geplanten Kulturforums eröffnet, der einflussreiche Architekt gewann den Wettbewerb zur Neugestaltung des kreisrunden Belle-Alliance-Platzes in Kreuzberg als Mehringplatz, und im Norden der Stadt begann man mit dem Bau des Märkischen Viertels.

Wie eine Planerkaste unsere Städte ruiniert

Weil die Mieten in besonders beliebten Quartieren rasant steigen, rufen Politiker wieder nach Regulierung. Dabei war es dieser staatliche Zugriff, der nach 1945 die deutschen Städte entstellt hat.
Die Welt vom 06.03.2014 - von Dankwart Guratzsch

Die Sehnsucht nach der historischen Stadt treibt die seltsamsten Blüten – wie hier im Neubauviertel Riedberg in Frankfurt am Main Jahrzehntelang haben deutsche Stadtoberhäupter beklagt, dass die Innenstädte verödeten, dass sie zu Slums verkämen, dass bedrückende Gettos entstünden. Nun plötzlich sind die Innenstädte bei Mietern wieder gefragt. Eigentlich müssten dieselben Bürgermeister jetzt jubeln, denn alle düsteren Prophezeiungen haben sich als Hirngespinste entpuppt.

Der Alexanderplatz wird neu erfunden

Stadtplanung - Der 39 Stockwerke hohe Gehry-Wohnturm entsteht. Doch der Hochhaus-Masterplan von Kollhoff gilt als nicht umsetzbar
Berliner Morgenpost vom 28.01.2014 - von Isabell Jürgens

Der Neubau des ersten Wohnhochhauses am Alexanderplatz wird nach den Plänen des amerikanischen Stararchitekten Frank Gehry errichtet. Das gaben Berlins Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und Christoph Reschke, Geschäftsführer des amerikanischen Immobilienunternehmens Hines, am Montag bekannt. Der Baustart für den bis zu 250 Millionen Euro teuren Turm mit dem Grundriss eines Kleeblatts soll im kommenden Jahr erfolgen.

Forum zur Zukunft der historischen Stadtmitte gefordert

Stadtplanung - Forum zur Zukunft der historischen Stadtmitte gefordert. Die städtebauliche Zukunft von Berlins historischer Mitte soll offen und unter breiter Bürgerbeteiligung diskutiert werden.
Berliner Morgenpost vom 27.01.14

Dafür haben sich jetzt die Stiftung Zukunft Berlin, die Hermann-Henselmann-Stiftung und das Bürgerforum Berlin ausgesprochen. Trotz unterschiedlicher Positionen zur Nutzung des Geländes zwischen Fernsehturm und Stadtschloss schlagen die Initiativen gemeinsam die Einberufung eines "Forums Berlin-Mitte" vor. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und in der DDR-Zeit präsentiert sich das Areal, das als zivilisatorischen Wiege Berlins gilt, als ungepflegtes Freigelände.