Neuer Projektsteuerer für Sanierung der Staatsoper

Die immer wieder verzögerte Sanierung der Staatsoper Unter den Linden kommt einen wichtigen Schritt voran, heißt es überraschend aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung: Die Montage der Stahlkonstruktion für das neue Dach über dem Zuschauersaal sei fertig.

Berliner Morgenpost vom 11.10.2013

Mit einer höheren Saaldecke soll die Akustik des Opernhauses deutlich verbessert werden. Heute wird einer von zehn Stahlfachwerk-Trägern montiert. Überhaupt soll der Baufortschritt von heute an über eine Webcam im Internet gezeigt werden.

Ausgehoben ist laut Bauverwaltung auch der sogenannte Trog 4. Damit seien die Voraussetzungen für das unterirdische Bauwerk geschaffen, mit dem das Probezentrum und das Opernhaus verbunden werden sollen. Die Baugrube wird ganze 110 Meter lang sein. Die Arbeiten waren zuletzt in Verzug geraten, nachdem Bauarbeiter in rund 17 Metern Tiefe Pfahlbauten aus dem Mittealter entdeckt hatten. Damit musste die Tunnel-Konstruktion neu geplant und stärker gegen Grundwasser abgedichtet werden. Ebenfalls fertig ist die Abdichtung des Untergeschosses im Bühnenturm.

Kein Geld für Berlins historisches Zentrum

Tagesspiegel vom 26.09.2013 von Ralf Schönball

CDU und SPD streiten um Mitte
Die CDU will die Belebung der Brache vor dem Roten Rathaus voranbringen, die SPD will zuerst den Molkenmarkt entwickeln. Durchgesetzt haben sich jetzt die, die eine breite öffentliche Debatte über die Gestaltung der Mitte Berlins fordern.

Der koalitionsinterne Streit um die Zukunft der historischen Mitte ist aufgeschoben. Die Gegner einer breiten öffentlichen Debatte zur Gestaltung der Freifläche am Roten Rathaus haben sich vorerst durchgesetzt: Im Etat der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sind die Mittel für die geplanten öffentlichen Veranstaltungen und den Ideenwettbewerb zur Belebung der zugigen Brache zwischen Breite Straße und Alexanderplatz auf ein Minimum zusammengestrichen.

Das Scharnier im Osten Berlins

Seit die Riegel nördlich des Alexanderplatzes unter Denkmalschutz gestellt werden sollen, wird wieder heftig um die Ästhetik des Ortes gestritten. Unser Autor plädiert für den Erhalt der DDR-Moderne - und ihren Weiterbau.

Tagesspiegel vom 25.09.2013 von Wolf Eisentraut

Jetzt sind wieder die verbalen Abrissbirnen unterwegs. „TLG-Platte" nennen sie verächtlich die nördliche Begrenzung des Alexanderplatzes und man ahnt, was das heißt: Weg mit den Zeugnissen der DDR-Baukultur. Dabei gab es bereits einen in die Höhe getriebenen radikalen Masterplan zur Überformung des Alexanderplatzes, der aber bisher keine Chance auf Verwirklichung hatte. Mangel an Geld als positives Städtebauregulativ. Die erhofften Investoren sind nicht gekommen, sie wollten keine Häuser bauen, die niemand braucht. Nun bleibt das Kollhoff'sche Hochhauskonvolut ein Turmbau zu Babel, in sich zusammenbrechend, Verwirrung hinterlassend.
Endlich befasst sich nun die Denkmalbehörde mit dem Ende der 1960er Jahre errichteten Bauten am Alexanderplatz. Und schon wird sie als Investitionshemmnis beschimpft. Dabei tut die Behörde, was ihre Aufgabe ist. Nicht eine einseitige ästhetische und schon gar keine geschmackliche Bewertung, sondern die Bewahrung von baulichen Zeugnissen kultureller Identität abgeschlossener Epochen ist das Ziel des Wandels. Dabei geht es nicht um die Frage, ob ein Gebäude irgendjemandem gerade mal nicht gefällt oder gar, wie neulich zu lesen war, nordkoreanische Assoziationen auslöst.

Denkmalschutz für TLG-Bauten?

Alexanderplatz: Der Masterplan wackelt

Tagesspiegel vom 15.08.2013 von Ralf Schönball

Landeskonservator und Senat rütteln mit neuen Denkmalschutz-Bestrebungen am Masterplan für den Alexanderplatz. Bei Eigentümern, Politikern und Planern stößt das auf erhebliche Kritik. Bahnt sich eine Debatte über die Kompetenzen des Denkmalschutzes an?

Denkmal? Das "Haus der Elektrotechnik" der TLG. - Foto: dpaWiderspruch und Widerstände lösen die Bestrebungen aus, DDR-Bauten am Alexanderplatz unter Denkmalschutz zu stellen und den vom Senat beschlossenen Masterplan für den Bau von zehn Hochhäusern zu beschneiden. Der Eigentümer des 220 Meter langen „Haus der Elektrotechnik", die Firma TLG, will nicht auf den Bau des Turmes verzichten, der auf diesem Grundstück geplant ist. Und für Stararchitekt Hans Kollhoff, der den gültigen Masterplan entwickelt hat, zeugen die Bestrebungen zur Neuordnung des Gebietes von „Ignoranz".

Ich will die Stadt wieder da, wo sie mal begonnen hat

Die SPD diskutiert über die historische Mitte. Der Landesvorsitzende sammelt Unterstützer.

Berliner Morgenpost vom 25.07.2013 von

Die Berliner SPD bewegt sich. Langsam und in zahlreichen Debatten haben sich die Sozialdemokraten auf den Weg gemacht, ihrem Landesvorsitzenden Jan Stöß zu folgen. Im April hatte Stöß mit seinem Vorstoß, die historische Mitte Berlins zwischen Schloss und Alexanderplatz zu bebauen, für Aufsehen gesorgt. Nicht wenige Sozialdemokraten sahen das als unfreundlichen Akt gegenüber Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) an, dessen Verwaltung bis dahin wenig konkrete Ambitionen zeigte, die Grünanlagen rund um den Fernsehturm durch neue Gebäude zu ersetzen.