Wer hat beim Bauen das Sagen in Berlin?

Wohnungspolitik in der Hauptstadt - Berlin setzt beim Bauen auf Bürgerbeteiligung. Zu sehr, fürchtet die Baubranche. Auch Wissenschaftler fordern klare Grenzen des Mitspracherechts.
Tagesspiegel vom 27.11.2017 - von Christian Hönicke

Wer darf eigentlich künftig in Berlin darüber entscheiden, wo und wie gebaut wird? Diese für sie existenzielle Frage stellt sich die Wohnungswirtschaft. Mit Argwohn beobachtet sie das Vorgehen des Senats beim Thema Bürgerbeteiligung in Stadtplanungsfragen. Die Baubranche fühlt sich von diesem Prozess ausgeschlossen. „Unsere Forderung ist, dass man die Wohnungswirtschaft hier miteinbinden sollte“, sagt Bernd Strehlow, der Stellvertretende Geschäftsführer des Bundesverbands der privaten Immobilienwirtschaft (BFW) Berlin/Brandenburg. „Das tut man nämlich bisher nicht.“

Baustadtrat in Mitte Wie Ephraim Gothe die alte Berliner Mitte neu gestalten will

Interview mit Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe: Ein Gespräch über die Neugestaltung der alten Mitte Berlins
Berliner Zeitung vom 19.10.2017 - von Maritta Adam-Tkalec

Über die Neugestaltung der alten Mitte Berlins denken Stadtentwickler, Politiker und Bürger seit Jahren nach. Im Juni ermöglichte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) die Ausweitung des zu betrachtenden, historisch wertvollen Terrains über das Rathausforum hinaus auf nahezu alle Gebiete des alten Stadtkerns.

Seither ergeben sich neue Perspektiven, auch für die Annäherung an viele, seit langem offene Fragen. Ephraim Gothe, sozialdemokratischer Stadtrat für Stadtentwicklung in Mitte, ein Bauingenieur, der auch Kunstgeschichte und Architektur studiert hat, gibt Auskunft über neue Entwicklungen, anstehende Großentscheidungen und stockende Verfahren.

Stadtentwicklung - Berlin verliert weiter bezahlbare Wohnungen

Im vergangenen Jahr ist die soziale Bindung von knapp 9000 Wohnungen in Berlin gefallen. Bis 2025 wird das Angebot weiter schrumpfen. Der Neubau kommt nicht nach.
Tagesspiegel vom 5.10.2017 - von Ralf Schönball

Die schlechten Nachrichten aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung reißen nicht ab. Die neueste Hiobsbotschaft trifft die Koalition ins Mark, denn sie besagt im Kern: Noch nie war Rot-Rot-Grün so weit entfernt von dem eigenen, im Koalitionsvertrag festgelegten Ziel, Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung zu schaffen und die soziale Mischung der Quartiere zu bewahren. Dazu bedarf es günstiger, öffentlich geförderter Wohnungen. Doch deren Zahl steigt nicht, sondern schrumpft in schwindelerregendem Tempo. Das könnte tausende Mieter in wirtschaftliche Not stürzen.

Nach Rücktritt als Staatssekretär - Andrej Holm arbeitet als Berater im Senat

Gentrifizierungsexperte Andrej Holm berät die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Das hat er der Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher zu verdanken.
Tagesspiegel vom 17.10.2017 - von Ralf Schönball

Er war kurz da, schnell wieder weg und ist jetzt zurück: Andrej Holm berät als Mitglied des „Begleitkreises zum Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030“ die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Holm rückt damit wieder in die direkte Einflusssphäre von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), die ihn am Beginn der Legislaturperiode zum Staatssekretär ernannt hatte, auf Druck von Koalitionspartnern und Öffentlichkeit aber wieder entließ, weil Holm (mindestens) irreführende Angaben zu seiner Ausbildung gemacht hatte, die er bei der DDR-Staatssicherheit absolvierte.

Warum es in Berlin plötzlich weniger Sozialwohnungen gibt

Mitten in der Wohnungsnot schrumpft in Berlin ausgerechnet das Angebot an Sozialwohnungen. Wie kam es dazu? Fragen und Antworten zum Thema. 
Tagesspiegel vom 06.10.2017 - von Ralf Schönball

Im Streit über den richtigen Kurs bei der Bekämpfung der Wohnungsnot hat Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) ihre Politik verteidigt. In einem Schreiben an die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen wies Lompscher deren Kritik zurück, dass es zu lange dauere, bis das Baurecht für Neubauten geändert und landeseigene Bauflächen für günstigen Wohnraum bereitgestellt würden.