Wippe wird Waage

Vage Zukunft für die Waage: Der Kulturausschuss im Bundestag berät, wie es mit dem Einheitsdenkmal weitergehen könnte. Sollte er die anderen Entwürfe bedenken?
FAZ vom 25.01.2017 - von Andreas Kilb

Wie lange dauert es, bis man eine Fehlplanung als das erkennt, was sie ist: eine Verschwendung von Zeit und Nerven? Wir reden hier nicht vom Flughafen BER, der besser und billiger vor sechs Jahren im Rohzustand abgerissen worden wäre, als in seiner jetzigen Ruinenflickform fertiggestellt zu werden, sondern vom Freiheits- und Einheitsdenkmal, der zweiten großen städtebaulichen Lachnummer Berlins.

Stellungnahme der GHB zum Interview vom 01. Februar mit Frau Lüscher im Tagesanzeiger aus Zürich

Die Aussagen von Frau Lüscher im Interview gegenüber dem Züricher Tagesanzeiger fordern geradezu zum Widerspruch auf.
Frau Lüscher meint, dass sie in den vergangenen 10 Jahren eindeutig mehr Ausrufezeichen - sprich Positives - in Berlin geschaffen hat. Das zeugt vom Verdrängen der Tatsachen.

Zu Demut vor Schinkel seid ihr nicht mehr fähig!

Welt vom 19.02.2017 - von Dankwart Guratzsch

Schinkel ade: Obwohl der Wiederaufbau der Bauakademie beschlossene Sache ist, sollen mögliche „Nutzungen“ Vorrang bekommen. Damit versündigt man sich an einer Ikone der architektonischen Moderne.
Es hatte alles so verheißungsvoll geklungen. Schinkels Bauakademie soll wiederaufgebaut werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat das Geld bewilligt. Es kann sofort losgelegt werden. Aber nun kommt es genauso wie bei der unseligen, vom Bundestag dekretierten Einheitswippe.
Die forschen Haushälter mit ihren bevölkerungsnahen Entscheidungen werden von den Politikern vorgeführt. Denn was das Bundesbauministerium aus der Bauakademie macht, ist – wie sich jetzt herausgestellt hat – völlig offen. Ehe gebaut wird, soll erst einmal gründlich debattiert werden, was in das Haus für Nutzungen hineingepfercht werden sollen.

Molkenmarkt: Denkmalamt bereitet größte Ausgrabung zur Stadtgeschichte vor

Berliner Zeitung vom 6. Februar - Von Uwe Aulich

Die Sandberge türmen sich zwischen der Alexanderstraße und der Stadtbahntrasse auf, bedeckt noch von ein paar Schneeresten. Zwischen ihnen klaffen in der Erde lange Gräben. Mauerreste sind dort zu erkennen, auch glatt geschliffene Granitsteine. Die Archäologen vom Berliner Landesdenkmalamt sind sich allerdings noch nicht sicher, worauf sie dort in gut drei Meter Tiefe gestoßen sind. Sie vermuten, dass die Mauern zur Splittgerberschen Zuckersiederei gehörten, die 1754 erbaut wurde und eine von drei großen Zuckersiedereien der Stadt war.

Wiederaufbau war für mich Fälschung

Regula Lüscher bestimmt seit zehn Jahren mit, wie Berlin gebaut wird. Die Schweizerin erklärt, warum das schwieriger ist als in Zürich oder Hamburg.
Tagesanzeiger von 1. Februar 2017, Mit Regula Lüscher sprach Dominique Eigenmann
Siehe auch: Stellungnahme der GHB zum Interview mit Frau Lüscher

Sie haben früher Ärger und Erfolge mit roten Blitzen und Ausrufezeichen auf Ihren weißen Badezimmerkacheln festgehalten. Sind da jetzt, nach zehn Jahren im Amt als Senatsbaudirektorin, mehr Blitze oder mehr Ausrufezeichen?
Eindeutig mehr Ausrufezeichen. Weil ich mittlerweile gut vernetzt bin und die Themen kenne, erreiche ich mit gleich viel Energie einen höheren Output. Und mir wird viel mehr Vertrauen entgegengebracht als zu Beginn. Es geht lockerer von der Hand.

Man entspannt sich auch selbst.
Ja. Ich bin jetzt nach zehn Jahren wieder die gleich offene Person, die ich war, bevor ich hierherkam.

Wie schwer war der Anfang?
Hier herrscht eine ganz andere Kultur, ich musste mich erst einleben. Und dann musste ich langsam herausfinden, wie man sich so geben kann, wie man tatsächlich ist, ohne unangepasst oder unintegriert zu wirken. Es war mir schon bewusst, dass ich mich hier neu erfinden muss, um erfolgreich zu sein.