Pressestimmen
Rekonstruktion oder Neubau? Altstadt statt Auto: Wie Berlin über den Wiederaufbau seiner historischen Mitte streitet
Eine Strafanzeige gegen Berlins Finanzsenator und Thilo Sarrazin, ein zerstörtes Kloster und ein japanisches Kurzschwert: Rund um die Wiederbebauung von Berlins Stadtzentrum haben sich die Fronten verhärtet. In wenigen Tagen werden erste Entscheidungen getroffen. Ein Überblick.
Neue Osnabrücker Zeitung vom 07.11.2025 von Dr. Philipp Ebert
Dort, wo Berlins historischer Ursprung liegt, fahren heute Autos. Viele Autos. Mehr als 50.000 Fahrzeuge befuhren 2023 täglich den Mühlendamm. Dieser Abschnitt der Bundesstraße 1 in der Nachbarschaft von Rotem Rathaus und Stadtschloss gehört zu den meistbefahrenen Straßen der Hauptstadt.
Wohnen Neubauten am Molkenmarkt: Initiative fordert Gestaltung nach historischem Vorbild
Die Berliner Innenstadt bietet derzeit eine seltene Chance zur historischen Wiederbelebung: Der Molkenmarkt soll neu bebaut werden. Bisher ist ein modernes mehrgeschossiges Stadtquartier vorgesehen. Die Allianz baukulturell engagierter Berliner Bürgervereine fordert nun, historische Elemente beim Neubau aufzunehmen.
Entwicklungsstadt vom 6.11.2025 von Insa Germerott
In der Berliner Innenstadt steht man derzeit vor einer seltenen Gelegenheit: Die Neubebauung des Molkenmarkts könnte die Geschichte der Stadt wieder erlebbar machen. Die aktuelle Planung sieht möglichst viel Raum für Wohnungen und eine moderne Gestaltung vor, wodurch der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt begegnet werden soll. Auf der anderen Seite befürchten Kritikerinnen und Kritiker, dass der historische Charakter von Molkenmarkt und Klosterviertel nur noch wenig erkennbar wäre.
Notlage positiv nutzen: Bauakademie
Deutsche Bauzeitschrift vom 01.11.2025 von Be. K
Nein, er ist noch nicht ausgelobt, der Wettbewerb zum Wiederaufbau der Berliner Bauakademie. Dabei war er angekündigt für dieses Jahr. Gerade eben gab es den Wechsel an der Spitze der für dieses Wiederaufbauprojekt zuständigen Bundesstiftung Bauakademie. Prof. Guido Spars, Gründungsdirektor, hat den Vertrag nicht verlängert – man wollte ihn schon mittels Petition aus dem Amt drängen –, ihm folgte Dr. Elena Wiezorek. Sie möchte „mit dem Team, dem Stiftungsrat, dem Beirat und unseren vielen Partnerinnen und Partnern den begonnenen Weg“ fortsetzen – „und dabei neue Impulse zu setzen.“ Impulse im Streit um Wiederaufbau vs. Rekonstruktion?
Schlechte Schlagzeilen: Diese Berliner Projekte machen dem BER Konkurrenz
Berlin. Mit 14 Jahren Bauzeit setzte der Hauptstadtflughafen eine negative Rekordmarke. Diese Projekte sind dem BER dicht auf den Fersen
Morgenpost vom 30.10.2025 von Uta Keseling
Zwischendrin hatten ihn die Lost-Place-Fotografen schon als Motiv entdeckt, dann wurde er 2020 doch noch eröffnet: Der Flughafen BER setzte Maßstäbe. 14 Jahre Bauzeit, 7,3 Milliarden Euro – und mehr und absurdere Pannen, als sich der glühendste BER-Kritiker je hätte ausmalen können. Wer den Grusel-Schlagzeilen von damals nachtrauert, sollte sich auf diese Projekte fokussieren: Berlin kann es noch – dies sind die aussichtsreichsten Nachfolger des BER.
Dragoner-Areal: So sollen die ersten Wohnhäuser aussehen
Berlin. Die landeseigene WBM kürte erste Siegerentwürfe für das Modellprojekt in Kreuzberg. Im ersten Bauabschnitt sollen 240 Wohnungen entstehen.
Morgenpost vom 30.10.2025 von Isabell Jürgens
Im Rahmen eines umfangreichen Grundstückstauschs mit dem Bund übernahm das Land Berlin vor acht Jahren das sogenannte Dragoner-Areal in Kreuzberg. Nach einem intensiven Planungsmarathon steht nun immerhin fest, wie die ersten der rund 500 geplanten Wohnungen aussehen sollen. Bis die ersten Mieter einziehen können, werden aber noch weitere Jahre vergehen.
