Architekt Bernd Albers gestorben

Tagesspiegel vom 21.04.2022 - von Ralf Schönball

Damit hatte Bernd Albers nicht gerechnet: Sein Entwurf für die Neugestaltung des Molkenmarktes im Zentrum Berlins wurde zu einem von zwei Siegern gekürt. Dabei war Albers, für den Architektur überhaupt nur dann als solche galt, wenn sie „Erinnerung an frühere Architekturen ermöglicht“, geradezu berufen für diese Reparatur Berlins an dessen historischem Kern. Verwirklichen kann er sein liebstes Projekt nun nicht mehr. Im Alter von nur 64 Jahren ist der Hochschulprofessor und Leiter des nach ihm benannten Büros an einer schweren Krankheit gestorben.

Neue Wohnungen im ganz großen Stil

Bis 2030 will der Berliner Senat etwa 90.000 Wohnungen errichten lassen, bis 2037 weitere 23.000. Ein aktueller Bericht legt die Planungen offen: Zwei Drittel des Wohnraums entsteht in den vier Bezirken Pankow, Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Spandau
Berliner Morgenpost vom 16.04.2022 - von Theresia Baldus

Seit Jahren herrscht Wohnungsnot in Berlin. Seit Jahren verspricht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit Neubauten dagegen vorzugehen. Jetzt hat sie einen Projektbericht vorgelegt, der detailliert aufzeigt, in welchen Bezirken in den nächsten 15 Jahren Wohnungen errichtet werden sollen. Der Bericht „Wohnungsneubau 2022“ führt auf vielen Seiten alle Neubauvorhaben mit mindestens 200 Wohneinheiten auf.

Es handelt sich um 196 sogenannte „Fokusprojekte“ zwischen 200 und mehreren Tausend Wohnungen. Sie sollen bis 2037 rund 113.000 neue Wohnungen bringen. 45.000 sind für 2026 avisiert, weitere 45.000 Wohnungen für 2027 bis 2030, die restlichen 23.000 für das Jahr 2037. Laut Bausenator Andreas Geisel sind diese Pläne mit dem in den Richtlinien der Regierungspolitik formulierten Neubauziel von 200.000 Wohnungen bis zum Jahr 2030 vereinbar. Denn zusätzlich sollen in diesem Zeitraum rund 110.000 Wohnungen in kleineren, nicht im Bericht erfassten Projekten realisiert werden. Das sind vor allem Dachaufstockungen, Nachverdichtungen und Schließungen von Baulücken.

Die Siemensstadt 2.0 gewinnt an Kontur Das große Geheimnis der Siemensstadt 2.0

Tagesspiegel.de vom 13.04.2022 - von Alfons Frese

Das Berliner Planungsbüro Ortner&Ortner siegt im Wettbewerb und soll die Siemensstadt bauen. Nun wird deutlicher, wie das Riesenprojekt künftig aussehen soll.

Eines der größten Berliner Zukunftsprojekte nimmt Konturen an. Am Mittwoch präsentierten Siemens und Senat den Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs für ein rund 70 Hektar großes Areals in Siemensstadt. Er sei „begeistert und stolz“, sagte Siemens-Vorstandsmitglied Cedrik Neike.

Der gebürtige Berliner Cedrik Neike hatte als 18-Jähriger seine Ausbildung in Siemensstadt begonnen und wies nun darauf hin, dass sich das Areal in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert habe. Das wird nun anders. „Wir wollen Altes bewahren und Neues schaffen“, sagte Neike. In Siemensstadt 2.0 werde „die Zukunft der Arbeit neu definiert und ein lebenswerter Stadtteil geschaffen“.

Kinderkrankenhaus Weißensee steht vor dem Verkauf

Investoren sollen Ruine retten. Pankow droht schwerer Verlust
Berliner Morgenpost vom 05.04.2022 - Von Thomas Schubert 

Es galt als abgemacht: Mit der Ruine des Kinderkrankenhauses Weißensee sollte das Bezirksamt Pankow eines seiner dringlichsten Probleme lösen. Gerade hatte man den Plan für eine neue Gemeinschaftsschule auf dem Gelände in der stark wachsenden Schulregion mit einer Studie bestätigt, da droht der komplette Verlust des Grundstücks. Wie Pankows Baustadträtin Rona Tietje (SPD) nun mitteilt, soll ein Verkauf der Fläche mit dem verfallenen Denkmal eingeleitet worden sein.

Das Grundstück gehe nach einer Rückübertragung der Immobilie 2018 durch insolvente Investoren an das Land Berlin wohl wieder in die Vermarktung. Bei der Senatsfinanzverwaltung und dem Berliner Immobilienmanagement (BIM), das landeseigenen Besitz verwaltet, wolle man sich überraschend von dem Areal trennen, so Tietje. Bei einem Verkauf läge das Schicksal der früheren Klinik dann erneut in den Händen von Privatinvestoren.

Rad-Schnellweg entlang der A100: CDU will Verlängerung der Piste zur „Klima-Autobahn“ machen

Berliner-Kurier vom 03.04.2022 - Von /GL/dpa

Wie bestellt brach in Berlin bei Grünen, Linken und Teilen der SPD die Empörung los, als das FDP-geführte Bundesverkehrsministerium vergangene Woche.
Die Ausschreibung der Planung für eine weitere Verlängerung des Stadtrings A100 bekannt machte. Ein Vorstoß der Berliner CDU wird die Lage nicht beruhigen: Sie schlägt vor, den geplanten 17. Bauabschnitt von Treptow bis zur Storkower Straße in Lichtenberg zu einer „Klima-Autobahn“ zu machen.
Bei einer Klausur des Landesvorstands wurde der Begriff geprägt, hinter dem sich mehrere Ideen verbergen.
Was die CDU sich unter einer Klima-Autobahn vorstellt
Die CDU ist der Auffassung, dass die Verlängerung der A100 die Innenstadt von Durchgangsverkehr entlasten könne, weil er auf die Autobahn umgeleitet würde. Eine zusätzliche Umweltbelastung werde das nicht nach sich ziehen: „Zum Zeitpunkt der Fertigstellung werden vor allem Fahrzeuge mit klimaneutralen Antrieben und Treibstoffen die Stadtautobahn nutzen.“