Kein Sieger, nur Verlierer

Kritik am Verfahren um Molkenmarkt -Gestaltung
Berliner Zeitung vom 16.09.2022 von Ulrich Paul

Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt gerät nach dem überraschenden Ende des Werkstattverfahrens zum Molkenmarkt, das ohne die Kür eines Siegerentwurfs ausgegangen ist, in die Kritik. „Kreative Ideen und geistig-schöpferische Leistung wurden mit Füßen getreten“, sagte die Präsidentin der Berliner Architektenkammer, Theresa Keilhacker, am Donnerstag.

Unerfreuliches Ende

Molkenmarkt
Berliner Zeitung vom 16.09.2022 von Ulrich Paul

Die Umgestaltung des Molkenmarkts in Berlins historischem Zentrum gilt zu Recht als eine der großen Zukunftsaufgaben Berlins. Dort, wo bislang eine Verkehrsschneise durch die Stadt verlief, sollen die überbreiten Straßen auf ein normales Maß reduziert werden. Auf den frei werdenden Flächen will Berlin ein nachhaltiges Stadtquartier mit bezahlbaren Wohnungen errichten und zugleich an die Geschichte des Ortes erinnern, indem archäologische Funde sichtbar gemacht werden. Klingt gut.

Zurück auf Start am Molkenmarkt

Jury erklärt keinen der beiden Entwürfe zum Sieger – nun sollen Machbarkeitsstudien weiterhelfen
Tagesspiegel vom 15.09.2022 von Teresa Roelcke

Nach einer neunstündigen Sitzung hat das Preisgericht am Dienstag zum Berliner Molkenmarkt entschieden, dass es zu keiner Entscheidung fähig ist: Keiner der beiden städtebaulichen Entwürfe – weder der des Büros Albers/Malcovati noch der des Kopenhagener Architekturbüros OS arkitekter gemeinsam mit dem Berliner Czyborra Klingbeil (cka) – ist nach den etlichen Überarbeitungen im mehrmonatigen Werkstattverfahren zum Sieger ernannt worden.

Molkenmarkt: Erneut keine klare Entscheidung

Jury kann sich nach zwei Jahren Beratung nicht auf einen Sieger einigen
Berliner Morgenpost vom 15.09.2022 von BM

Die zukünftige Gestaltung des Molkenmarktes im historischen Zentrum Berlins bleibt weiter unklar. Die vom Senat eingesetzte Jury traf auch nach gut zwei Jahren Beratung keine finale Entscheidung, wie das RBB-Inforadio berichtete. Die Senatsbauverwaltung will nun bis Ende des Jahres eine Charta erarbeiten, die dann in einen Masterplan münden soll, der vom Senat beschlossen und dem Abgeordnetenhaus vorgelegt werden soll.

Schon so alt und noch immer keinen Plan für die Zukunft

Dänen-Konzept oder Berliner Entwurf: Welche Häuser am Molkenmarkt gebaut werden, entscheidet sich erst ab 2024
B.Z vom 15.09.2022 von H. Bruns

Mitte - Ohne Tabula rasa der Nazis in den 1930er-Jahren, Bomben im Zweiten Weltkrieg und den Bau von DDR-Asphaltschneisen in den 1960ern stände hier die Altstadt von Berlin.

Der Molkenmarkt visà-vis vom Nikolaiviertel ist der älteste Platz Berlins - schon bewohnt vor über 800 Jahren.