Platz für 60.000 Demonstranten

Architekten sollen Entwürfe vorlegen. Die Neugestaltung soll wohl im Jahr 2024 beginnen. Aber es gibt auch Kritik.
Berliner Morgenpost vom 12.01.2021 - von Julian Würzer

Das Marx-Engels-Forum und das dahinterliegende Rathausforum sollen neugestaltet werden. Der Senat hat nun eine Ausschreibung veröffentlicht.

Berlin. Dass das Humboldt Forum im Berliner Stadtschloss vor dem Jahreswechsel geöffnet hat, ist, wenn man so will, ein Erfolg für Berlins historische Mitte. Die neue Kuppel mit dem Kreuz und die Kunstsammlung sollen nach der Corona-Pandemie die Touristen anziehen. Über die neue U-Bahnlinie U5 und mit den Haltestellen U-Bahnhof Rotes Rathaus und Museumsinsel soll das Stadtgebiet deutlich besser an das Berliner Verkehrsnetz angebunden werden. Für Besucherinnen und Besucher ist das ein kleiner Segen. Doch alles gut ist im historischen Zentrum noch lange nicht.

Sanfte Worthülsen

Die europäische „Neue Leipzig-Charta" zur Stadtentwicklung
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 06.01.2021 - von Arnold Bartetzky

Die für Stadtentwicklung zuständigen Minister der Europäischen Union haben kürzlich die „Neue Leipzig-Charta" verabschiedet. Das Papier, das an die „Leipzig-Charta zur nachhaltigen europäischen Stadt" von 2007 anknüpft, soll auf neue Herausforderungen wie den Klimawandel, die Ressourcenknappheit, den Verlust an Biodiversität sowie den verstärkten demographischen und wirtschaftlichen Wandel reagieren. Einen besonderen Akzent legt es auf die Stärkung der kommunalen Planung, der Daseinsvorsorge und der Bürgerbeteiligung. Das ist an sich eine gute Idee, da in Teilen der Europäischen Gemeinschaft nach wie vor ineffiziente Zentralismen, gepaart mit wirtschaftlichen Interessen von Großunternehmen, die lokalen Kräfte lähmen.

Humboldt Forum – Ein Stück neues Berlin

Das Humboldt Forum ist teileröffnet worden – bleibt aber zunächst für das Publikum nur virtuell erfahrbar.
Berliner Morgenpost vom 16.12.2020 - von Felix Müller

Man kann wohl sagen, dass es sich alle Beteiligten anders gewünscht hätten. Die Eröffnung des Humboldt Forums in Berlins historischer Mitte konnte nach fast elfjähriger Planungs- und Bauzeit aufgrund der Pandemie kein rauschendes Bürgerfest werden, es musste schlicht zugehen und vor allem: mit Abstand. Und so wechselten sich vor den Barockfassaden des leeren Schlüterhofs in sicherer Distanz die Redner ab, nach einer halben Stunde war es vorbei – am Abend konnte das interessierte Publikum zumindest an den heimischen Rechnern das neue Gebäude virtuell betreten.

Dimension wie eine Autobahn

Die Verkehrsverwaltung hat die Neubaupläne der Mühlendammbrücke in der historischen Mitte vorgestellt. Die Kritik daran ist immens.
Berliner Morgenpost, aktualisiert am 10.11.2020 - von Christian Latz

Dimensioniert wie eine Autobahn überspannt die Mühlendammbrücke die Spree. Mit einer Breite von fast 46 Metern dominiert der graue Betonbau zwischen Fischerinsel und Nikolaiviertel den historischen Stadtkern Berlins an dieser Stelle. Daran soll sich auch nach dem nötigen Neubau kaum etwas ändern, kritisieren Initiativen, Parteien und der Bezirk Mitte.

Seit langem streiten sie erbittert mit der Senatsverkehrsverwaltung darum, dass der Neubau kleiner ausfällt. Um die aktuellen Pläne vorzustellen und das Thema mit Betroffenen und Interessierten zu besprechen, lud die Verkehrsverwaltung Montagabend zu einer digital übertragenen Informationsveranstaltung.

Komische Oper bekommt Neubau Unter den Linden

Die Komische Oper erhält bis zum Jahr 2027 einen Anbau am Boulevard nach den Plänen des Aachener Büros Kadawittfeldarchitektur.
Morgenpost vom 27.10.2020 - von Isabell Jürgens

In dem Neubau direkt an der Straße Unter den Linden sollen neben Probensälen und Büros eine öffentlich zugängliche Kantine, eine Vorverkaufskasse, Workshopräume sowie eine öffentliche Dachterrasse entstehen.