Bausenator Geisel will umstrittenes Hochhaus genehmigen

Andreas Geisel will „alle Spielräume nutzen“, damit ein Hochhaus auf der Fischerinsel entsteht. Bürger und Bezirk lehnen das Bauvorhaben ab.
Tagesspiegel vom 18.07.2016 - von Gernd Nowakowski und Ralf Schönball

Bausenator Andreas Geisel (SPD) schlägt sich auf die Seite der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) und will den Bau eines Häuserblocks mit Hochhaus an der Gertraudenstraße gegenüber vom Petriplatz genehmigen. „Wir werden alle rechtlich bestehenden Ermessensspielräume nutzen, um das Vorhaben möglich zu machen“, sagte Geisel dem Tagesspiegel. Für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sei die ablehnende Haltung des Bezirks „überraschend und nicht nachvollziehbar“.

Das letzte Haus am Leipziger Platz

léonwohlhage gewinnen Wettbewerb in Berlin
Baunetz vom 6.7.2016 - von JK

Der Leipziger Platz in Berlin-Mitte, das Achteck der Hauptstadt, ist kein angenehmer Ort, was zum einen seiner Form, der Bebauung, aber auch der Nähe zum Potsdamer Platz geschuldet sein dürfte. Bald soll die letzte Lücke des Hexagon geschlossen werden. Auf dem ehemaligen Grundstück der Deutschen Reisebüro GmbH am Leipziger Platz 18/19, das seit Jahren hinter bedruckten Werbeplanen versteckt wird, soll bis 2019 ein Büro- und Geschäftshaus gebaut werden. Bauherr und Auslober des im April gestarteten Wettbewerbsverfahrens ist die F100 Investment AG – ein Investor mit Sitz in Luxemburg, hinter dem sich Eigentümer aus der spanischen Hauptstadt Madrid verbergen, wie die Berliner Zeitung weiß.

Bald erklingen die Glocken der Parochialkirche wieder

Berliner Zeitung vom 1.7.2016 - von Uwe Aulich

Berlin-Mitte - Das Glockenspiel im neuen Turm der Parochialkirche wird im September zum ersten Mal erklingen. Die 52 Bronzeglocken hängen schon in dem extra eingerichteten Geschoss. Doch bevor das Glockenspiel in Betrieb gehen kann, müssen an dem Bauwerk in den nächsten acht Wochen noch einige Restarbeiten erledigt werden.

Neben der Marienkirche stehen bald zwei Luther-Statuen

Neues Denkmal für Berlin
Berliner Zeitung vom 24.06.2016 - Von Uwe Aulich

Das Denkmal für den Reformator Martin Luther (1483–1546) wird nicht einfach nur auf seinen historischen Platz neben die Marienkirche in Mitte zurückkehren, vielmehr wird es Luther dort bald in doppelter Ausführung geben. Das schlagen der Berliner Künstler Albert Weis und Landschaftsarchitekt Christoph Zeller vor. Mit ihrem Entwurf für den doppelten Luther haben sie einen Wettbewerb der evangelischen Landeskirche gewonnen. Am Freitag hat Bischof Markus Dröge das Ergebnis präsentiert.

„Wir hatten nicht vor, das alte Luther-Denkmal zu rekonstruieren, sondern mit plastisch-bildhauerischen Mitteln zu arbeiten. Wir wollten Luther auch nicht heroisieren“, sagt Weis. Eine Rekonstruktion hätte auch der Ausschreibung widersprochen. Denn Vorgabe von Kirche und Land war es, dass Luther zwar am ursprünglichen Standort der 1895 errichteten, Streifenkleid monumentalen wilhelminischen Denkmalanlage unweit der heutigen Karl-Liebknecht-Straße wieder aufgestellt werden soll, der Reformator und sein Wirken aber zeitgenössisch interpretiert werden sollen.

Berlin ist viel älter als gedacht

Berliner Zeitung vom 14.06.2016 - von Maritta Tkalec

Berlin
Was eine gute Immobilie werden will, muss drei Voraussetzungen bieten: Erstens: Lage, zweitens: Lage, drittens: dito. Das galt vor tausend Jahren wie heute. Der Platz, wo Berlin seinen Aufstieg zur Stadt begann, hatte entwicklungsfähiges Potenzial. Erstens die Passage: Hier bildete die Spree vier Talsandinseln im Urstromtal, das sich an dieser einen Stelle auf vier Kilometer verengte und einen Übergang ermöglichte zwischen den Hochflächen Barnim im Norden und Teltow im Süden.

An beiden Seiten des Spreepasses gab es inmitten von Sumpfgelände praktischerweise trockene Flächen zum Siedeln. Zweitens das Warenkreuz: Zwei alte Handelswege zwischen dem Frankenreich im Westen und Russland im Osten sowie zwischen Skandinavien und Böhmen im Norden bzw. Süden kreuzten sich an der Stelle. Drittens die Abkürzung: Die Flussüberquerung reduzierte den Ost-West-Wegabschnitt zwischen den schon länger existierenden Festungsorten Spandau und Köpenick, der bis dahin über höheres Gelände gelaufen war.