Zwei alte Mitteilungen aus dem trüben Wasser des Flussbades gefischt

Tagesspiegel Checkpoint vom Montag, 21.09.2020

Wir sind noch mal auf den Grund des Flussbads getaucht und haben zwei alte Mitteilungen aus dem Trüben gefischt, die zwar nicht die Spree rückwärts fließen lassen, dafür aber die Zeit. Für den Checkpoint vom 5.9. hatten wir den Senat gefragt, warum der Satz „Bislang konnte die technische Machbarkeit nachgewiesen und weitere Planung konkretisiert werden“ von der Website verschwunden ist. Die Antwort lautete:

Mühlendammbrücke – ein Griff in die Mottenkiste

Berliner Morgenpost - aktualisiert am 21.09.2020 - von Isabell Jürgens

Statt des seit Jahren angemahnten Mobilitätskonzepts für den Straßenzug und die Berliner Mitte greift man bei der Mühlendammbrücke lieber in die Mottenkiste der autogerechten Stadt, meint Isabell Jürgens.

Mehr als ein Dutzend Vereine und Verbände kämpft seit Jahren dagegen, dass die neue Mühlendammbrücke in Mitte wie ihre Vorgängerin aus den 1960er-Jahren zu einem stadtzerstörenden Autobahnbauwerk mitten im Herzen Berlins wird. Stadthistoriker, Bauingenieure, Architekten und nicht zuletzt der Baustadtrat des Bezirks Mitte hatten gehofft, dass im Zuge des Neubaus der maroden achtspurigen Piste eine menschen- und innenstadtverträgliche Spreequerung errichtet wird.

Doch kein 150-Meter-Hochhaus für die Siemensstadt 2.0

Gebäude am geplanten Quartiersplatz soll nun noch 60 Meter hoch werden. Für die ersten Neubauten läuft der Hochbauwettbewerb.
Berliner Morgenpost vom 04.09.2020 - von Jessica Hanack

Es war von Anfang an ein Streitpunkt zwischen den Beteiligten: das 150 Meter hohe Hochhaus, das am zentralen, neuen Stadtplatz des Quartiers Siemensstadt 2.0 entstehen sollte. Der Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs, das Berliner Büro Ortner & Ortner Baukunst, hatte das Gebäude ursprünglich als Gegenstück zu den markanten Bestandsgebäuden geplant. Siemens war dagegen skeptisch, man befürchte, hieß es damals, dass das Gebäude in der Siemensstadt 2.0 „als nicht zeitgemäßes Symbol eines internationalen Konzerns interpretiert werden könnte“.
Born­holm ver­heißt zu je­der Jah­res­zeit fas­zi­nie­ren­de Na­tur und er­hol­sa­me Ru­he.

Die Flussbad-Kosten ufern aus

Tagesspiegel vom 04.09.2020 - von Lorenz Maroldt

Wir springen mal wieder ins Flussbad und ziehen aus der trüben Brühe an der Museumsinsel die noch unveröffentlichte Drucksache 18/24509 hervor. FDP-MdA Henner Schmidt hatte vom Senat wissen wollen, wohin die Kosten fließen, die Antwort der Stadtentwicklungsverwaltung (zusammengefasst) bestätigt die Checkpoint-Meldung vom 8. August: ins Uferlose. Schmidt fordert jetzt „endlich eine neutrale Kostenschätzung – alles andere ist fahrlässig und gegenüber dem Steuerzahler unverantwortlich.“

Verkehrssenatorin Günther über autofreie Kieze „So wie es ist, kann es ganz sicher nicht bleiben“

Tagesspiegel vom 24.08.2020 - von Sabine Beikler Hendrik Lehmann

Regine Günther glaubt nicht, dass sich die Stadt zu langsam verändert. Sie will aber auch das Tempo erhöhen: Für E-Autos soll es bald 2000 Ladesäulen geben.
Berlins Infrastruktur soll so schnell wie möglich umgebaut werden, sagt Regine Günther.

Regine Günther (Grüne) ist Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin. Sie ist auch Mitglied im Aufsichtsrat der BVG. Bevor sie Senatorin wurde, war sie Direktorin für Klimaschutz und Energie und später Generaldirektorin für Politik und Klima bei der Umweltstiftung WWF.

Frau Günther, Sie sind als Verkehrssenatorin gewählt worden, um die Verkehrswende umzusetzen. Es gibt seit zwei Jahren ein Mobilitätsgesetz. Warum ist trotzdem bisher so wenig passiert?
Schauen wir doch auf die Fakten. Ich nehme mal nur den Nahverkehr: Wir haben die größte S-Bahn-Ausschreibung, die es je in Berlin gab, mit einem Volumen von rund acht Milliarden Euro auf den Weg gebracht. Wir haben jetzt einen BVG-Verkehrsvertrag, der jährliche Investitionen von 800 Millionen Euro statt wie bisher 300 Millionen vorsieht.