Schützengräben und Wasserwelten in der Alten Mitte von Berlin

Wippe, Flussbad, Rutsche ¬– die Debatte über die Neugestaltung der Alten Mitte läuft mit viel Ideologie-Trara. Und dann kommen die Leute und wollen Spaß? Krass.
Berliner Zeitung vom 11.04.2021

Sollte das Flussbad am Berliner Stadtschloss kommen? Und was sagt die Hochkultur dazu? Die neueste Folge von „Brutal Berlin“ stellt sich den brisanten Fragen der Stadt.

Zwischen Berliner Schloss und Spreekanal rammen Bauarbeiter im Auftrag des Bundestages sieben dicke Stahlbetonpfähle in ein denkmalgeschüztes Gebäudes vor, um eine Großwippe zu errichten, auf der wankelmütige „Bürger in Bewegung“ schaukeln können. Skater freuen sich schon lange auf die große Schale und bedanken sich beim Vater der Pipe, Wolfgang Thierse. Gleich neben diesem Rummelplatzelement entsteht demnächst eine große Freitreppe zur Spree hinunter, wo das Volk sitzen, in die Sonne blinzeln, snacken und in den Fluss springen kann. Fehlt nur noch eine Rutsche – so eine spiralförmige Plexiglasröhre, durch die menschliche Körper gleiten und ins Wasser plumpsen. Eine Metaebene zur Aufwertung solch einer Banalskulptur ließe sich sicherlich finden. Irgendetwas mit Freiheit vielleicht.

U5: U-Bahnhof Museumsinsel soll noch dieses Jahr in Betrieb gehen

Berliner Zeitung vom 07.04.2021

Bislang fahren die Züge an dem Bahnhof noch ohne Halt durch. Noch vor Jahresende sollen sie dann aber auch am Bahnhof Museumsinsel halten.

Der neue U-Bahnhof Museumsinsel soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Berlin Der U-Bahnhof Museumsinsel an der Linie U5 soll mit einiger Verspätung noch in diesem Jahr in Betrieb genommen werden. Bisher fahren die U-Bahnzüge auf der Anfang Dezember eröffneten Verlängerung der Linie U5 vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof ohne Halt durch, weil die Bauarbeiten am Bahnhof Museumsinsel andauern.

Heidestrasse-in-Berlin-mit-296-Mio-Euro

07.04.2021 deal-magazin
Konsortium finanziert Quartier Heidestrasse in Berlin mit 296 Mio. Euro

Die Deutsche Hypothekenbank finanziert gemeinsam mit ERGO Group, DZ HYP AG und Volksbank eG - Die Gestalterbank, Offenburg/Villingen für die Aggregate Holding vier gemischt genutzte Objekte des neu entstehenden Quartiers Heidestrasse in Berlin.

Teufels Lustgarten, Bauherrens Versuchung

Ein riesiger Markt, eine Verkehrsverteilstation , ein Raum für Fantasien – der Alexanderplatz war schon vieles. Bloß kein gemütlicher Ort zum Verweilen
Berliner Zeitung vom 10.04.2021 von Maritta Tkalec

Den Alexanderplatz kann man nicht liebhaben. Was sollten neue Hochhäuser daran ändern? Die meisten Leute mögen es eben gemütlich. 30 Jahre lang zweimal tägliches Überqueren hinterließen nur eine Emotion: Gefühlskälte. Wer will schon verweilen auf der Steinwüste aus kaugummiverklebtem Pflaster, wo es aus allen Richtungen zieht. Kein Café, kein Restaurant, das Zuflucht böte. Ausgerechnet dieser Ort hat den Ruf, irgendwie typisch Berlin zu sein. „Alexanderplatz! Döblin! Weltstadt! Flair!“, denken Leute, die den Platz noch nie gesehen haben. Manch „Außerhalbscher“ glaubt sogar, der Alexanderplatz liege unterhalb des Fernsehturms, vor dem Roten Rathaus. Unsinn.

In der Mall der Moderne

Mit Spiegelvisier: Die neuen Planungen zum Berliner Museum des 20 . Jahrhunderts
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 31.03.2021 von Andreas Kilb

Etwas fehlt in den neuen Animationen zum Museum des 20 . Jahrhunderts am Kulturforum in Berlin , die der Basler Architekt Jacques Herzog am Montag vorgestellt hat. Es ist der Blick aufs Dach. Von allen Seiten, vom Matthäikirchplatz, der Potsdamer Straße, der Neuen Nationalgalerie und vom Vorplatz gegenüber von Scharouns Philharmonie wird der Bau gezeigt, nur die Ansicht von oben fehlt. Das nährt den Verdacht, dass die Dachplanung für das Gebäude entweder immer noch nicht abgeschlossen oder so unattraktiv ausgefallen ist, dass man sie der Öffentlichkeit einstweilen vorenthalten will. Eines wäre so ernüchternd wie das andere.