Humboldt-Forum kommt später: Gewurstel im Barock

Franfurter Allgemeine vom 26.06.2019 - von Andreas Kilb

Seit zwölf Jahren wird das Humboldt-Forum geplant, im Dezember sollte es eröffnet werden, jetzt wird der Termin um ein Jahr verschoben. Und die Vision, die das Projekt beflügelt hat, verblasst zur Fata Morgana.
Vor vier Jahren wurden mit großem Tamtam, als wären sie die Propheten einer neuen globalen Kulturgeschichte, die drei Gründungsintendanten des Humboldt-Forums vorgestellt. Inzwischen ist die Gründungsintendanz – der Brite Neil MacGregor und seine deutschen Kollegen Horst Bredekamp und Hermann Parzinger – bereits wieder Geschichte, aber das Humboldt-Forum ist immer noch nicht gegründet, sprich: eröffnet. Auch so kann man die Havarie eines Prestigeprojekts bilanzieren. Aber von Prestige spricht beim Humboldt-Forum schon längst niemand mehr, es geht ausschließlich um Termine, Haustechnik, Kälteanlagen – und bei den Objekten, die gezeigt werden sollen, um Provenienzen und Rückgabeforderungen. Das Havarieren ist auf dem Berliner Schlossplatz zur Betriebsroutine geworden.

Worauf es beim Wohnungsbau jetzt wirklich ankommt

Die Welt vom 09.06.2019 - von Dankwart Guratzsch

Möglichst viele Wohnungen in möglichst kurzer Zeit zu bauen und dabei möglichst hohe Gewinne einzustreichen – das ist das Rezept für die Überwindung der Wohnungsnot. Doch die Wirklichkeit stellt ganz andere Forderungen.

Entlarvend sind die Nachrichten, Interviews und Regierungsprogramme zur Beseitigung der aktuellen Wohnungsnot. Von allem ist die Rede, was sich schnell und billig herstellen lässt. Nur ein Begriff fehlt: Schönheit. Wie kann man aber annehmen, dass sich die Wohnungsnot beseitigen lässt, wenn man nur für das nackte Bedürfnis baut, anstatt die gestiegenen Ansprüche und die Wohnzufriedenheit, die neuen Wohnstile, die neue Gesellschaftsstruktur zu berücksichtigen?

Berlin funktioniert trotz der Politik

Die Enteignungsdebatte sorgt für Frust unter Berliner Unternehmern. Markus Voigt, Chef des Wirtschaftsclubs VBKI, will Alternativen.
Berliner Morgenpost vom 25.05.2019- Von Joachim Fahrun

Seine Branche kann sich vor Aufträgen kaum retten. „Voigt Ingenieure“ gehört mit 120 Mitarbeitern zu den größten Planungsbüros der Region und hat gut zu tun. Für den Unternehmer Markus Voigt läuft es also. Aber als Präsident des 1879 gegründeten Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI), dem wichtigsten unabhängigen Wirtschaftsclub der Stadt, macht er sich große Sorgen um die Zukunft Berlins. Joachim Fahrun traf Voigt in seinem Büro am Kurfürstendamm.

Berliner Morgenpost: Herr Voigt, wie würden sie die wirtschaftliche Lage Berlins einschätzen?
Markus Voigt: Die ist immer noch gut. Solange wir es schaffen, dass die Stadt weiter wächst, wird das auch so bleiben. Die politischen Rahmenbedingungen verschlechtern sich aber zunehmend.

Millionenförderung für Freitreppe am Humboldt Forum

Die Finanzierung der Freitreppe am Humboldt Forum steht. Das Flussbad an der Museumsinsel rückt damit einen Schritt näher.
Berliner Morgenpost vom 02.05.2019 - von Christian Latz

Die Initiative „Flussbad Berlin“ kommt ihrem Traum vom Freibad an der Museumsinsel ein Stück näher. Der Bund und das Land Berlin haben bekannt gegeben, die Planung und den Bau der ersten Freitreppe an der Schlossfreiheit aus Mitteln des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ zu finanzieren. Die Freitreppe soll dem Flussbad als Wasserzugang dienen.
Der Bund stellt für Planung und Bau 3,78 Millionen Euro zur Verfügung, sie werden ergänzt durch 2,635 Millionen Euro aus dem Etat der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Vereine wollen Rathausforum wieder bebauen lassen

n der Debatte um die Zukunft der historischen Mitte Berlins fordern mehrere Vereine einen Wiederaufbau wie vor dem Krieg.
Berliner Morgenpost vom 23.04.2019 - von Christian Latz

Seit Jahren wird darüber erbittert gestritten: Was soll aus dem Rathausforum und dem gesamten historischen Kern Berlins werden? Während der Senat dazu erst in den kommenden Jahren eine Antwort finden will, haben Vereine und Initiativen unterschiedliche Konzepte erarbeitet und Forderungen gestellt, wie es mit der alten Mitte der Stadt weitergehen soll.
In der Debatte hat sich nun die Arbeitsgemeinschaft der historischen Bürgervereine Berlins zu Wort gemeldet.

Die Initiative fordert, die Fläche vor dem Roten Rathaus nach historischem Vorbild wieder aufbauen zu lassen. „Berlin täte gut daran, sich an anderen Städten zu orientieren“, schreibt der Zusammenschluss aus den Vereinen Bürgerforum Berlin, Bürgerverein Luisenstadt, Gesellschaft Historisches Berlin, Berliner Historische Mitte und Forum Stadtbild. Städte wie Dresden, Frankfurt am Main und Potsdam bauten seit Jahren sehr erfolgreich wichtige Straßen und Plätze des Ortsbildes ihrer Vorkriegszeit wieder auf.