Pressestimmen
Streit um Hitlers Bunker in Berlin: Wissenschaftler fordern Erhalt und Gedenkort
Berlin. Vier Herausgeber des Buches „Städtebau im Nationalsozialismus“ wollen im Bunker eine Dokumentationsstätte zum NS-Regierungsviertel.
Morgenpost vom 16.10.2026 von Isabell Jürgens
Im Streit um den Bunker der früheren Neuen Reichskanzlei in Berlin-Mitte melden sich namhafte Wissenschaftler zu Wort. Die vier Herausgeber des preisgekrönten Buches „Städtebau im Nationalsozialismus“ haben am Freitag eine gemeinsame Erklärung an die Berliner Politiker und an Fachverbände verschickt. Ihre Forderung: Der Hauptbunker an der Voßstraße soll erhalten und zu einer Dokumentationsstätte werden.
Unterzeichnet haben Harald Bodenschatz, Victoria Grau, Christiane Post und Max Welch Guerra. Aus ihrer Sicht ist der Abbruch noch nicht abgewendet. Der Bunker sei „keine nebensächliche Ruine“, und die Debatte werde auch im Ausland aufmerksam verfolgt. Ein Abriss wäre ein falsches Zeichen für die Berliner Erinnerungskultur.
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Reichskanzlei wird 1939 eröffnet und später abgerissen
Die Neue Reichskanzlei war Hitlers Amtssitz und Zentrum der NS‑Diktatur. Der von Albert Speer geplante Bau war rund 420 Meter lang und wurde 1939 eröffnet. Nach dem Krieg wurde er abgerissen. Im Boden blieb jedoch ein Großteil des Bunkers erhalten.
Warum ein einzelner, alter Baum die Berliner bewegt
Berlin-Mitte. Am Gendarmenmarkt musste ein Baum fallen, der so vieles überstand. Sein Verlust steht für die Sehnsucht nach Geschichte und Beständigkeit in Berlin.
Morgenpost vom 15.10.2026
Fast 100 Jahre stand ein Baum am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte. Gepflanzt wurde er nach einer Schätzung des Straßen- und Grünflächenamtes 1932. Nationalsozialismus, Teilung, Wiedervereinigung, Baustellen und Touristenströme hat er überlebt. Am Freitag wurde der 24 Meter hohe Koloss in einer tagesfüllenden Aktion gefällt. Sein Ende bewegt viele Berliner.
Berlin ist gut im Baustelleneinrichten, schlecht im Zurückbauen
Petra Kahlfeldt blickt auf fünf Jahre als Senatsbaudirektorin zurück. Im Interview spricht sie über Kontroversen, Projekte und ihren Neuanfang.
Berliner Morgenpost vom 12.10.2026 von Isabell Jürgens
Fast fünf Jahre lang hat Petra Kahlfeldt als Senatsbaudirektorin das Gesicht Berlins mitgeprägt. Ihr Start war holprig: Noch vor ihrem Amtsantritt gab es heftige Proteste gegen ihre Ernennung. Jetzt verlässt sie das Amt. Im Gespräch mit der Berliner Morgenpost blickt die 66-Jährige auf ihre Zeit zurück. Sie spricht über Kritik und Rückhalt, über SEZ, Molkenmarkt und Checkpoint Charlie und darüber, was ihre Nachfolge zuerst anpacken muss.
Bund investiert Milliarden: Diese Großprojekte prägen das Berlin von morgen
Bundeskanzleramt, Bundesrat oder Auswärtiges Amt: In Berlin entstehen derzeit zahlreiche Großprojekte des Bundes. ENTWICKLUNGSSTADT stellt fünf raumgreifende Bauvorhaben vor, die das Regierungsviertel und weitere Standorte in den kommenden Jahren nachhaltig verändern werden. Gleichzeitig zieht sich der Bund aus anderen Projekten zurück, deren Zukunft nun offen ist.
Entwicklungsstadt vom 07.10.2026 von Björn Leffler
Mit der geplanten Erweiterung des Bendlerblocks in Berlin-Tiergarten ist ein weiterer Schritt für eines der bedeutendsten Bundesbauprojekte der kommenden Jahre getan. Nach Abschluss des Verhandlungsverfahrens steht fest, dass das Berliner Architekturbüro Sauerbruch Hutton gemeinsam mit ST raum a Landschaftsarchitekten den Auftrag zur Weiterentwicklung des Dienstsitzes des Bundesministeriums der Verteidigung erhält.
Berlin braucht eine neue Verkehrspolitik: „Wir haben verschlafen“
Mehr Mut. Aus dem verkehrspolitischen Tiefschlaf aufwachen. Noch ist nicht absehbar, welche Partei im neuen Senat die nächste Verkehrssenatorin oder den nächsten Verkehrssenator stellen wird. Doch der Mobilitätsforscher Andreas Knie vom WissenschaftszentrumBerlin (WZB) hat schon mal eine Wunschliste vorbereitet. Eine Studie, die jetzt vorgestellt wurde, unterstreicht eine seiner Hauptforderungen.
Berliner Zeitung vom 07.10.2026 von Peter Neumann
Von wegen Fahrzeuge: Autos sind Stehzeuge. Im Schnitt stehen sie pro Tag mehr als 23 Stunden ungenutzt herum. Das wussten Anke Schmidt vom WZB und Benno Bock von der Beratungsfirma Catchment bereits. Aber dass Mietwagen, die man per App buchen und gegen Geld nutzen kann, so viel effizienter sind als Privat-Pkw, fanden sie eindrucksvoll.
