Verkehrskonzept für Mitte: Nichts außer Ankündigungen

Trotz jahrelanger Ankündigungen: Noch immer fehlt ein Innenstadtkonzept für Reisebusse.
Berliner Morgenpost vom 06.02.2018 - von Thomas Fülling

Können Sie sich noch an 2009 erinnern? Damals sorgte ausgerechnet der damalige Berliner ADAC-Chef Walter Müller mit seiner Idee für Furore, zugunsten der Fußgänger den gesamten Bereich zwischen Lustgarten und Stadtschloss nach dessen Wiederaufbau in eine autofreie Zone zu verwandeln. Der von ihm als Alternative für die Autofahrer angeregte Straßentunnel von der Karl-Liebknecht-Straße bis zum Pariser Platz wurde nicht zuletzt wegen der exorbitanten Kosten schnell verworfen. Die Notwendigkeit, sich intensiv Gedanken um die Bewältigung der erwarteten Besucherströme in Berlins Mitte zu machen, wurde allseits anerkannt.

275 Jahre Staatsoper unter den Linden

Schmuckstück in der Mitte der Stadt
Berliner Zeitung vom 10.12.2017 - von Nikolaus Bernau

Zu einem richtigen Hofstaat gehört seit der Renaissance in Europa eine Hofoper. Nicht, weil die Adelsgesellschaft besonders gerne Musik hörte. Eine Oper war neben den großen Festen, den Staatsakten und Gottesdiensten die Gelegenheit, zu sehen und gesehen zu werden, Kontakte und Intrigen zu knüpfen, während auf der Bühne oft hochmoralisch von den Pflichten des Herrschens gesungen wurde. Solche Festivitäten gaben dem Monarchen auch die Gelegenheit, seinen Adel ins Auge zu nehmen, zu kontrollieren, welcher Stil in Musik, Architektur und Mode herrschen sollte.

Wer hat beim Bauen das Sagen in Berlin?

Wohnungspolitik in der Hauptstadt - Berlin setzt beim Bauen auf Bürgerbeteiligung. Zu sehr, fürchtet die Baubranche. Auch Wissenschaftler fordern klare Grenzen des Mitspracherechts.
Tagesspiegel vom 27.11.2017 - von Christian Hönicke

Wer darf eigentlich künftig in Berlin darüber entscheiden, wo und wie gebaut wird? Diese für sie existenzielle Frage stellt sich die Wohnungswirtschaft. Mit Argwohn beobachtet sie das Vorgehen des Senats beim Thema Bürgerbeteiligung in Stadtplanungsfragen. Die Baubranche fühlt sich von diesem Prozess ausgeschlossen. „Unsere Forderung ist, dass man die Wohnungswirtschaft hier miteinbinden sollte“, sagt Bernd Strehlow, der Stellvertretende Geschäftsführer des Bundesverbands der privaten Immobilienwirtschaft (BFW) Berlin/Brandenburg. „Das tut man nämlich bisher nicht.“

Baustadtrat in Mitte Wie Ephraim Gothe die alte Berliner Mitte neu gestalten will

Interview mit Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe: Ein Gespräch über die Neugestaltung der alten Mitte Berlins
Berliner Zeitung vom 19.10.2017 - von Maritta Adam-Tkalec

Über die Neugestaltung der alten Mitte Berlins denken Stadtentwickler, Politiker und Bürger seit Jahren nach. Im Juni ermöglichte Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) die Ausweitung des zu betrachtenden, historisch wertvollen Terrains über das Rathausforum hinaus auf nahezu alle Gebiete des alten Stadtkerns.

Seither ergeben sich neue Perspektiven, auch für die Annäherung an viele, seit langem offene Fragen. Ephraim Gothe, sozialdemokratischer Stadtrat für Stadtentwicklung in Mitte, ein Bauingenieur, der auch Kunstgeschichte und Architektur studiert hat, gibt Auskunft über neue Entwicklungen, anstehende Großentscheidungen und stockende Verfahren.

Stadtentwicklung - Berlin verliert weiter bezahlbare Wohnungen

Im vergangenen Jahr ist die soziale Bindung von knapp 9000 Wohnungen in Berlin gefallen. Bis 2025 wird das Angebot weiter schrumpfen. Der Neubau kommt nicht nach.
Tagesspiegel vom 5.10.2017 - von Ralf Schönball

Die schlechten Nachrichten aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung reißen nicht ab. Die neueste Hiobsbotschaft trifft die Koalition ins Mark, denn sie besagt im Kern: Noch nie war Rot-Rot-Grün so weit entfernt von dem eigenen, im Koalitionsvertrag festgelegten Ziel, Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung zu schaffen und die soziale Mischung der Quartiere zu bewahren. Dazu bedarf es günstiger, öffentlich geförderter Wohnungen. Doch deren Zahl steigt nicht, sondern schrumpft in schwindelerregendem Tempo. Das könnte tausende Mieter in wirtschaftliche Not stürzen.