Das Scharnier im Osten Berlins

Seit die Riegel nördlich des Alexanderplatzes unter Denkmalschutz gestellt werden sollen, wird wieder heftig um die Ästhetik des Ortes gestritten. Unser Autor plädiert für den Erhalt der DDR-Moderne - und ihren Weiterbau.

Tagesspiegel vom 25.09.2013 von Wolf Eisentraut

Jetzt sind wieder die verbalen Abrissbirnen unterwegs. „TLG-Platte" nennen sie verächtlich die nördliche Begrenzung des Alexanderplatzes und man ahnt, was das heißt: Weg mit den Zeugnissen der DDR-Baukultur. Dabei gab es bereits einen in die Höhe getriebenen radikalen Masterplan zur Überformung des Alexanderplatzes, der aber bisher keine Chance auf Verwirklichung hatte. Mangel an Geld als positives Städtebauregulativ. Die erhofften Investoren sind nicht gekommen, sie wollten keine Häuser bauen, die niemand braucht. Nun bleibt das Kollhoff'sche Hochhauskonvolut ein Turmbau zu Babel, in sich zusammenbrechend, Verwirrung hinterlassend.
Endlich befasst sich nun die Denkmalbehörde mit dem Ende der 1960er Jahre errichteten Bauten am Alexanderplatz. Und schon wird sie als Investitionshemmnis beschimpft. Dabei tut die Behörde, was ihre Aufgabe ist. Nicht eine einseitige ästhetische und schon gar keine geschmackliche Bewertung, sondern die Bewahrung von baulichen Zeugnissen kultureller Identität abgeschlossener Epochen ist das Ziel des Wandels. Dabei geht es nicht um die Frage, ob ein Gebäude irgendjemandem gerade mal nicht gefällt oder gar, wie neulich zu lesen war, nordkoreanische Assoziationen auslöst.

Denkmalschutz für TLG-Bauten?

Alexanderplatz: Der Masterplan wackelt

Tagesspiegel vom 15.08.2013 von Ralf Schönball

Landeskonservator und Senat rütteln mit neuen Denkmalschutz-Bestrebungen am Masterplan für den Alexanderplatz. Bei Eigentümern, Politikern und Planern stößt das auf erhebliche Kritik. Bahnt sich eine Debatte über die Kompetenzen des Denkmalschutzes an?

Denkmal? Das "Haus der Elektrotechnik" der TLG. - Foto: dpaWiderspruch und Widerstände lösen die Bestrebungen aus, DDR-Bauten am Alexanderplatz unter Denkmalschutz zu stellen und den vom Senat beschlossenen Masterplan für den Bau von zehn Hochhäusern zu beschneiden. Der Eigentümer des 220 Meter langen „Haus der Elektrotechnik", die Firma TLG, will nicht auf den Bau des Turmes verzichten, der auf diesem Grundstück geplant ist. Und für Stararchitekt Hans Kollhoff, der den gültigen Masterplan entwickelt hat, zeugen die Bestrebungen zur Neuordnung des Gebietes von „Ignoranz".

Ich will die Stadt wieder da, wo sie mal begonnen hat

Die SPD diskutiert über die historische Mitte. Der Landesvorsitzende sammelt Unterstützer.

Berliner Morgenpost vom 25.07.2013 von

Die Berliner SPD bewegt sich. Langsam und in zahlreichen Debatten haben sich die Sozialdemokraten auf den Weg gemacht, ihrem Landesvorsitzenden Jan Stöß zu folgen. Im April hatte Stöß mit seinem Vorstoß, die historische Mitte Berlins zwischen Schloss und Alexanderplatz zu bebauen, für Aufsehen gesorgt. Nicht wenige Sozialdemokraten sahen das als unfreundlichen Akt gegenüber Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) an, dessen Verwaltung bis dahin wenig konkrete Ambitionen zeigte, die Grünanlagen rund um den Fernsehturm durch neue Gebäude zu ersetzen.

Die Kuppel kehrt zurück

Sanierung der Staatsbibliothek dauert vier Jahre länger als geplant

Berliner Morgenpost vom 11.07.13

Die Staatsbibliothek hat am Mittwoch das Richtfest für eine neue Kuppel über ihrem Eingangsportal gefeiert.

Das markiere den Auftakt zum zweiten großen Bauabschnitt bei der Wiederherstellung des gewaltigen Gebäudes Unter den Linden, sagte der Präsident der verantwortlichen Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Die Sanierung soll nach gegenwärtigem Stand bis 2016 dauern – vier Jahre länger als ursprünglich geplant.

Berliner Schloss - Ein kleiner Staatsakt zur Grundsteinlegung

Das Wetter stimmte: Zur Grundsteinlegung des Neubaus des Berliner Schlosses sind viele Spitzenpolitiker gekommen – außer die Kanzlerin. Jetzt muss der Bau nur noch ohne Katastrophen ablaufen.

Die Welt vom 12.06.13 von Rainer Haubrich

Nein, die Monarchie wird nicht wieder eingeführt in Deutschland, nur weil jetzt das Berliner Schloss in die Mitte Berlins zurückkehrt. Zwar ist zur Grundsteinlegung der Nachfahre der einstigen Schlossherren, Georg Friedrich von Preußen, mit seiner Gattin gekommen. Aber als er sich zur Begrüßung dem Bundespräsidenten in der ersten Reihe zuneigt, bleibt Joachim Gauck sitzen, und der Chef des Hauses Hohenzollern zieht weiter auf seinen Platz in der dritten Reihe.