Pressestimmen
Kleist-Park wird nach historischem Vorbild saniert
Die umfangreiche Sanierung des Kleist-Parks soll im Oktober mit Rodungsarbeiten beginnen. 2,5 Millionen stehen für die Arbeiten bereit.
Berliner Morgenpost vom 09.02.2022 von Julia Lehmann
Der denkmalgeschützte Heinrich-von-Kleist-Park in Schöneberg soll umfangreich saniert werden. Insgesamt 2,5 Millionen Euro stehen dafür bereit. Der Park soll mit Neupflanzungen und neuen Wegeverbindungen in seiner historischen Erscheinung wieder hergestellt werden. In einem für Interessierte offenen Webinar stellte das Straßen- und Grünflächenamt Tempelhof-Schöneberg gemeinsam mit dem beauftragten Landschaftsarchitekten am Mittwochabend eine erste Entwurfsplanung vor.
„Ziel der Parksanierung ist es, die historische Gestaltung des Parks wieder erlebbar zu machen und dabei den aktuellen Anforderungen an die Grünanlage gerecht zu werden“, erklärte das Grünflächenamt in der Ankündigung zum Webinar. Mit der Historie vereinbart werden müssten jedoch die heutige Nutzung des Parks sowie funktionale Aspekte wie Barrierefreiheit und Bewässerung.
Kahlfeldt: „Mir geht es nicht darum, alles zurückzudrehen“
Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt wehrt sich gegen den Vorwurf, Berlin städtebaulich in die 1990er-Jahre zurückführen zu wollen.
Berliner Morgenpost vom 09.02.2022 von Isabell Jürgens
Seit Anfang dieses Jahres hat Berlin eine neue Senatsbaudirektorin. Die Berliner Architektin Petra Kahlfeldt hat das Amt von Regula Lüscher übernommen, die sich im Juli 2021 auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzen ließ. Ihre Berufung löste heftige Proteste in der Berliner Architekten- und Planerszene aus. Die Ernennung der 61-Jährigen zur Senatsbaudirektorin sei „eine Kampfansage an eine soziale und ökologische Stadtpolitik“, schrieben ihre Kritiker in einem Offenen Brief, der in den Feuilletons der Republik für Furore sorgte. Seit gut einem Monat ist die umstrittene Planerin nun im Amt. Im Interview verrät die Architektin, wie sie mit der Kritik umgeht – und welche Ziele sie sich gesetzt hat.
Ruhelos durch Berlin
Die Hauptstadt ist immer auch stolz auf ihre Schäbigkeit. Vier Bücher rücken diese nun ins rechte Licht.
Süddeutsche Zeitung vom 08.02.2022 von Stefan Fischer
Berlin ist eine anstrengende Stadt. Dafür wird sie geliebt. Weil sie ständig in Bewegung ist, immer unfertig, immer im Aufbruch begriffen. Und nie saturiert. Wenig hat Bestand in der Hauptstadt, das zeigen vier aktuelle Berlin -Bände besonders anschaulich - am Beispiel zweier Prachtboulevards, eines zentralen Platzes und der vielen Brachen, die sich immer wieder auftun im urbanen Raum. Vielerorts präsentiert Berlin sich als eine ruppige Stadtlandschaft mit vielen Wunden. So auch auf den eigenwilligen Fotografien und in den spannenden Geschichten dieser Bücher.
Wenige Anwohner, viele Planer – und ein dominanter Verein
Der historische Molkenmarkt in Berlin -Mitte soll umgestaltet werden. Beim Werkstattverfahren für die Zukunft des Molkenmarkts ringen Akteure um Einfluss.
Tagesspiegel vom 05.02.2022 von Teresa Roelcke
Was muss ein Werkstattverfahren leisten, um tatsächlich als „Bürgerbeteiligung“ durchzugehen? Am Donnerstagabend fand der erste von zwei Werkstattterminen zu den prämierten stadtplanerischen Entwürfen für den Molkenmarkt statt – und ließ für die nächste Veranstaltung um die künftige Gestalt eines zentralen Orts der historischen Mitte im April noch deutlich Luft nach oben.
Als die Moderation nach einer halben Stunde Zoom-Konferenz darum bat, kurz kenntlich zu machen, wer in welcher Rolle anwesend sei, meldeten sich von 71 abstimmenden Personen lediglich acht als Anwohner:innen, elf als „Besucher:innen“ und sechs Personen als Vertreter:innen einer Initiative – während die Verwaltung und die Planungsteams mit jeweils 15 bzw. 16 Teilnehmenden besonders stark präsent waren.
So wird um die Zukunft des Molkenmarkts gestritten
Berlins ältester Platz soll vom Verkehr befreit werden. Die „öffentliche Werkstatt“ offenbart noch viele ungeklärte Fragen.
Berliner Morgenpost vom 04.02.2022 von Isabell Jürgens
Lassen sich die Wunden, die die Stadtplanung in der Zeit des Nationalsozialismus, Kriegszerstörungen und die Verkehrsplanungen aus der DDR-Zeit Berlins ältestem Platz, dem Molkenmarkt, geschlagen haben, wirklich heilen? Und wenn, mit welchem städtebaulichen Konzept? Auf diese Frage suchten am Donnerstagabend in einer mehrstündigen „öffentliche Werkstatt“ mehr als 130 interessierte Bürger eine Antwort. Grundlage der Online-Diskussion, zu der die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eingeladen hatte, waren die beiden Siegerentwürfe eines städtebaulichen Wettbewerbs, der Ende 2021 entschieden wurde. Deutlich wurde dabei vor allem eins: Die Auseinandersetzung darüber, was dort eigentlich entstehen soll, ist noch lange nicht vorbei.